Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg muss sich neuen zweiten Keeper suchen
Flückiger nach Fürth, Friebertshäuser bleibt
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Wie es aussieht, verliert Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nach Julian Tigges (19) und André Grube (18) ein weiteres Torhüter-Talent. Franco Flückiger (20) wechselt mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth. Dagegen sind die Unstimmigkeiten mit Innenverteidiger Tobias Friebertshäuser beigelegt. Der 23-Jährige verlängerte gestern um ein Jahr.
Seit dem vergangenen Montag hält sich Flückiger zum Probetraining bei den „Kleeblättern“ auf, kam am Wochenende beim 3:1 gegen Schweinfurt 05 zu seinem ersten 45-Minuten-Einsatz (ohne Gegentor) und fährt nun auch mit ins Trainingslager nach Walchsee (Österreich).
„Manager Rachid Azzouzi bereitet gerade einen Vertrag vor“, sagte gestern die in Fürth für Medien und Kommunikation zuständige Kathrin Bogendörfer.
Für den FCM heißt das zwangsläufig, dass er sich nach einem neuen zweiten Keeper – Matthias Tischer ist momentan als Nummer eins gesetzt – umsehen muss. In der engeren Wahl befindet sich der Grieche Aste rios Karagiavanis (24/Wuppertaler SV), der beim jüngsten Probetraining unter Chefcoach Wolfgang Sandhowe einen ordentlichen Eindruck hinterließ.
Übrigens: Die beiden Testspiele im Rahmen des Trainingslagers in Wesendorf (13. bis 18. Juli) sind jetzt fest terminiert. Am 14. Juli (18 Uhr) trifft der Club auf den SV Calberlah (Bezirksliga Niedersachsen), zwei Tage später (16 Uhr) auf den TuS Bodenteich (ebenfalls Bezirksliga). Noch offen ist der (ausländische) Gegner für die Saisoneröffnung am letzten Juli-Wochenende.
1. FC Magdeburg: Einigung mit Friebertshäuser steht kurz bevor
Ullrich holt den nächsten Spieler und lobt Co-Trainer
Von Uwe Tiedemann
Nach derVerpflichtung von Mittelfeldakteur Patrick Henkel (21/Energie Cottbus II) und Ronny Thielemann als neuen Co-Trainer (Volksstimme berichtete) und ist der FCM 2011/12 fast komplett. Denn nachdem sich auch mit Innenverteidiger Tobias Friebertshäuser eine Einigung abzeichnet, muss der Fußball-Regionalligist „nur“ noch das Stürmer-Problem lösen.
Magdeburg. Der sportliche Leiter des FCM lobte Thielemann gestern in höchsten Tönen. „Ein junger dynamischer Trainer der neuen Generation, der aus seiner aktiven Zeit jede Menge Erfahrung mitbringt, der die Ärmel hochkrempelt, der nach allen Seiten offen ist und der mit seinen 37 Jahren auch noch die Nähe zu den Spielern besitzt“, sagte Detlef Ullrich, der während seiner Zeit als Trainer in Cottbus den neuen FCM-„Assi“ zwei Jahre lang (2008 – 2010) an seiner Seite hatte.
Nun bildet Thielemann (löst Mario Middendorf ab, dessen Zukunft noch offen ist/d. Red.) ein Gespann mit Wolfgang Sandhowe, der eigentlich eher den Alleinunterhalter bevorzugt. Doch Ullrich glaubt an eine gute Zusammenarbeit: „Man sollte stets nach vorn schauen und versuchen, sich zu verbessern. Zudem bin ich überzeugt davon, dass Ronny Thielemann, den ich für einen der besten Fitness-Trainer überhaupt halte, hervorragend nach Magdeburg passt.“
Dennoch dürfte sich so mancher FCM-Fan die Frage gestellt haben, woher in Zeiten klammer Kassen das Geld für einen gewiss nicht schlecht bezahlten Co-Trainer kommt. Ullrich zeigt für solche Überlegungen durchaus Verständnis: „Das kann ich nachvollziehen. Uns steht natür lich nur ein gewisses Budget zur Verfügung, das nicht überschritten werden darf, und daran halte ich mich auch. Es sind aber noch genug finanzielle Reserven für neue Spieler vorhanden.“
Den Beweis dafür trat der 55-Jährige gleich gestern an und präsentierte Patrick Henkel. Der 1,88 m große Neuzugang unterschrieb bis 2013. Ullrich: „Durch seine Verpflichtung können wir im Mittelfeld auf eine Alternative mit viel Entwicklungspotenzial zurückgreifen.“ Nun soll noch der Angriff komplettiert werden. Ullrich: „Wir haben drei Stürmer in der Warteschleife.“ Namen wollte er nicht nennen, wies aber Spekulationen, wonach ein Brasilianer namens Felipe Almeida Felix ein heißer Kandadat sei, zurück: „Ich kenne ihn gar nicht, und er stand bei uns auch nie auf der Liste.“
Da wäre dieVerpflichtung von Dawid Krieger (22/zuletzt Energie Cottbus II) schon realistischer. Ullrich glaubt aber allenfalls an eine 50-prozentige Chance, „weil dem Spieler noch andere Angebote, u.a. aus der 3. Liga und aus Polen, vorliegen.“
Der „Fall Friebertshäuser“ steht dagegen kurz vor dem Abschluss. Via Boulevardmedien hatte sich der 23-Jährige über ein zu schlechtes Angebot beklagt. Ullrich dazu: „Der Spieler hat falsch reagiert und sich bereits entschuldigt. Er wurde offensichtlich schlecht beraten. Fakt ist: Wir haben seine Bezüge sogar angehoben, weil wir ihn gerne halten wollen.“
Autor: Uwe Tiedemann
Club holt Thielemann als neuen Co-Trainer
Überraschung beim FCM
Magdeburg. Überraschung beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg: Der Club gab gestern bekannt, dass Ex-Bundesliga-Profi Ronny Thielemann ab 1. Juli die Position des Co-Trainers besetzt. Der 37-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2013.
„Ronny Thielemann wird mit seiner Erfahrung als Profi die Arbeit im Trainerteam bereichern. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn für diese Aufgabe in Magdeburg begeistern konnten“, begründete Detlef Ullrich, neuer sportlicher Leiter des 1. FC Magdeburg, die Personalentscheidung.
Der gebürtige Schlemaer war in der abgelaufenen Saison als U-19-Trainer beim FC Erzgebirge Aue tätig. In seiner aktiven Spielerkarriere absolvierte er als Mit telfeldakteur über 200 Einsätze, lief u.a. in der 1. und 2. Liga für Hansa Rostock, Energie Cottbus und Carl-Zeiss Jena auf.
„Die Aufgabe bei einem Traditionsver ein sehe ich als nächsten Schritt in meiner Trainerlaufbahn. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit einem erfahrenenTrainer wie Wolfgang Sandhowe und möchte dabei mithelfen, den FCM wieder in erfolgreichere Zeiten zu führen“, beschreibt Thielemann seine neue Aufgabe.
Er löst damit Mario Middendorf ab, mit dem derzeit noch Gespräche über eine weitere Einbindung als Trainer laufen.
Autor: Uwe Tiedemann
Talent Instenberg bleibt mindestens noch eine Saison
Magdeburg (ut). Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg kann eine weitere bislang ungeklärte Personalie zu den Akten legen. Gestern wurde der Vertrag mit Mittelfeldtalent Moritz Instenberg um ein Jahr (plus Option) verlängert.
Der 21-Jährige, der 2003 von Lok Stendal zu den Blau-Weißen wechselte, wirkte in der Saison 2010/11 in 16 Spielen mit, absolvierte 820 Minuten und hofft nun, einen weiteren Sprung in seiner Entwicklung machen zu können.
Alles andere als reibungslos verlaufen dagegen die Gespräche mit Tobias Friebertshäuser. Der Innenverteidiger ist laut Pressesprecher Stephan Lietzow „mit dem Angebot des FCM unzufrieden“.
Darüber hinaus gibt es bislang (noch) keine Einigung mit Ersatzkeeper Franco Flückiger, der heute vom Probetraining aus Fürth zurückerwartet wird.
Übrigens: Das erste Testspiel des FCM am 2. Juli bei Eintracht Hakenstedt (2. Kreisklasse) findet nicht wie vom FCM zunächst verkündet um 16 Uhr, sondern schon um 14 Uhr statt.
Flückiger zum Probetraining nach Fürth
Elf FCM-Testspiele in der Vorbereitung
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Bis zu elfTestspiele will Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg im Rahmen seiner Vorbereitung für das neue Spieljahr 2011/12 austragen. Höhepunkte in dieser Zeit sollen der offizielle Saisonstart am letzten Juli-Wochenende und zuvor das Trainingslager (13. bis 18. Juli) im niedersächsischen Wesendorf bei Gifhorn (Volksstimme berichtete) werden.
Los geht‘s erstmals am 30. Juni (15 Uhr, MDCCGelände). Acht Testpartien sind bislang fest terminiert. Die Gespräche mit einem attraktiven Gegner für die Eröffnung (29., 30. oder 31. Juli) stehen kurz vor dem Abschluss. Gesucht werden derzeit noch zwei weitere Vereine fürs Trainingslager.
Personell kann der Club dagegen noch keine weiteren Abschlüsse vermelden.Vor allem die Verhandlungen mit Ersatzkeeper Franco Flückiger gestalten sich schwierig, weil das Talent gerne Spielpraxis sammeln möchte, beim FCM aber vermutlich auch in der kommenden Saison im Schatten von Stammtorhüter Matthias Tischer stehen dürfte. Momentan hält sich Flückiger bei der SpVgg Greuther Fürth auf, absolviert beim Zweitligisten, dessen zweite Mannschaft immerhin auch in der Regionalliga spielt, ein Probetraining.
Die Termine auf einen Blick: 30.06.: Trainingsauftakt (15.00) 02.07.: E. Hakenstedt (A/16.00) 06.07.: SV Empor Dedeleben (A/18.30) 09.07.: Haldensleber SC (A/15.00) 12.07.: FSV Barleben (A/18.30) 13.07. – 18.07.: Trainingslager Wesendorf 19.07.: Victoria Köln (in Nienburg/18.30) 23.07.: SC Verl (in Arendsee/15.00) 26.07.: Schönebecker SC (A/18.30) 29./30./31.07.: Saisoneröffnung 03.08.: TuS 1860 Magdeburg (A/18.30) 05./06./07.08.: Regionalliga-Auftakt
Autor: Uwe Tiedemann
Trainingslager „gleich um die Ecke“ bei Gifhorn
Magdeburg. Fußball-Regionalligist 1.FC Magdeburg schlägt in Vorbereitung auf 2011/12 sein Trainingslager diesmal im niedersächsischenWesendorf, 10 km nordöstlich von Gifhorn und 120 km von Magdeburg, auf. Quartier ist das Sport- und Wellnesshotel „laVital“ ( www.lavital . de), Termin der 13. bis 18. Juli. Der offi-zielle Saisonstart erfolgt im Übrigen am 30. Juni.
Ursprünglich sollte das Trainingslager später stattfinden, doch der neue Sportdirektor Detlef Ullrich war damit nicht einverstanden: „Für das gegenseitige Kennenlernen und Teambuilding ist es besser, eine solche Maßnahme möglichst frühzeitig durchzuführen.“
Ullrich kennt die Unterkunft in Wesendorf, war schon mit Energie Cottbus dort und schwärmt: „Ein sehr gutes Hotel mit kurzen Wegen und hervorragenden Bedingungen.“
Das „laVital“ wirbt damit, eines der wenigen auf Profisport spezialisierten Hotels in Deutschland zu sein. Schon mehrfach war die Handball-Na tionalmannschaft mit Bundestrainer Heiner Brand vor Ort, ebenso das Tischtennis-Nationalteam um Timo Boll. Darüber hinaus bereiten sich Fußball-Bundesligisten häufig in Wesendorf auf Auswärtsspiele bei Eintracht Braunschweig bzw. dem VfL Wolfsburg vor oder machen sich vorm Saisonstart fit wie zuletzt Carl Zeiss Jena, Dynamo Dresden, Fortuna Düsseldorf oder eben Energie Cottbus.
Auf eine Logis im Ausland wie im vergangenen Jahr das polnische Myslenice hat der Club diesmal ganz bewusst verzichtet. „Das war von Anfang an kein Thema. Außerdem hätte das unser Etat nicht zugelassen“, sagte Ullrich, der nun noch hofft, dass die Verhandlungen mit den Spielern Tobias Friebertshäuser, Moritz Instenberg und Franco Flückiger zu einem positiven Abschluss gebracht werden können. Auch das Gespräch mit Torhüter Christian Beer, der in den Trainerstab aufrücken soll, hat laut Ullrich („Das war meine Vorstellung von Anfang an“) stattgefunden. Beide Seiten haben sich aber vorerst vertagt.
Autor: Klaus Renner
FCM auf Stürmersuche keinen Schritt weiter
15 Spieler getestet / Sandhowe: „Sichtung beendet“ / Scharlau verlängert
15 Spieler testete der FCM gestern auf einem Nebenplatz der MDCC-Arena.Vier Stunden dauerte das Probetraining mit Wolfgang Sandhowe, Trainer der Regionalliga-Elf.Vier Akteure konnten den Trainer überzeugen. Die erhoffte „große Nummer“ für den Angriff war augenscheinlich nicht darunter.
Magdeburg. Ein Hauch von Säbener Straße, der Adresse des FC Bayern München, schwebte gestern über dem Trainingsgelände von Fußball-Regionalligist 1. FCM. Wann gab es das zum letzten Mal an der Elbe? Denn rund 100 Fans hatten es sich nicht nehmen lassen, die zum Probetraining eingeladenen Spieler persönlich in Augenschein zu nehmen. Das Wort „Casting“ wollte diesmal keiner der FCM-Verantwortlichen in den Mund nehmen, nachdem vor Jahresfrist Ex-Trainer Ruud Kaiser gut 20 Kicker getestet und anschließend die Elf für die zurückliegende total verkorkste Saison zusammengestellt hatte.
Das Fazit von Trainer Sandhowe nach den vier schweißtreibenden Trainingsstunden, nur unterbrochen von einer zweistündigen Mittagspause, war eher ernüchternd: „Es hat Spaß gemacht, mit jungen Leuten zu trainieren, die aus Düsseldorf, Kassel oder Berlin hierher angereist waren. Das spricht dafür, welchen Reiz der FCM immer noch ausübt. Vier Spieler könnten wir gebrauchen.“
Bei den „Auserwählten“, mit denen sich der FCM demnächst ins Benehmen setzen könnte, handelt es sich um Julian Austermann (20 Jahre/Türkiyemspor/Abwehr rechts), Thomas Brechler (25/Hessen Kassel/ Stürmer), Asterios Karagiavanis (24/Wuppertaler SV/ Torwart) und den Brasilianer Adriano (25/ Mittelfeld).
Vor allem Brechler, so Sandhowe, hat „gute Ansätze als Stürmer“ gezeigt. Torhüter Karagiavanis hingegen dürfte als Alternative ins Rampenlicht treten, sollte sich der FCM nicht mit Reserve-Torwart Franco Flückiger einigen könne. „Mit Franco hatte ich am Mittwoch ein Vier-Augen-Gespräch, am Donners tag mit seinem Berater. Ich sehe positive Tendenzen, dass er bleibt“, berichtete Detlef Ullrich, sportlicher Leiter des FCM, der es „gern sehen würde, wenn zwei Magdeburger hier im Tor stehen“.
Nachdem gestern auch der 23-jährige Mittelfeldspieler Tobias Scharlau seinen Vertrag beim FCM bis Juni 2012 (mit Option auf Verlängerung bis 2013) unterzeichnet hat, stehen aus dem Kader der zurückliegenden Saison jetzt noch Vertragsabschlüsse mit Tobias Friebertshäuser, Franco Flückiger und Moritz Instenberg aus.
18 Spieler haben derzeit einen Vertrag für die neue Saison. Ullrich bezifferte gestern erneut, dass 22 Akteure dem Regionalligakader für die kommende Saison angehören sollen. Folglich könnte von den gestern getesteten 15 Spielern noch einer hinzukommen. Die größten Hoffnungen dürfte sich Thomas Brechler machen.
„Unsere Sichtungsphase ist damit beendet“, erklärte Sandhowe. „Vielleicht sehen wir uns noch den einen oder anderen Spieler an und laden ihn zum Trainingsauftakt am 30. Juni hierher ein. Es muss aber finanziell machbar sein.“
Ullrich unterstrich, er habe „die Mannschaft im Kopf. Wenn das alles realisiert wird, brauchen wir uns nicht mehr umzuschauen“. Ex-FCM-Stürmer Lars Fuchs (derzeit Hannover 96) sei „ein interessanter Mann. Wenn wir jemanden finden, der ihn finanziert, bin ich dabei.“
Probleme bereite allerdings die aus der Oberliga in die Verbandsliga abgestiegene U 23, für die nach zahlreichen Abgängen aktuell gerade acht Spieler zu Verfügung stehen.
1. FC Magdeburg: Christian Beer rückt möglicherweise in den Trainerstab auf
Stürmersuche: Wird Sandhowe heute fündig?
Von Uwe Tiedemann
Noch ist Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bei der Suche nach neuen Stürmern für 2011/12 nicht fündig geworden. Das könnte sich heute ändern. Chefcoach Wolfgang Sandhowe hat mehr als ein Dutzend (Offensiv-)Spieler zum Probetraining eingeladen.
Magdeburg. Um 10 und um 15 Uhr sind je zwei Trainingseinheiten geplant. Danach sollen eventuell Vertragsverhandlungen aufgenommen werden. Der 57-Jährige bekräftigte gestern jedoch noch einmal, dass er die Aktion nicht überbewerten will: „Die Initiative ist ausschließlich von Spielerberatern ausgegangen.“ Allerdings verwundert es schon ein wenig, dass Sandhowe nach eigener Aussage keinen einzigen Namen der Kandidaten kannte. Seine Begründung: „Ich lasse mich überraschen. Wenn tatsächlich ein überdurchschnittlicher Stürmer dabei ist, werden wir den schon herausfischen.“
Etwas mehr als nur ein kleiner Hoffnungsschimmer scheint aber dabei zu sein, denn der Coach hatte sich imVorfeld zwei Bewerbungs-Videos angesehen und war von einem restlos begeistert: „Wenn der Spieler auch nur halb so gut ist, wäre er für uns eine absolute Granate.“
Auf die Frage, was der FCM beabsichtigt, wenn sich keiner der Testspieler für einen Kontrakt eignet, antwortete Sandhowe: „Dann ist er möglicherweise immer noch ein Anwärter für die zweite Mannschaft, weil auch da Handlungsbedarf besteht. Was den Regionalliga-Kader anbetrifft, muss man dann eben weiterschauen. Es gibt noch jede Menge anderer Kandiaten.“
So weit, so gut. Der für heute anberaumte Testtag ist dennoch nicht unumstritten, weil der Club genau vor einem Jahr unter Sandhowes Vorgänger Ruud Kaiser und Manager Rüdiger Bartsch ein zweitägiges Casting durchgeführt und damit ziemlichen
Schiffbruch erlitten hatte. Sandhowe wehrt sich zwar vehement dagegen, beides miteinander zu vergleichen („Ich kann das Wort Casting nicht mehr hören.Wir laden lediglich ein paar Spieler ein und gehen völlig unbedarft an die Sache heran“), dennoch werden zwangsläufig Erinnerungen an das Vorjahr wach. Eine gewisse Skepsis kommt sogar aus den eigenen Reihen, und zwar von prominenter Stelle. Sportdirektor Detlef Ullrich höchstpersönlich sagte: „Es haben sich eine Vielzahl von Probespielern angeboten. Das Optimum ist ein solcher Testtag aber sicherlich nicht.“
Wie Sandhowe betonte allerdings auch Ullrich, dass bei negativem Verlauf der heutigen Aktion der FCM noch viele weitere Namen in petto habe. Und: „Es bleibt dabei, dass wir uns zielgerichtet ergänzen und dabei jede Position doppelt besetzen wollen.“
Eine ganz andere Position könnte Torhüter Christian Beer demnächst einnehmen. Der 30-jährige Keeper hat deswegen heute einen Termin mit Sportchef und Trainer, bei dem über seine Zukunft im Verein gesprochen werden soll. Sandhowe ganz konkret: „Wir wollen Christian unbedingt halten. Ich könnte mir vorstellen, ihn in den Trainerstab, speziell als Torwarttrainer, mit einzubinden.“
Anzeichen für einen solchen Wechsel gab es zuletzt schon bei den jüngsten Heimspielen gegen Eintracht Braunschweig II und Holstein Kiel, als Beer, der sich seinerzeit beim Landespokal-Viertelfinale in Sandersdorf (14. April 2010) schwer verletzt (Kreuzbandriss) und danach kein Pflichtspiel für die Blau-Weißen mehr bestritten hatte, neben Sandhowes Assistent Mario Middendorf auf der Trainerbank saß.
Apropos Middendorf: Auch seine Zukunft ist momentan noch offen. Eventuell kehrt er zur „Zweiten“ zurück, die er in der Saison 2009/10 zur Meisterschaft und damit zum Oberliga-Aufstieg geführt hatte.
Georgi bleibt, Verpflichtung von Fuchs wenig realistisch
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Bis Ende der Woche soll im Wesentlichen das Grundgerüst des 1. FC Magdeburg 2011/12 stehen. Darauf haben sich Trainer Wolfgang Sandhowe und der sportliche Leiter Detlef Ullrich verständigt. Maik Georgi konnte inzwischen von der Liste der noch offenen Personalien gestrichen werden. Der 23-jährige blonde Flügelflitzer unterschrieb für ein Jahr (plus Option für ein weiteres).
Damit befinden sich nur noch vier Spieler in der „Warteschleife“: Tobias Friebertshäuser,Tobias Scharlau, Moritz Instenberg und Franco Flückiger. „Wir möchten gerne mit allen verlängern, und ich bin zuversichtlich, dass wir uns einigen werden“, sagte Ullrich, wohl wissend, dass gerade Flückiger ein schwieriger Fall ist, weil der Ersatzkeeper damit rechnen muss, weiterhin im Schatten von Stammtorwart Matthias Tischer zu stehen, der gerade verlängert hat.
Derzeit umfasst der Kader 15 Spieler. 22 sollen es werden. Unter der Voraussetzung, dass der Club mit den vier Genannten eine weitere Zusammenarbeit vereinbart, kommen noch mindestens drei Neue hinzu. „Überwiegend Stürmer“, wie Ullrich betonte. Namen wollte er allerdings nicht nennen.
Kein Geheimnis ist, dass Lars Fuchs, derzeit bei Hannover 96 II unter Vertrag und auch bei Holstein Kiel sowie dem HFC im Gespräch, gerne zum Club zurückkehren würde. Doch Ullrich dämpfte die Erwartungen und bezifferte die Wahrscheinlichkeit auf lediglich „zwei Prozent“. Der Sportchef konkret: „Ich habe mit ihm gesprochen und werde sicherlich auch noch ein weiteres Mal Kontakt zu seinem Berater (Frank Lieberam/d. Red.) aufnehmen. Momentan ist eineVerpflichtung aber nicht realisierbar, weil die finanziellen Vorstellungen zu weit auseinanderliegen, wobei nicht der Eindruck entstehen soll, dass er überdreht. Aber Magdeburg ist nicht Hannover 96. Es gibt klare Richtlinien seitens des Aufsichtsrates und des Präsidiums. Daran halte ich mich. Vielleicht geht ja etwas über eine Fremdfinanzierung. Vom Spielertyp her wäre er auf jeden Fall eine Verstärkung.“
FCM verlängert mit Becker
Magdeburg (dh). Tobias Becker und der 1. FC Magdeburg gehen gemeinsam in die Saison 2011/2012: Wie der Fußball-Regionalligist mitteilte, hat der 25-jährige defensive Mittelfeldspieler einen Einjahres-Vertrag unterzeichnet. Becker war im Sommer 2010 vom Chemnitzer FC nach Magdeburg gewechselt, in der abgelaufenen Serie kam er auf 33 Einsätze, erzielte dabei einen Treffer.
In der Kaderplanung von Trainer Wolfgang Sandhowe und Sportdirektor Detlef Ullrich nimmt Becker eine wichtige Rolle ein, teilte derVerein mit. „Mit seiner Erfahrung von über 100 Regionalliga-Spielen und den gezeigten Leistungen in der zurückliegenden Saison ist Tobias Becker ein wertvoller Bestandteil unseres Kaders“, so Ullrich.
Autor: Klaus Renner
Tischer und Köhne bleiben FCM treu
Einjahresverträge für Keeper und Verteidiger
Magdeburg. Ganze drei Minuten fehlten am Ende der vergangenen Saison FCM-Torhüter Matthias Tischer am kompletten Regionalliga-Einsatz. Zwar stand der Keeper in allen 34 Partien zwischen den Pfosten, doch im letzten Heimspiel beim Stand von 2:0 gegen Holstein Kiel nahm Trainer Wolfgang Sandhowe den 25-Jährigen vom Feld und bescherte auf diese Weise Ersatzkeeper Franco Flückiger noch ein kleines Erfolgserlebnis.
Nun ist die Tinte unter dem Einjahresvertrag zwischen dem FCM und Tischer trocken, und der 1,87 große Torwart ist vor seiner 16. Saison bei den Blau-Weißen zufrieden: „Unser Sportdirektor hat mir überzeugend dargelegt, wie wir uns verstärken wollen, speziell im Sturm, und hat das auch mit Namen untermauert. Ich
gehe davon aus, dass wir eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen, mit der ein einstelliger Platz möglich sein sollte.“
Erleichtert zeigte sich auch FCM-Sportdirektor Detlef Ullrich: „Mit Matthias Tischer können wir einen weiteren Leistungsträger und sicheren Rückhalt auf der Torwartposition halten.“ Tischer, dem Angebote von Drittligist Rot-Weiß Erfurt und West-Regionalligist Preußen Münster vorlagen, hat seinerseits auf eine nur zwölfmonatige Verlängerung seines Kontraktes bestanden und liefert die Begründung: „Ich will erst einmal sehen, wie die Entwicklung im Verein weitergeht und ob wir in der übernächsten Saison um den Aufstieg mitspielen können.“
Das Grundgerüst der Regionalliga-Elf dürfte damit stehen, denn Trainer Wolfgang Sandhowe hatte bereits vergangene Woche erklärt, er plane mit jenen Akteuren, auf die er sich in der Schlussphase der zurückliegenden Saison verlassen konnte.
Als Zugänge wurden bereits Christopher Wright und Fernando Lenk vermeldet.
Auf der anderen Seite hatten der Coach und Detlef Ullrich sieben Kickern mitgeteilt, künftig getrennte Wege gehen zu wollen (Volksstimme berichtete).
Jetzt ist erst einmal Entspannung angesagt. Eine Urlaubsreise hatTischer nicht geplant: „Ging ja nicht, denn ich wusste bis vor kurzem noch nicht, ob ich nicht womöglich bei einem anderen Verein unterschreiben würde.“ Am 30. Juni ist beim FCM Trainingsauftakt.
Ruhig schlafen können nun auch jene euphorischen FCMFans, die Tischer während des Triumphzuges nach dem Klassenerhalt entlang der Tribünen in der MDCC-Arena „irgendwo einschließen“ wollten, damit er nicht bei einem anderen Vereins unterschreiben würde …
Apropos unterschreiben: Abwehrspieler Christof Köhne unterzeichnete gestern beim FCM einen Einjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr. Der 22-jährige Defensivspieler war einer der Wunschkandidaten von Trainer Sandhowe.
Verlässt Becker den Club?
FCM: Noch acht Spieler für neue Saison in der Schwebe
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Der Kader des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg für die neue Saison 2011/12 nimmt langsam Gestalt an. Allerdings ist mit acht Spielern noch keine Einigung erzielt worden.
Pressesprecher Stephan Lietzow: „Dabei handelt es sich um Matthias Tischer, Franco Flückiger, Christof Köhne, Tobias Friebertshäuser, Tobias Becker, Tobias Scharlau, Maik Georgi und Moritz Instenberg. Mit allen würden wir gerne verlängern, aber es besteht noch Gesprächsbedarf. Am weitesten sind wir bei Tischer, Köhne und Scharlau.“ Bei genanntem Trio sollen noch vor Pfingsten Nägel mit Köpfen gemacht werden.
Fraglich ist vor allem eine Vertragsverlängerung von Be cker. Lietzow zur Situation des 25-jährigen Ex-Chemnitzers: „Er hat deutlich zu verstehen gegeben, dass er sich eine solche Saison wie die gerade abgelaufene nicht noch einmal antun will, sich woanders umschaut und in Kürze auch ein Probetraining bei einem Drittligisten absolviert. Dafür hat der FCM volles Verständnis.“
Dass der Club trotz der Chaos-Saison 2010/11 weiterhin eine reizvolle Adresse ist, belegt eine Zahl des neuen sportlichen Leiters Detlef Ullrich: „Es haben sich mehr als 60 Spieler bei uns angeboten. Da ist durchaus der ein oder andere interessante Akteur dabei.“ Oberstes Ziel, so der 55-Jährige, sei es, die Qualität kontinuierlich zu steigern.
Auf der Liste tauchen auch zwei Spieler vom ZFC Meuselwitz auf – Tony Schmidt (22/ Mittelfeld) und Patrick Brendel (22/Abwehr). Ullrich betonte allerdings, dass sie nur dann als Alternative infrage kommen, wenn die Verhandlungen mit den vorhandenen Akteuren zu keinem Abschluss führen.
Trainer Wolfgang Sandhowe, der über Pfingsten zu einem Familienbesuch in seine Heimat Westfalen fährt und einfach einmal „ein paar Tage abschalten will“, verkündete derweil, wie er sich den Testtag am kommenden Donnerstag vorstellt: „Es wird zwei Einheiten geben, die erste um 10 Uhr, die zweite um 15 Uhr.Wir haben knapp ein Dutzend Kandidaten eingeladen, überwiegend Stürmer. Allerdings lege ich diese Aktion auch nicht auf die Goldwaage. Wenn am Ende ein Spieler verpflichtet werden sollte, wäre ich schon zufrieden.“
Neues Gespann mit mehr Fortune?
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Haben Sportdirektor Detlef Ullrich und Trainer Wolfgang Sandhowe bei der Zusammenstellung des Kaders von Regionalligist 1. FC Magdeburg für 2011/12 ein glücklicheres Händchen als im Vorjahr Rüdiger Bartsch und Ruud Kaiser? Die Ausgangsposition ist ähnlich (der Club muss weiterhin sparen), die Herangehensweise aber eine andere.
Besonders auffällig: Kaiser und Bartsch tauschten seinerzeit fast die komplette Mannschaft aus. Das passiert diesmal nicht, wenngleich die Erwartungen nicht annähernd erfüllt wurden.
Sandhowes Begründung: „Ein Neuanfang dauert mindestens ein halbes Jahr.“ Der 57-Jährige setzt daher vor allem auf diejenigen Akteure, die zuletzt viermal in Folge siegreich waren.
Ein sogenanntes Casting wie von Kaiser/Bartsch praktiziert und vehement verteidigt wird es ebenfalls nicht geben.
Absolut unterschiedlich auch die beiden Trainer-Charaktere. Kaiser war der ruhige, der besonnene Übungsleiter, der es allerdings versäumte, in bestimmten Situationen härter durchzugreifen. Motivator Sandhowe lebt mehr von seinen Emotionen und unkonventionellen Methoden („Ich bin ein positiver Verrückter und in der Kabine sowieso unschlagbar“). Allerdings fragt sich Magdeburgs Fußball-Szene, ob er auch in der Lage ist, ein Team kontinuierlich aufzubauen.
Und noch etwas: Bei der Suche nach dem sportlichen Leiter Ullrich war der Aufsichtsrat unmittelbar involviert. Darauf hatte dessen Chef Lutz Petermann besonderen Wert gelegt und erst kürzlich kritisiert: „Früher hat das Präsidium Personalentscheidungen allein getroffen und der Aufsichtsrat sie nur noch abgenickt.“
1Vor Pfingsten alles klar mit Tischer?
Von Uwe Tiedemann
Magdeburg. Noch ist kein neuer Vertrag unterschrieben, eine Einigung steht aber kurz bevor: Der von anderenVereinen umworbene Stammkeeper Matthias Tischer (25) bleibt vermutlich beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg.
Der neue sportliche Leiter Detlef Ullrich sagte nach dem gestrigen Treff mit Tischers Berater René Deffke: „Es war ein gutes Gespräch. Die Signale sind positiv, dass Matthias bei uns bleibt. Ich hoffe, dass wir noch vor Pfingsten zum Abschluss kommen.“
Ullrich räumte allerdings ein, dass er die Personalie Tischer eigentlich gar nicht auf der Rechnung hatte: „Ich bin schon ein wenig überrascht, dachte, mit ihm sei alles klar.“
Auch mit der Nummer zwei, Franco Flückiger, muss ein neuer Kontrakt abgeschlossen werden, was keineswegs selbstverständ lich ist, denn der 20-Jährige stand bisher im Schatten von Tischer und möchte natürlich nicht nur auf der Bank schmoren. Ullrich ist aber zuversichtlich,
das Talent wei ter an den FCM zu binden: „Ich habe ihm gesagt, dass er ein außergewöhnlicher Torhüter ist, ein Riesenpotenzial besitzt, einfach auf seine Chance lauern und sie dann nutzen muss“ Ullrich weiter: „Zwar hat RB Leipzig mittlerweile kein Interesse mehr, dafür aber der ein oder andere Klub. Was auch völlig normal ist, wenn so ein Junge zum erweiterten DFB-Auswahlkader gehörte.“ Nicht nur Ullrich, auch Trainer Wolfgang Sandhowe hofft, mit beiden Keepern zu verlängern, um auf dieser Position für die Zukunft gerüstet zu sein.
#Sandhowe sagt insgesamt sieben Spielern „servus“
Von Uwe Tiedemann
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg stellt die Weichen für 2011/12. Wie Trainer Wolfgang Sandhowe gestern bekanntgab, wurde sieben Spielern mitgeteilt, dass der Verein nicht mehr mit ihnen plant. Stephan Neumann hat derweil bis 2013 verlängert.
Magdeburg. Die gerade beendete Seuchen-Saison 2010/11, die mit einem unbefriedigenden zwölften Platz endete, hat zur Folge, dass sich der Club von zahlreichen Spielern trennen wird. Sandhowe dazu: „Der neue sportliche Leiter Detlef Ullrich und ich haben uns abgestimmt und Rainer Müller, Sebastian Sumelka, Manuel Stiefel, Shergo Biran, Marko Verkic, Patrick Bartsch und Philip Saalbach mitgeteilt, dass sie sich einen neuen Verein suchen können.“ Der 57-Jährige, dessen Vertrag gerade verlängert wurde, wollte allerdings zu den Akteuren im einzelnen keine Stellungnahme abgeben.
Was mögliche Neuzugänge anbetrifft, gibt es nach Christo pher Wright und Fernando Lenk (Volksstimme berichtete) noch keine weiteren Vertragsabschlüsse. Sandhowe kündigte allerdings an, dass am Donnerstag nach Pfingsten rund ein Dutzend Spieler getestet werden sollen. Der Trainer betonte dabei ausdrücklich, dass es sich nicht um ein Casting, sondern nur um einen Trainingstag handelt. Dass der Termin mitten in die Urlaubszeit fällt, ist dem FCM-Coach dabei völlig egal: „Es ist doch normal, dass derjenige, der noch keinen neuenVer ein hat, nicht so einfach in den Urlaub fahren kann.“
Als ausgesprochen positiv bewertete Sandhowe die gestrige Vertragsverlängerung von Stephan Neumann um weitere zwei Jahre: „,Charly‘ ist ein enorm wichtiger Spieler für uns. Ich freue mich, dass er bleibt und hoffe darüber hinaus natürlich, dass seine Unterschrift auch eine gewisse Signalwirkung für andere hat.“ Der Trainer denkt dabei vor allem an Stammtorhüter Matthias Tischer, dem Angebote anderer Klubs vorliegen. Heute soll es dazu ein erstes Gespräch mit seinem Berater geben
Autor: Uwe Tiedemann
Sandhowe kann mit Jahres-Vertrag gut leben und ist nun auf Stürmer-Suche
Volksstimme-Interview mit dem alten und neuen Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat an „Retter“ Wolfgang Sandhowe für die kommende Saison 2011/12 festgehalten. Unumstritten ist der 57-Jährige allerdings nicht. Mit dem alten und neuen Trainer sprachVolksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann.
Volksstimme: Herr Sandhowe, Ihre Vorgänger wurden mit Zwei-Jahres-Verträgen ausgestattet, mit Ihnen hat man dagegen nur um ein Jahr verlängert. Ein Problem für Sie?
Wolfgang Sandhowe: Überhaupt nicht. Erstens war ich noch nie der Typ, der versucht hat, langfristige Verträge abzuschließen, um sie dann eventuell später abzusitzen. Zweitens bin ich überzeugt davon, dass der Verein mit mir automatisch verlängert, wenn ich gute Arbeit abliefere. Und drittens bürgern sich in der Trainerszene Ein-Jahres-Abschlüsse ohnehin immer mehr ein.
Volksstimme: Trotzdem gibt es Vorbehalte im Verein, speziell beim Aufsichtsrats-Chef Lutz Petermann, der sich für einen kompletten Neubeginn und damit auch für einen Trainerwechsel ausgesprochen hat.
Sandhowe: Ich interpretiere es so, dass es diesen Neubeginn schon vorher gegeben hat. Und zwar in dem Moment, als ich die Mannschaft im März übernommen habe. Aber wo Sie gerade Herrn Petermann erwähnen: Ich kenne ihn gar nicht, habe mit ihm noch kein einziges Wort gesprochen, würde aber gerne an der nächsten Aufsichtsratssitzung teilnehmen und dort mein Konzept vorstellen.
Volksstimme: Damit sind wir bei der neuen Saison. Mit welchen Akteuren planen Sie, damit sich eine solche Chaos-Saison wie 2010/11 nicht wiederholt?
Sandhowe: Das Gerippe der Mannschaft steht. Und zwar setze ich da im Wesentlichen auf die Spieler, die zuletzt viermal in Folge gewonnen haben. Fakt ist aber natürlich auch, dass wir uns punktuell verstärken müssen, vor allem im Sturm.
Volksstimme: Können Sie da schon Namen nennen?
Sandhowe: Mit Christopher Wright ist ja der erste bereits hier. Weitere sollen folgen. Vor allem hoffe ich auf einen gestandenen Angreifer, der so seine zehn bis 15 Tore macht.
Volksstimme: Apropos Wright: Der US-Amerikaner wurde wie auch Fernando Lenk vom sportlichen Leiter Detlef Ullrich verpflichtet. Der Trainer aber heißt Sandhowe ...
Sandhowe: Sie können sicher sein, dass Detlef Ullrich und ich jede einzelne Personalie durch sprechen. Lenk kenne ich persönlich, und was Wright angeht, kann ich nur sagen: Was soll ich dagegen haben, wenn er seinerzeit Energie Cottbus II zum Aufstieg verholfen hat?
Volksstimme: Und wie ist der Stand in Bezug auf Lars Fuchs, der ja seine Bereitschaft signalisiert hat, von Hannover nach Magdeburg zurückzukehren?
Sandhowe: Detlef Ullrich verhandelt mit ihm. Ich von meiner Seite würde Lars Fuchs sofort nehmen. Er ist schnell, torgefährlich und jemand, der aus der Tiefe kommt.
Volksstimme: Kann sich der FCM denn gestandene Stürmer überhaupt leisten?
Sandhowe: Die Zeiten, als hier noch horrende Gehälter gezahlt wurden, sind sicher vorbei. Der FCM muss sein Geld schon zielgerichtet ausgeben.
Volksstimme: Es wartet also eine Menge Arbeit. Es war zu hören, dass Sie sogar auf Urlaub verzichten.
Sandhowe: Das stimmt. Es hat sich zeitlich nicht ergeben. Aber ich kann mich auch entspannen, wenn ich im Garten unserer Doppelhaushälfte in Potsdam sitze, mit dem Fahrrad unterwegs bin oder mit meiner Frau zum Shoppen fahre.
Volksstimme: Wird es wieder ein Spieler-Casting wie unter Ihrem Vorgänger Ruud Kaiser geben?
Sandhowe: Nein, davon halte ich nichts, denn es ist ein Riesenunterschied, ob sich ein Spieler im Training oder im Wettkampf befindet. Als ich damals unter Hermann Gerland als Co-Trainer tätig war, hat der immer zu mir gesagt: Am besten kannst du einen möglichen Neuzugang im Auswärtsspiel testen, wo es richtig knallt.
Volksstimme: Wann fallen die nächsten Personal-Entscheidungen?
Sandhowe: Schon diesen Montag. Dann werden Detlef Ullrich und ich einigen Spielern mitteilen, dass sie sich einen neuenVerein suchen müssen.
Volksstimme: Wie sieht denn Ihre Zielstellung für 2011/12 aus? Was kann der Fußball-Interessierte vom künftigen FCM erwarten?
Sandhowe: Wir wollen versuchen, an die letzten erfolgreichen Spiele anzuknüpfen, hinten kompakt zu stehen und einen Tick offensiver zu werden. Und wir sollten in der Lage sein, zwei Spielsysteme, das eine mit einer Spitze, das andere mit zwei Angreifern, anzuwenden.
Volksstimme: Und welchen Tabellenrang peilen Sie an?
Sandhowe: Ich denke, ein einstelliger Mittelfeldplatz ist ein realistisches Ziel.
Volksstimme: Auf Dauer ist aber mittelmäßiger Fußball in Magdeburg kaum zu vermitteln, oder?
Sandhowe: Das ist richtig. Deswegen muss die Tendenz auch stets nach oben zeigen. Ich bin aber nicht so vermessen, uns schon nächste Saison mit Leipzig, HFC, Wolfsburg II oder Kiel auf eine Stufe zu stellen.
Die Würfel sind für Sandhowe gefallen
Von Rudi Bartlitz
Beim 1. FC Magdeburg sind nun endgültig die wichtigsten Personalfragen für den Sportbereich gelöst. Nachdem in der vergangenen Woche Detlef Ullrich bei den Blau-Weißen einen Zwei-Jahres-Vertrag als Sportdirektor unterzeichnet hatte, fielen am späten Mittwochabend die Würfel zugunsten von Wolfgang Sandhowe als neuen Trainer.
Magdeburg. Ein Votum für Sandhowe galt in den Führungsgremien, insbesondere im Aufsichtsrat, lange als umstritten. Hinter vorgehaltener Hand gab es Zweifel, ob der Mann, der den FCM vor dem Abstieg gerettet hatte, auch der richtige für einen langfristigen Neuaufbau beim Fußball-Regionalligisten sei. Letztlich setzten sich aber jene durch, die dem 57-Jährigen diese Aufgabe zutrauen. Interessant ist jedoch, dass der neue Coach nur einen Ein-Jahres-Vertrag erhielt.
„Wolfgang Sandhowe hat die Zielsetzung, mit der er im März angetreten ist, erfüllt. Zudem kennt er die Mannschaft und genießt mit seiner 15jährigen Trainererfahrung unser Vertrauen“, begründet Ullrich die Entscheidung pro Sandhowe.
„Ich sehe dieses entgegengebrachte Vertrauen und die Vertragsverlängerung als Belohnung für die harte Arbeit in den letzten Wochen und Monaten“, freute sich Sandhowe. „Mit punktuellen Verstärkungen und Vertragsverlängerungen der Stützen aus dem aktuellen Kader sollten wir in der nächsten Saison wieder erfolgreicheren Fußball in der MDCC-Arena präsentieren können. Schon jetzt freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit der Mannschaft und den Fans des FCM.“
Der gebürtige Ascheberger Sandhowe hatte nach der Suspendierung des Holländers Ruud Kaiser am 17. März die Mannschaft übernommen und führte sie anschließend zum Klassenerhalt. Der FCM holte unter Sandhowe in elf Spielen 17 Punkte.
Zuvor trainierte der Fußball-Lehrer die U-23-Oberligamannschaft des FCM. Seine weiteren Trainerstationen waren unter anderem der SV Babelsberg 03, Eintracht Braunschweig, Carl Zeiss Jena, Rot-Weiss Ahlen und den VfL Bochum II. Der Münsterländer, einst selbst Stürmer u.a. bei FSV Frankfurt und Preußen Münster, war auch beim 1. FC Lok Stendal und Ende der achtziger Jahre als Co-Trainer von Jupp Derwall bei Galatasaray Istanbul tätig.
Eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Tage und Wochen wird es für Sandhowe sein, zusammen mit Ullrich den Kader für die neue Saison zu formieren. Derzeit stehen für die kommende Spielzeit erst acht Spieler beim Regionalligisten unter Vertrag.
Verantwortliche lassen sich Zeit / Club heute zum Abschluss in Goldbeck
Wann gibt FCM den neuen Coach bekannt?
Von Uwe Tiedemann
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg lässt sich bei der Bekanntgabe des neues Trainers für die Saison 2011/12 Zeit. Und sorgt damit durchaus für Verwunderung. Denn obwohl sich der sportliche Leiter Detlef Ullrich längst entschieden, seine Vorstellungen auch am Montagabend dem Präsidium mitgeteilt hat und vieles für Wolfgang Sandhowe als alten und neuen Coach spricht, gibt es nach wie vor kein Statement.
Magdeburg. Auf die Frage, warum die Angelegenheit in Bezug auf den neuen Trainer so lange dauert, wollte Pressesprecher Stephan Lietzow keine Antwort geben, verwies lediglich darauf, dass noch nicht alle Details geklärt seien und ergänzte: „Wir sind ein gebranntes Kind, weil in der Vergangenheit manche Dinge zu früh bekanntgegeben wurden. Diesen Fehler wollen wir künftig nicht mehr machen und erst dann in die Öffentlichkeit gehen, wenn alles unter Dach und Fach ist.“
Ullrich ist mittlerweile nach Cottbus gefahren, weil er bei Energie noch unterVertrag steht und gestern Abend bei einem Benefizspiel von Energie anwesend sein musste. Der 55-Jährige wird aber noch heute in der Elbestadt zurückerwartet, weil jede Menge Arbeit auf ihn wartet und er sich den FCM bei Blau-Gelb Goldbeck (Altmark) anschauen möchte. Anstoß beim Heimatverein von Christof Köhne ist heute um 18.30 Uhr. Bei der Partie handelt es sich zwar offiziell um das Ablösespiel für den 22-Jährigen, doch der Freundschafts-Charakter dürfte ganz klar im Vordergrund stehen, zumal ein Teil der FCM-Kicker erst heute Vormittag von seinem Mallorca-Kurztrip zurückkehrt.
Mit der Partie in Goldbeck beendet der FCM eine Saison, die aufgrund des katastrophalen Saisonverlaufs, des Austausches der kompletten Führungscrew und des Zitterns um den Klassenerhalt bis zum vorletzten Spieltag allen Beteiligten in unangenehmer Erinnerung bleiben dürfte. Besonders in den „Final“-Wochen lagen die Nerven blank. Kapitän Daniel Bauer fasste es so zusammen: „Was hier zuletzt los war, kann sich keiner vorstellen. Kritik muss sein, aber wenn sie nicht mehr sachlich ist, sondern sich in den menschlichen Bereich hineinbewegt, geht das eindeutig zu weit. Wir sind da als Mannschaft noch enger zusammengerückt und haben die richtige Antwort gegeben. Die abschließenden vier Spiele sprachen Bände.“
Dennoch dürfte das Spieljahr Spuren hinterlassen haben. Selbst „Dauerbrenner“ Stephan Neumann, dessen Vertrag ausläuft, wollte (noch) kein klares Bekenntnis für die Saison 2011/12 abgeben: „Ich würde schon gerne bleiben, schaue mich aber auch woanders um. Mal abwarten, was die nächsten Gespräche bringen.“
Derweil haben dieVerantwortlichen auf die Sturmmisere reagiert und den 1,97 m großen USAmerikaner Christopher Wright vom FC Homburg verpflichtet (Volksstimme berichtete). Der 24-Jährige freut sich bereits: „Detlef Ullrich war mein erster Trainer in Deutschland, er hat mich in Cottbus gefördert. Ich freue mich sehr, dass wir in der kommenden Saison wieder zusammenarbeiten können und er mir die Chance gibt, in Deutschland für einen solchen Traditionsverein zu spielen.“
Autor: Uwe Tiedemann und Klaus Renner
Neuer Stürmer aus Homburg
1. FC Magdeburg: Bleibt Sandhowe Cheftrainer?
Magdeburg. Detlef Ullrich, neuer sportlicher Leiter des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, treibt die Personalplanungen für die kommende Saison wie angekündigt zügig voran. Die wichtigste ist dabei die Besetzung des Cheftrainerpostens.Vieles deutet daraufhin, dass „Retter“ Wolfgang Sandhowe auch 2011/12 das Zepter bei den Blau-Weißen schwingt.
„Ich habe mich entschieden, werde meinen Vorschlag jedoch zunächst dem Präsidium unterbreiten“, betonte Ullrich gestern Nachmittag. Die abendliche Sitzung des verantwortlichen Club-Gremiums dauerte bei Redaktionsschluss noch an.
Auf Volksstimme-Nachfrage verwies FCM-Pressesprecher Stefan Lietzow am späten Abend darauf, dass der Verein erst heute mit einer offiziellen Mitteilung über die Präsidiumsentscheidung zur Trainerfrage an die Öffentlichkeit gehen werde.
Ullrich bekräftigte noch einmal, worauf es ihm bei der Trainer-Personalie ankommt: „Wir brauchen keinen vom Typ Mourinho, sondern jemanden, der hierherpasst. Das heißt, er soll ehrliche Arbeit abliefern, für Disziplin sorgen, motivieren können und sich mit dem Verein identifizieren“ Dieses Anforde rungsprofil erfüllt Sandhowe, der den Club zuletzt mit vier Siegen in Folge zum Klassenerhalt geführt hatte, auf alle Fälle ...
Ullrich alle Hände voll zu tun, will sich zunächst ein Bild verschaffen. „Der Ist-Zustand ist wichtig, um eine genaue Analyse erstellen zu können und dann die richtigen Schlüsse zu ziehen“, sagte der 55-Jährige und sprach damit auch das Nachwuchsleistungszentrum an: „Die Philosophie muss so aussehen, junge Spieler aus der Region nach oben zu führen.“
Priorität hat momentan aber natürlich die erste Mannschaft. Und da gibt es die ersten Neuzu gänge. Vom Regionalliga-Absteiger FC Homburg kommt Stürmer Christopher Wright (24), von Energie Cottbus II der sowohl auf der rechten als auch linken Seite einsetzbare Abwehrspieler Fernando Lenk (21).
Und es gibt wohl auch schon zwei Abgänge – Marko Verkic und Shergo Biran. Beide tauchten beim Internet-Portal „transfermarkt“ gestern bereits als Wechsel auf. Ullrich dazu: „Soweit sind wir noch nicht. Tatsache ist aber natürlich auch, dass die beiden nicht die Leistungen gezeigt haben, die von ihnen erwartet wurden.“ Es deutet also alles auf eine schnelle Trennung hin.
Autor: Uwe Tiedemann
„Abstiegskampf war schwere Belastung“
Interview mit FCM-Präsident Fechner
Nach dem letzten Heimspiel gegen Holstein Kiel sprach Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann mit FCM-Präsident Peter Fechner (56).
Volksstimme: Zum Abschluss vier Siege hintereinander und in der Endabrechnung sogar noch Tabellen-Zwölfter. Man ist fast geneigt zu sagen: Ende gut, alles gut ...
Peter Fechner: Das würde passen, aber so einfach ist es natürlich nicht. Letztlich war es ein hartes Stück Arbeit und der monatelange Abstiegskampf eine schwere Belastung.
Volksstimme: Sie hatten vor kurzem angedeutet, dass der Verein zum Saisonende keinen radikalen Umbruch vollziehen will. Ist es aber angesichts dieser letztlich so enttäuschend verlaufenen Saison nicht sinnvoll, sich von möglichst vielen Spielern zu trennen?
Fechner: Das sehe ich nicht so. Gerade wenn man die letzten Spiele betrachtet, so war doch ein gewisses Leistungsprofil erkennbar, so dass wir am Kern festhalten können.
Volksstimme: Dennoch ist diese Mannschaft weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Welche entscheidenden Fehler wurden gemacht?
Fechner: Ich bitte um Verständnis, wenn ich nicht mehr von der Vergangenheit reden möchte. Präsidium und Auf sichtsrat haben erkannt, wo der Club Schwächen hat, nämlich bei der sportlichen Kompetenz. Daraufhin wurde Detlef Ullrich als sportlicher Leiter eingestellt, weil es ein erfahrener Mann sein sollte, der bereits Aufbauarbeit geleistet hat und etwas von Strukturen versteht.
Volksstimme: Die spannendste Frage lautet jetzt natürlich, wer neuer Trainer wird. Es fielen u.a. Namen wie Damian Halata, Andre Breitenreiter und Andreas Zachhuber. Oder darf Wolfgang Sandhowe weitermachen?
Fechner: Das ist allein Sache des sportlichen Leiters, der diesbezüglich sicher eine schnelle Entscheidung treffen wird. Das Präsidium wird sich aus diesem Bereich komplett heraushalten. Es war ja auch Sinn der Sache, dass wir dafür einen hauptamtlichen Sportchef einstellen. Trotzdem noch ein Wort zu Sandhowe: Er ist ein ehrlicher Typ, und wir sind ihm dankbar, dass er den Klassenerhalt gesichert hat. Das ist jedoch nicht als Empfehlung von meiner Seite aus zu verstehen.
Volksstimme: Was ist denn, ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, vom FCM 2011/12 zu erwarten?
Fechner: Ich bin überzeugt davon, dass wir eine starke Mannschaft haben und dabei stets im Auge behalten werden, um die Spitze mitzuspielen.
Autor: Uwe Tiedemann
FCM am Ende noch Zwölfter – Sandhowe kostet 2:0-Sieg aus
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg sorgt gegen Holstein Kiel für versöhnlichen Abschluss
Der 2:0-Heimsieg zum Ausklang gegen Holstein Kiel sorgte beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg in der Chaos-Saison 2010/11 doch noch für ein versöhnliches Ende. Durch den vierten Dreier in Folge kletterten die Elbestädter in der Abschlusstabelle sogar noch auf den 12. Rang.
Magdeburg. Nachdem der Klassenerhalt schon vorher zu 99,9 Prozent festgestanden hatte, beseitigten die Blau-Weißen mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung am Sonnabend die allerletzten Zweifel und bezwangen ein schwaches Gästeteam aus Kiel, das vorm Landespokalfinale gegen den VfB Lübeck scheinbar von Verletzungen verschont bleiben wollte, verdient mit 2:0.Trainer Wolfgang Sandhowe sprach nach den Toren von Tobias Friebertshäuser (56.) nach der sechsten Ecke des agilen Tobias Scharlau und Tobias Beckers Foulelfmeter (74.) von der besten Leistung in einem Heimspiel unter seiner Leitung („Die Mannschaft hat sich als echte Einheit präsentiert“).
In der Tat dominierte der Club in einer mäßigen Partie über weite Strecken und ließ quasi nur eine einzige Chance der viel zu passiven Norddeutschen zu, die Tischer (machte in den letzten beiden Minuten Platz für Ersatzkeeper Franco Flückiger, der so zu seinem ersten Regionalligaeinsatz kam) gegen Lindner vereitelte (71.).
Sandhowe kostete dann den Sieg auch so richtig aus. Er räumte ganz offen ein, dass er die letzten vier Spiele auch als eine Art Bewerbungsschreiben auf den Cheftrainerposten der kommenden Saison betrachte („Ich würde mich freuen“), er trug in Anlehnung an seine Zusage, unter ihm steige der FCM nicht ab, ein T-Shirt mit den Aufdrucken „Ich habe meinVersprechen eingehalten“ bzw. „Der Papa hat es gemacht astrein“, und er genoss nicht zuletzt die Sympathiebekundungen der Spieler, die ebenfalls T-Shirts („Der Papa macht dat schon“) übergestreift hatten. Typisch die Szene nach dem Führungstreffer durch den Kopfball von Friebertshäuser, der demonstrativ auf den 57-Jährigen zugelaufen war und das hinterher so begründete: „Es war ein Dankeschön an den Trainer, der mich wieder aufgebaut hat und auch eine Geste, dass ich gerne weiter mit ihm zusammenarbeiten möchte.“
Etwas zurückhaltender äußerte sich diesbezüglich Kosta Rodrigues: „Wir sind nicht die Personen, die das zu entscheiden haben, wollten aber zum Abschluss noch einmal richtig Gas geben und zu Null spielen. Das ist uns gelungen.“ Und Stephan Neumann meinte: „Wir sind als Truppe gereift und haben, als es darauf ankam, im richtigen Moment die Arschbacken zusammengekniffen.“
FCM: Tischer (88. Flückiger) - Köhne, Halke, Friebertshäuser, Neumann, Scharlau (86. Brendel), Bauer, Becker, Rodrigues, Wolf, Georgi (75. Wijks)
Kiel: Frech - Müller, Steil, Jürgensen, Poggenberg, Schüßler (46. Meyer), Chahed (59. Jakubowski), Fischer, Lindner, Sykora (76. Wulff), Heider
Schiedsrichter: Schößling (Leipzig). Zuschauer: 4688. Tore: 1:0 Friebertshäuser (56.), 2:0 Becker (74./Foulelfmeter). Gelb: Becker, Friebertshäuser / Sykora, Poggenberg, Meyer
Autor: Uwe Tiedemann
Kann FCM schwache Heimbilanz aufbessern?
Fußball-Regionalligist zum Saisonabschluss gegen Holstein Kiel / Sonntag Kleinfeldturnier
Magdeburg. Magere 16• Punkte in den bisherigen 16• Auftritten in der MDCCArena – Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat seine Anhänger in der Seuchen-Saison 2010/11 alles andere als verwöhnt und mit dieser schwachen Ausbeute einen weiteren Negativrekord aufgestellt, denn es steht die schlechteste Heimbilanz seit 1949/50 zu Buche! Gelingt heute (13.30 Uhr) gegen Holstein Kiel wenigstens ein versöhnlicher Abschluss?
Besondere Aktionen von Vereinsseite zum Ausklang sind – wen wundert‘s – nicht geplant. „Das wäre auch das falsche Signal, denn es gibt nun wirklich nichts zu feiern. Der Klassenerhalt ist ja in dem Sinne kein Erfolg“, sagte Pressesprecher Stephan Lietzow, der ergänzte, dass es auch noch keine Verabschiedung von Spielern geben werde.
Nur viermal verließen die Elbestädter im laufenden Spieljahr den Platz als Sieger – gegen den FC Oberneuland (1:0), ZFC Meuselwitz (2:0), RB Leipzig (2:1) und zuletzt Eintracht Braunschweig II (3:2).
Um heute den fünften Dreier einzufahren, müsste schon eine Topleistung her. Schließlich hat Kiel nach Chemnitz die meisten Treffer (65) erzielt, aus dem Hinspiel (0:1) noch eine Rechnung offen und schließlich den Saison-Höhepunkt, das schleswig-holsteinische Landespokalfinale gegen den VfB Lübeck (3. Juni, Lübecker Lohmühle) unmittelbar vor Augen, so dass die heutige Partie als so etwas wie die Generalprobe gilt.
Trainer Wolfgang Sandhowe ahnt in etwa, was auf seine Schützlinge heute zukommen könnte: „Die werden uns garantiert nichts schenken. Ich habe Holstein beim 5:2 in Braunschweig beobachtet. Da haben sie den Gegner förmlich aufgefressen ...“
So ganz heimlich, still und leise verabschiedet sich der Club aber dann doch nicht in die Sommerpause. Die FCMMarketingabteilung bedankt sich am Sonntag mit einem Kleinfeld-Turnier für die Unterstützung der Fans und Wirtschaftspartner in der zurückliegenden Spielzeit. 20•Mannschaften ermitteln zwischen 10 und 16 Uhr in der MDCC-Arena den Gewinner. Ergänzt werden die Teams mit jeweils einem Regionalligaspieler oder Mannschaftsverantwortlichen per Losentscheid.
Autor: Uwe Tiedemann
Sandhowe erstmals nicht unter Druck
FCM morgen gegen Holstein Kiel
Magdeburg. Vom ersten Tag an (17. März), als Wolfgang Sandhowe das Zepter für den erfolglosen Ruud Kaiser beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg übernahm, stand er unter Druck. Morgen ist das anders. Das letzte Heimspiel der Chaos-Saison 2010/11 gegen Holstein Kiel (13.30 Uhr) kann der 57-Jährige angesichts eines komfortablen Drei-Punkte- und Neun-Tore-Vorsprungs gegenüber dem ersten Abstiegsplatz (TSV Havelse) erstmals ganz entspannt genießen.
So gesehen ist denn der Wunsch Sandhowes auch nur allzu verständlich: „Wir wollen versuchen, offensiv nach vorne zu spielen und uns mit einer ordentlichen Leistung von unseren treuen Fans verabschieden. Nach drei Siegen in Folge gehen wir auf alle Fälle mit breiter Brust in diese Partie.“
Nachdem der Klassenerhalt zu 99,9 Prozent feststeht, ist das Arbeiten zwar wesentlich entspannter, allerdings legt der Fußball-Lehrer Wert auf die Feststellung, dass ihm die Arbeit auch während der kritischen Phase stets Spaß gemacht habe. Er spricht diesbezüglich von einer Symbiose, die sich entwickelt hat, von einem gegenseitigen Geben und Nehmen, von Moral und Harmonie.
Aber reicht das, um auch im nächsten Spieljahr Cheftrainer des FCM zu bleiben? Diese Frage soll erst nach dem morgigen Kick gegen Kiel beantwortet werden. Sandhowe ist bereit, traut sich die Aufgabe allemal zu und sagt selbstbewusst: „Ich würde dem Verein gerne beweisen, was ich kann.“ Der neue Sportdirektor Detlef Ullrich hat zwar schon ein konstruktives Gespräch mit Sandhowe geführt, hält sich ansonsten aber (noch) bedeckt. Sollte der gebürtige Münsteraner auf der Kommandobrücke bleiben, so will er vor allem im Angriff den Hebel ansetzen: „Hier müssen wir handeln. Daran führt kein Weg vorbei.“ Doch derzeit, das weiß auch Sandhowe, „ist das alles Schnee von morgen“.
Nun gilt es zunächst einmal, die letzte Hürde gegen Holstein Kiel zu nehmen, bei der Instenberg (Innenbanddehnung) und Biran (Oberschenkelverhärtung) fehlen werden. Letzterer wird sich also mit null (!) Toren vom FCM verabschieden und somit einreihen in die lange Liste von Spielern, die woanders ihre Fähigkeiten durchaus unter Beweis gestellt, aber eben beim FCM so gut wie nichts bewegt haben.
Autor: Uwe Tiedemann
Wie stellt sich der FCM für 2011/12 auf?
Sechs Spieler mit gültigen Verträgen
Mit dem Heimspiel gegen Holstein Kiel (Sonnabend, 13.30 Uhr) geht für den Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg eine echte Chaos-Saison zu Ende. Die drängenden Fragen lauten nun: Hat der Club aus den Fehlern derVergangenheit gelernt? Und wie wird der Kader für 2011/12 aussehen?
Magdeburg. Wie Sportchef Detlef Ullrich ankündigte, soll es einen Neuaufbau, aber keinen radikalen Umbruch geben. Der 55-Jährige hatte am vergangenen Montag nach seiner Vorstellung als Sportdirektor erste Sondierungsgespräche mit den wichtigsten Spielern geführt.
Wie FCM-Pressesprecher Stephan Lietzow gestern mitteilte, besitzen momentan sechs Akteure einen gültigen Vertrag für die kommende Saison: „Aus der jetzigen Regionalligamannschaft sind dies Kosta Rodrigues, Marvin Wijks, Daniel Bauer, Daniel Halke und Denis Wolf. Hinzu kommt aus der A-Jugend Fabian Falkenberg. Darüber hinaus sind wir uns mit Phillip Blume und Nils Butzen einig, zwei weitere Stammspieler aus dem Junioren-Bundesligateam, von denen nur noch die Unterschrift fehlt.“
Bei allen anderen laufen die Kontrakte aus bzw. haben die Spieler nicht die Einsatzzeiten erreicht, damit sich der Kontrakt automatisch verlängert. Und selbst bei den genannten fünf Spielern ist nicht hundertprozentig sicher, dass sie 2011/12 tatsächlich auch das FCM-Trikots tragen. Beispiele dafür, dass sich der Verein trotz bestehender Verträge von Angestellten getrennt hat, gab es zuletzt genug (Vujanovic, Rosin, Braham). Handlungsbedarf für 2011/12 besteht vor allem im Sturm, der sich mit Ausnahme des bislang neunfachen Torschützen Wolf als laues Lüftchen entpuppt hat. Die Tage von Shergo Biran – noch immer ohne Treffer – und Marko Verkic, der vor seinem Gastspiel beim FCM unter Ullrich in Cott bus trainiert und diesen schon damals nicht überzeugt hat, dürften dagegen gezählt sein. Vielleicht kehrt ja Lars Fuchs zurück, der schon öffentlich sein Interesse bekundet hat und bereit ist, seine Zelte in Hannover abzubrechen (Volksstimme berichtete). Vorm Kiel-Spiel wird es laut Lietzow aber definitiv keine Vollzugsmeldungen geben.
Autor: Uwe Tiedemann
Kehrt Fuchs zurück? „Muss alles zusammenpassen“
Er flirtet ganz offen mit dem FCM: Lars Fuchs, der dem Regionalligisten in der vergangenen Saison viel Freude bereitet (16 Tore, 12Vorlagen), ihn dann aber Richtung Hannover 96 II verlassen hatte, kann sich eine Rückkehr zu den Elbestädtern durchaus vorstellen.
Magdeburg. „Magdeburg ist eine Fußballstadt. Da macht es einfach mehr Spaß als bei einer Amateurmannschaft. Es müssen allerdings viele Faktoren zusammenpassen und Perspektiven da sein“, betont der 28-Jährige, der am vergangenen Sonnabend beim direkten Aufeinandertreffen beider Teams wegen einer Bauchmuskelansatzreizung nicht für die Niedersachsen auflaufen konnte.
Fuchs stellt klar, dass er nicht zwangsläufig weg will, sich sogar wohlfühlt in Hannover und auch noch einen Vertrag bis 2013 besitzt. „Aber wenn das richtige Angebot kommt, wird mir der Verein sicherlich keine Steine in den Weg legen“, glaubt Fuchs, der in der laufenden Saison bislang zwölfmal getroffen und damit einmal mehr seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt hat.
Der gebürtige Bad Harzburger, der in Braunschweig wohnt und dessen Familie dort auch bleiben will, hat die Entwicklung des FCM in jüngster Vergangenheit genau verfolgt und will verständlicherweise wissen, wie es konkret weitergeht.Vor allem will er sich kein Chaos-Spieljahr antun, wie es der Club 2010/11 erlebt und wie es der sympathische Fußballer im Vorfeld prophezeit hatte: „Ich habe schon damals gesagt, dass dem 1. FC Magdeburg eine schwierige Saison bevorsteht.“
Fuchs erwartet jetzt, dass der FCM auf ihn zukommt: „Wenn sie ein echtes Interesse haben, dann müssen sie mir ein Angebot machen und mit Hannover 96 sprechen.“ Gleichwohl zeigt sich der Spieler – wen wundert‘s – offen für andere Offerten, wobei er sich durchaus auch die zweite Liga zutraut. Was die „beletage“ des deutschen Fußballs anbetrifft, ist er jedoch realistisch: „Ich bin nicht zu Hannover 96 gewechselt, weil ich mir insgeheim Chancen in der ersten Mannschaft ausgerechnet habe. Das war nie mein Ziel, weil ich über dieses Niveau nicht verfüge“, räumt der Angreifer, der nach eigener Aussage nur bei zwei Freundschaftsspielen der Bundesligamannschaft dabei war, offen ein. Er sah sich eher aufgefordert, eine Führungsrolle für die jungen Spieler in der U23 zu übernehmen.
Ein weiterer Grund, warum er ausgerechnet mit den Magdeburgern liebäugelt, ist der gute Draht zu Club-Kapitän Daniel Bauer und Stürmer Denis Wolf. Letzt lich aber entscheiden die sportlichen Kriterien. Und wenn sich der stets lauf- und einsatzfreudige Angreifer für einenVerein entschieden hat, dann will er auch etwas bewegen – vielleicht ja demnächst wieder in der MDCCArena.
Lars Fuchs weiß zwar, dass es abgedroschen klingt, spricht es aber dennoch aus. Für ihn ist der 1. FC Magdeburg ein „schlafender Riese, der das Zeug hat, höherklassig zu spielen.“
Volksstimme vom 24.05.2011
Autor: Rudi Bartlitz
Ullrich will „schlafenden Riesen FCM“ wecken
Neuer Sportlicher Leiter beim Fußball-Regionalligisten
Der 1. FC Magdeburg hat gestern eine erhebliche Lücke in seiner sportlichen Struktur geschlossen: Erstmals seit über einem Jahrzehnt verpflichtete der Fußball-Regionalligist mit Detlef Ullrich wieder einen hauptamtlichen Sportlichen Leiter. Der 55-Jährige, der bis Juni noch Energie Cottbus II trainiert, unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag.
Magdeburg. „Leidenschaft und ehrliche Arbeit“ – so überschrieb Ullrich gestern vor Journalisten seine Philosophie vom Fußball. Ergänzt müsse das alles werden durch „den Mut, attraktiven Fußball zu spielen“, einen Fußball, „der die Menschen hier mitnimmt. Wir wollen für Euphorie sorgen“.
Für ihn, so Ullrich, sei es eine „große Ehre“, künftig für den ostdeutschen Traditionsklub arbeiten zu dürfen („Ich wäre auch gekommen, wenn man tatsächlich in die fünften Liga gemusst hätte“). Der FCM sei für ihn heute „ein schlafender Riese, man muss ihn nur wecken“.
Mit einem Blick zurück meinte Ullrich: Man könne entweder in Tradition erstarren oder sie dazu nutzen, zu neuen Ufern aufzubrechen. Und er fügte hinzu: „Ich trete hier an, um zu arbeiten, immer wieder zu arbeiten.“
Auch wenn er noch bis Ende Juni beim FC Energie – der ihm laut „Lausitzer Rundschau“ für die neue Saison nur einen Vertrag als Trainer des U-17-Teams angeboten hatte – gebunden sei, werde er parallel dazu seine Tätigkeit für den FCM aufnehmen. Eine Wohnung in Magdeburg hat sich der verheiratete Vater zweier Kinder schon angeschaut.
Ullrich, den Präsident Peter Fechner als den „Wunschkandidaten von Aufsichtsrat und Präsidium“ bezeichnete, wird als Sportlicher Leiter künftig für die 1. Mannschaft, den Nachwuchs und den Spielbetrieb zuständig sein.
Der neue Sportdirektor nannte es ein „realistisches Ziel“, in der vierten Liga künftig vorn mitspielen zu wollen. Jetzt bereits den Aufstieg anzupeilen, sei jedoch nur sinnvoll, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben seien („Die Möglichkeiten sind jedenfalls da“).
Eine Voraussetzung dafür sei es, zunächst einen Trainer für die neue Saison zu finden. „Ordnung, Disziplin und Ehrlichkeit – das muss er verkörpern“, sagte Ullrich. Der bisherige Coach Wolfgang Sandhowe sei dabei erster Ansprechpartner: „Natürlich hat er eine Chance.“ Laut Fechner hat der Sportdirektor das alleinige Sagen bei der Wahl des Trainers.
Ullrich kündigte ferner an, entsprechend der finanziellen Möglichkeiten des Vereins den Kader sukzessive zu verändern: „Neuaufbau ja, aber keinen totalen Umbruch.“ Ihm seien in den letzten Tagen zahlreiche Spieler angeboten worden, „aber da muss man sehen, was möglich ist“. Er wolle allerdings möglichst auf junge Talente aus der Region setzen.
Volksstimme vom 23.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Große Erleichterung nach (fast) sicherem Klassenerhalt
FCM gewinnt 3:0 in Hannover / Kurioses Eigentor ebnet Weg / Sandhowe fühlt sich bestätigt
Mit dem unerwartet klaren 3:0 (2:0) am Sonnabend bei Hannover 96 II, dem dritten Sieg in Folge, ist Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg der Klassenerhalt zu 99,9 Prozent sicher.Vorm letzten Spieltag haben die Elbestädter (noch daheim gegen Kiel) drei Punkte mehr und das um neun Treffer bessere Torverhältnis als Abstiegskonkurrent TSV Havelse (bei RB Leipzig) auf dem Konto.
Hannover. Nach dem Schlusspfiff im weiten Rund der AWD-Arena war den Elbestädtern nach einer insgesamt völlig verkorksten Saison ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen, lagen sich die Spieler freudestrahlend in den Armen und wurden von den 1200 mitgereisten Fans auf der Tribüne stürmisch gefeiert. „Solche Emotionen gibt es nur beim Fußball“, fasste ein überglücklicher Keeper Tischer die Geschehnisse treffend zusammen. „Die Erleichterung ist enorm. Lieber spätes Glück als gar keins“, sagte Vize-Kapitän Neumann, der bis auf den Slip den „Rest“ an die Anhänger verschenkt hatte. Und Köhne bekannte: „Ich dachte die ganze Zeit: Wenn wir uns bis zur 80. Minute keinen mehr einfangen, dann müsste es eigentlich reichen.“
Trainer Sandhowe hatte noch im Spielertunnel einen regelrechten Urschrei („Jaaaa, ist das geil!“) losgelassen und meinte: „Was hab ich immer gesagt? Der Papa macht dat schon.“ Und weiter: „Ich habe versprochen, dass wir nicht absteigen, und ich bin es gewohnt, meine Versprechen einzuhalten. Jetzt gönne ich mir erst einmal einen Whisky.“
Daran, dass es zu diesem deutlichen Auswärtssieg überhaupt kam, hatten die Niedersachsen einen erheblichen Anteil. Keine 60 Sekunden waren gespielt, da hieß es bereits 0:1. Der 96er Hofmann hatte völlig unbedrängt den Ball über seinen aus dem Kasten geeilten Keeper Maluck ins eigene Tor geköpft. Im weiteren Verlauf zeigten die Platzherren zwar die größeren Spielanteile, waren auch zumeist feldüberlegen, bissen sich an der aufmerksamen Defensivabteilung des tief stehenden FCM jedoch die Zähne aus.
Und es sollte für die Gäste noch besser kommen. Sandhowe, für seine Auswechslungen in jüngster Vergangenheit häufig kritisiert, lag diesmal genau richtig, als er nach nur 36 Minuten Georgi für den glücklosen Biran brachte. Und Georgi war es, der nach Flanke von Wolf per Kopf das 0:2 markierte (40.).
Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild. Hannover drängte, fiel dabei aber nur wenig ein, der Club konterte, ließ jedoch so manche gute Gelegenheit ungenutzt. Bis auf die 83. Minute: Nachdem kurz zuvor Burmeister mit einem Freistoß nur den Pfosten getroffen hatte, machte nach einem schnellen Konter Wolf, der zuvor noch Merkens versetzte, mit einem trockenen Schuss alles klar (83.). Tischer hob aber noch im Moment des Triumphes warnend den Zeigefinger: „Man kann nur hoffen, dass alle Beteiligten aus einer Saison mit Angst und Schrecken gelernt haben.“
Hannover: Maluck - Karow, Wendel, Hofmann, Burmeister, Ioannou (68. Ferati), Ernst, Merkens, Büchler (54. Gökdemir), Beil (68. Dursun), Evseev
FCM: Tischer - Köhne, Halke, Friebertshäuser, Neumann, Scharlau, Bauer, Rodrigues (89. Saalbach), Becker, Wolf (85. Instenberg), Biran (36. Georgi)
Schiedsrichter: Fischer (Hemer). Zuschauer: 1715. Tore: 0:1 Hofmann (1./ Eigentor), 0:2 Georgi (40.), 0:3 Wolf (83.). Gelb: Wendel, Burmeister / –
Volksstimme vom 23.05.2011
Autor: Hans-Joachim Malli
Und jetzt haben sich wieder alle lieb ...
„Magdeburger Jungs“ schließen Frieden mit Regionalliga-Kickern des FCM
Magdeburg. Am Ende haben sich wieder alle lieb. Spätestens seit dem rettenden 3:0 am Sonnabend bei Hannover 96 II ist der Zorn bei den „Magdeburger Jungs“ – einer Gruppe langjähriger FCM-Anhänger, zum Teil aus der Magdeburger Türsteherszene, die sich die Spieler nach dem desaströsen Havelse-Spiel „vorknöpfen wollten“ (Volksstimme berichtete) – verflogen.
Deren Sprecher „Ali“ (40), seit über 25 Jahren FCM-Fan, suchte bereits am Freitag am Rande des Verbandsligaspiels MSV Preussen gegen den 1. FC Lok Stendal im Germerstadion das Gespräch mit Trainer Wolfgang Sandhowe, um sich zu entschuldigen. „Natürlich hätten wir den Jungs nie etwas angetan, wären nicht handgreiflich geworden“, so Ali, der aber den nicht verwirklichten Plan der „Magdeburger Jungs“ er läuterte: „Wir wollten die Mannschaft bei der Videoauswertung besuchen, hätten Trainer, Co-Trainer und Zeugwart Heiko Horner rausgebeten, die Tür von innen zugeschlossen und den Schlüssel aus dem Fenster geworfen. Dann hätten wir mit den Spielern diskutiert ...“
Ali macht deutlich, dass ihm und seinen Kumpels der FCM sehr am Herzen liegt, sie die Truppe durch die spektakuläre Aktion wachrütteln wollten. Offensichtlich bewirkte wohl schon die Androhung des „Gesprächs“ etwas, denn seitdem gewann der Club dreimal in Folge, rettete sich vorzeitig vor dem Abstieg.
„Ali“ nach dem Erfolg in Hannover: „Ob es an unserer Ankündigung der Aktion lag, weiß ich nicht. Jedenfalls haben sich die Jungs danach den Arsch aufgerissen und gekämpft. Nach dem 3:0 in Hannover haben sich schon mehrere Spieler bei mir per SMS für das Wachrütteln bedankt.“
Zeugwart Horner, mit „Ali“ früher im FCM-Fanclub Ankerfront aktiv, habe am Sonnabend nach dem Spiel sogar angerufen und gefragt, ob man den 3:0-Erfolg nicht gemeinsam in Magdeburg feiern könne. Das taten sie denn auch mit „Alis“ Hilfe im Magdeburger Szeneclub „First“.
Volksstimme vom 21.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Beschämende Bilanz gegen Reserveteams
FCM heute bei 96 II / Montag neuer Sportchef da
Magdeburg. Die Bilanz ist beängstigend und beschämend zugleich: In seinen Auswärtsspielen gegen die zweiten Mannschaften der Fußball-Regionalliga hat der 1. FC Magdeburg in der laufenden Saison noch kein einziges (!) Tor erzielt und beim 0:0 in Wolfsburg auch erst einen Punkt ergattert. Platzt nun ausgerechnet heute (13.30 Uhr, AWD-Arena) beim letzten Versuch in Hannover der Knoten? Ein Sieg wäre so wichtig, hätte er doch zu 99,9 Prozent den Klassenerhalt zur Folge.
In Hamburg, Berlin und Cottbus verlor der Club jeweils 0:2, in Braunschweig seinerzeit 0:1. Und auch daheim lief gegen die Bundesliga-Reserveteams wenig zusammen, steht doch bei zwei Remis und drei Niederlagen nur ein Sieg zu Buche – das knappe und erst in der Schlussphase sichergestellte 3:2 am vergangenen Sonntag gegen die Braunschweiger Eintracht.
Dabei sahen die Blau-Weißen in den Duellen mit den U-23-Teams längst nicht immer schlecht aus, konnten aber nie ihre Ladehemmung im Sturm ablegen. Und heute? Trainer Wolfgang Sandhowe zeigt gro-ßen Respekt vor den Hannoveranern, spricht "von einer spielstarken Mannschaft, die an einem guten Tag jeden schlagen kann".
Für kommenden Montag hat der FCM im Übrigen zu einer Pressekonferenz eingeladen. Anlass ist die Präsentation des neuen Sportdirektors. Und auch wenn Pressesprecher Stephan Lietzow gestern den Namen noch immer nicht nennen wollte, sondern lediglich bestätigte, dass "die Personalie geklärt" sei und man "sich im Laufe dieser Woche geeinigt" habe, so gibt es mittlerweile keinen Zweifel mehr daran, dass Detlef Ullrich von Energie Cottbus künftig die Geschicke des FCM leiten wird.
Volksstimme vom 20.05.2011
Autor: Klaus Renner
FCM-Comeback derzeit kein Thema
Der FC Sachsen Leipzig hat nach 2009 zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet. Damit endet für FCM-Torwartlegende Dirk Heyne am 30. Juni eine weitere Etappe seiner Trainerkarriere. Der 53-jährige Fußball-Lehrer, der neun A-Länderspiele und 323 Partien in der DDR-Oberliga absolvierte, trainierte von 2003 bis 2007 die Elbestädter und betreute seit 2008 die Sachsen. Mit dem „Langen“, der beim FCM zudem in 34 Europapokalspielen das Tor hütete, sprachVolksstimme-Sportredakteur Klaus Renner.
Volksstimme: Zum zweiten Mal nach 2009 hat es den FC Sachsen erwischt. DerVerein ist erneut insolvent – mit welchen Konsequenzen?
Dirk Heyne: Ja, der Insolvenzverwalter hat die Reißleine gezogen. Er könne nicht erkennen, dass derVerein in der Lage sein wird, die kommende Saison finanziell zu stemmen. Erste Gespräche über die Zukunft des Vereins sind bereits gelaufen, weitere werden folgen. Es sieht aber zurzeit so aus, als würde RasenBallsport Leipzig das Spielrecht für unsere Oberligamannschaft übernehmen. Unsere „Zweite“ wie auch der gesamte Nachwuchsbereich wird sich allerVoraussicht nach der Ball-SG Chemie Leipzig anschließen.
Volksstimme: Dann werden Sie also künftig die zweite Mannschaft von RB trainieren?
Heyne: Nein, dieser scheinbar fließende Übergang zu RB ist kein Thema für mich.
Volksstimme: Weshalb? Sieht man Sie womöglich bald auf einer Trainerbank Ihres Heimatvereins FCM wieder?
Heyne: Es gab da vor zwei, drei Monaten das eine oder andere Gespräch. Inzwischen hat sich dieses Thema allerdings erledigt. Auch mit meinem derzeitigen Vereines bin ich immer noch in Verhandlungen. Für mich steht aber inzwischen fest, dass ich auch in Zukunft im Trainergeschäft bleiben möchte, jedoch nicht in Leipzig.
Volksstimme vom 19.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
„Wollen in Hannover alles klarmachen“
1. FC Magdeburg / Neumann wieder fit
Magdeburg. Er ist wieder fit: Im kräfte- und nervenzehrenden Abstiegskampf kann Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg zwei Spieltage vor Schluss wieder auf Vize-Kapitän Stephan Neumann zurückgreifen.
Der 30-Jährige hatte sich beim blamablen 1:2 gegen Havelse eine schmerzhafte Innenbanddehnung zugezogen und nur geringe Hoffnungen, in der laufenden Saison noch einmal auflaufen zu können. Doch bereits seit Samstag trainiert „Mr. Zuverlässig“ wieder voll mit.
„Ich fühle mich gut, habe keinerlei Beschwerden mehr und möchte in Hannover (Sonnabend, 13.30 Uhr, AWD-Arena/d. Red.) natürlich gerne spielen“, sagte Neumann, fügte aber sogleich hinzu: „Die Jungs haben zuletzt beim 3:2 gegen Braunschweig II eine Super-Moral gezeigt. Und nicht umsonst heißt es: ,Never change a winning team‘. Insofern hätte ich durchaus Verständnis, wenn ich nicht von Anfang an dabei wäre.“
Diese Partie war bekanntlich nichts für schwache Nerven, lag doch der FCM eineViertelstunde vor Schluss noch 1:2 zurück. Auch Neumann litt gewaltig mit und atmete später wie alle anderen tief durch: „Zwischenzeitlich musste man ja das Schlimmste befürchten. Aber am Ende zählt das Ergebnis und der zweite Sieg in Folge, was uns in der Rückrunde überhaupt noch nicht gelungen ist. Natürlich war auch das nötige Quäntchen Glück dabei. Aber Glück muss man sich erarbeiten, und genau das hat die Mannschaft getan.“
Mit dem gestiegenen Selbstvertrauen glaubt der FCM-„Dauerbrenner“ nun auch an eine reelle Chance in der niedersächsischen Hauptstadt: „Wir wollen alles daransetzen, auch in Hannover zu gewinnen. Dann wären wir aller Abstiegssorgen ledig, denn unser Torverhältnis ist klar besser als das des TSV Havelse.“
Konkret hat der Club zwei Runden vor Ultimo drei Punkte mehr und ein Plus von zehn Treffern auf seinem Konto. Ein weiterer Dreier wäre also zu 99 Prozent die Rettung, zumal Neumann glaubt: „Havelse spielt gegen Oberneuland und hat da noch lange nicht gewonnen.“
Es könnte andererseits aber auch so kommen, wie es der Linksfuß schon vor Wochen prophezeit hatte: „Die endgültige Entscheidung fällt erst am letzten Spieltag.“ Da trifft der FCM auf Holstein Kiel, während Havelse bei RB Leipzig gastiert.
Nur am Rande hat Neumann im Übrigen das Landespokalfinale in Dessau (der HFC schlug am Dienstag GW Piesteritz 2:0/d. Red.) verfolgt: „Ich hatte dieses Spiel ehrlich gesagt schon verdrängt. So kamen natürlich nochmals Erinnerungen hoch. Wir waren damals dicht dran und hätten gerne selber im Endspiel gestanden. Nun soll wenigstens der Klassenerhalt her.“
Volksstimme vom 18.05.2011
Autor: Klaus Renner & Uwe Tiedemann
Alles klar mit neuem Sportchef
FCM will noch diese Woche Nägel mit Köpfen machen / Ullrich trifft sich heute mit Cottbus-Präsident Lepsch
Regionalligist 1. FC Magdeburg ist bei der Suche nach einem sportlichen Leiter auf der Zielgeraden. Ende der Woche werden sich Aufsichtsrat und Präsidium letztmalig mit der Personalie befassen, ehe der „Neue“ seine Unschrift unter den Vertrag setzt.Voraussichtlich am kommenden Montag soll der derzeitige U-23-Trainer von Energie Cottbus, Detlef Ullrich, offiziell beim FCM vorgestellt werden.
Magdeburg. Unterschreibt Detlef Ullrich schon am Freitag beim FCM? Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Trainer, der die Cottbuser Energie-Reserve vergangene Saison in die Regionalliga geführt hatte, einzig verbliebener Kandidat für die neue hauptamtliche Funktion an der Elbe ist.
Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, soll es am Freitag zu einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Präsidium des FCM kommen. Einziger Tagesordnungspunkt: Unterzeichnung des Arbeitsvertrages zwischen dem Magdeburger Traditionsverein und Ullrich.
Ullrich selbst war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.
Anders der Präsident des FC Energie, Ulrich Lepsch. „Wenn Detlef Ullrich einen Vertrag als sportlicher Leiter in Magdeburg bekommt, legen wir ihm keine Steine in den Weg“, sagte der Cottbus-Chef gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Auch der noch bis Juni 2012 laufende Vertrag des 55-jährigen Trainers stelle dann kein Hindernis dar. Lepsch: „Sollte der FCM ernsthaftes Interesse an Detlef Ullrich haben, werden wir ihn dabei unterstützen.“
Am heutigen Mittwoch hat Ullrich einen Termin beim Energie-Chef …
Die Brisanz des bevorstehenden Wechsels erscheint aus Sicht des FCM einigermaßen nachvollziehbar. Wie ein Insider versicherte, waren die anfänglichen Gespräche mit den ersten Kandidaten Pablo Thiam und Jens Rehhagel – beide Nachwuchs-Koordinatoren beim VfL Wolfsburg bzw. Hannover 96 – recht schnell im Sande verlaufen. Beide Bundesligavereine hatten, nachdem das Ansinnen der Magdeburger publik geworden war, ihre Konditionen für die Betreffenden verbessert …
Vielleicht kommt dem FCM bei der Sportchef-Personalie auch ein wenig der Zufall zu Hilfe. Denn der aufgrund seiner pädagogischen Erfahrung und Fachkenntnisse in der Lausitz durchaus geschätzte Fußball-Lehrer sollte in der neuen Saison die U-17-Junioren betreuen, was dieser jedoch als eine gewisse Degradierung empfand.
Die Energie-Verantwortlichen sehen das anders, wollen die Nachwuchsabteilung neu aufstellen und argumentieren, dass talentierte Jugendliche so früh wie möglich an den Profibereich herangeführt werden sollten, und glaubten, dafür in Ullrich den richtigen Mann zu haben. Letztlich aber kamen beide Seiten nicht auf einen gemeinsamen Nenner, so dass sich der Betroffene offen für andere Aufgaben zeigte.
Volksstimme vom 17.05.2011
Autor: Klaus Renner
Später Sieg nach zweimal Rot – Erfolg der Städtepartnerschaft?
FCM-Chef Fechner: „Stolz auf diese Mannschaft“ / Kapitän Bauer überragend
Es war einer der gefühlten Höhepunkte der 24-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Magdeburg und Braunschweig – die Niedersachsen gehen eine Viertelstunde vor Abpfiff 2:1 in Front, laden aber dann mit zwei Roten Karten den Fußball-Regionalligisten FCM förmlich ein, die dramatische Partie noch zum 3:2-Erfolg „umzubiegen“.
Magdeburg. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, der dienstlich in Heidelberg unterwegs war und sich erst am Sonntagabend die Fernsehbilder der dramatischen 90 Minuten vom Sonntag zu Gemüte geführt hatte, glaubt allerdings nicht an das „Gastgeschenk“ der Braunschweiger: „Im Sport spielt unsere Städtepartnerschaft keine Rolle. Wenn man auf dem Platz steht, will man gewinnen, da gibt es keine Geschenke.“ Und tatsächlich hätten sich die Braun schweiger U 23 mit drei Punkten ihre Minimalchance auf den Klassenerhalt bewahren können.
Wie sich jedoch die noch zehn Minuten vor dem Abpfiff 2:1 vorn liegenden Gäste ohne Not und 50 Meter von ihrem Tor entfernt durch ein unnötiges grobes Foul und einen anschließenden Würgegriff selbst dezimierten, grenzte schon fast an Vorsatz. Und selbst Eintracht-Coach Christian Benbennek sprach von „Nervosität und Dummheit“, mit denen sich seine Elf „selbst geschlagen hat“.
Dahingestellt sei, wie das nicht hochklassige, aber trotzdem rassige Spiel gegen elf Braunschweiger ausgegangen wäre. So aber erwiesen sich die Einwechslungen von Shergo Biran als drittem Angreifer und schließlich auch noch von Flügelflitzer Maik Georgi für den glücklosen Marko Verkic als richtige Schachzüge von FCMTrainer Wolfgang Sandhowe. Auch wenn bei weitem nicht alle Fans die Auswechslung des neben Kapitän Daniel Bauer besten Spielers, Moritz Instenberg, nachvollziehen konnten. Doch der Coach hatte auch hierfür ein Argument parat: „Die Zuschauer haben ein Recht zu pfeifen. Ich verfüge über ausreichend Optimismus, weiß aber auch, dass es im Fall einer Niederlage so richtig Theater gegeben hätte.“
Erleichtert zeigte sich auch FCM-Präsident Peter Fechner: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die sich nach dem zwischenzeitlichen Rückstand nicht aufgegeben hat und so eindrucksvoll wiedergekommen ist. In Kapitän Daniel Bauer hatten wir einen überra genden Führungsspieler.“ Der Angesprochene, immerhin seit zehn Jahren im Profigeschäft und am Sonntag einmal mehr Dreh- und Angelpunkt beim FCM, konnte sich auch gestern noch nicht daran erinnern, ein Spiel in den Schlussminuten noch „gedreht“ zu haben: „Da fällt mir nichts ein.Wir stehen über dem Strich und haben den Klassenerhalt weiter selbst in der Hand.“
Und selbst der für denVerletzten Stephan Neumann als Links verteidiger aufgebotene Routinier Kosta Rodriguez schwärmte: „Diese spannende Schlussphase ist mit Worten nicht zu beschreiben. Wir wollten mit Macht den Sieg und sind dafür – anders als oftmals zuvor – belohnt worden.“
Doch Wolfgang Sandhowe wäre nicht er selbst, fände er nicht selbst im Gefühl des Erfolges Kritikwürdiges: „Es ist uns nicht gelungen, aggressiver gegen den Ball zu spielen. Das muss in den zwei noch ausstehenden Spielen deutlich besser gemacht werden.“
Volksstimme vom 17.05.2011
Autor: Klaus Renner
Gespräche mit Dritt- sowie Regionalligisten
FCM-Keeper Tischer
Magdeburg. Eine Debatte, die der immer noch in Abstiegsgefahr schwebende Regionalligist FCM derzeit überhaupt nicht gebrauchen kann, nimmt zwei Spieltage vor Saisonabschluss enorm Fahrt auf. Diesmal im Fokus Stammtorhüter Matthias Tischer. Der 25-Jährige, der einst das Fußball-Abc beim Magdeburger SV Preussen erlernte, soll bei Drittligist Rot-Weiß Erfurt heißer Kandidat für die Nachfolge von Dirk Orlishausen werden. Der aus dem thüringischen Sömmerda stammende Keeper soll zur kommende Saison zu Zweitligist Karlsruher SC wechseln.
Tischer selbst wie auch Erfurts Manager Torsten Traub halten aber den Ball flach. Traub bestätigt zwar, den FCM-Torhüter beobachtet zu haben, schränkt aber ein: „Wir waren mit Matthias Tischer im Gespräch. Allerdings haben wir mehrere Kandidaten für diese Position, Tischer steht da nicht in den oberen Regionen.“
Der Betroffene, der noch am Sonntag mit einigen tollen Paraden seine Elf vor einem zwischenzeitlichen höheren Rückstand bewahrt hatte, bricht erst einmal eine Lanze für die FCM-Vereinsführung: „Ich ziehe den Hut vor unserer Führungsetage. Ihr fehlt die Planungssicherheit. Es ist für die Verantwortlichen schwer, in unserer Situation Pflöcke für die Zukunft einzuschlagen.“
Alles ordne er derzeit dem Klassenerhalt unter. Erst dann wolle er sich entscheiden. Gespräche, so Tischer, würden derzeit „mit Erfurt wie auch mit anderen Vereinen der dritten und der Regionalliga“ laufen, „unterschrieben ist aber nichts“. Die endgültige Entscheidung über seine sportliche Zukunft sei unter anderem davon abhängig, wer künftig Trainer bzw. sportlicher Leiter sei.
Volksstimme vom 16.05.2011
Autor: Klaus Renner
FCM liegt wieder zurück, dreht die Partie aber noch
Bauer, Friebertshäuser und Wolf treffen beim 3:2-Sieg über Eintracht Braunschweig II
Das war nichts für schwache Nerven. Der FCM sicherte sich gestern vor 3572 Zuschauern in der MDCC-Arena mit einem knappen, aber verdienten 3:2 (1:0)-Sieg drei wichtige Punkte für denVerbleib in der Regionalliga. Bauer vom Elfmeterpunkt sowie Friebertshäuser und Wolf in der hektischen Schlussphase erzielten die FCM-Tore.
Magdeburg. FCM-Trainer Wolfgang Sandhowe blieb nach der an Spannung kaum zu überbietenden Partie der hartnäckige Optimist: „Ganz locker, wir steigen nicht ab. Papa macht das schon.“ Seine Elf, die es an Einsatzwillen nicht fehlen ließ und in einigen Situationen sogar erfolgreich kombinierte, hatte den Augenzeugen alles abverlangt: Kapitän Daniel Bauer hatte einen Handelfmeter zum 1:0 (25.) eingehämmert (Gästekeeper Later ahnte die Ecke, war aber machtlos). Mehr Zählbares gelang jedoch nicht. Zum ersten Mal kochten die Emotionen im Rund hoch, als der kleinlich pfeifende Schiedsrichter kurz nach der Pause eine „Schwalbe“ des Braunschweigers Latowski im Strafraum mit einem Foulelfmeter „belohnte“ (53.). Beinahe hätte FCM-Keeper Matthias Tischer den platzierten Schuss pariert.
Die technisch versierteren Gäste versteckten sich nicht, erarbeiteten sich mehrere Möglichkeiten. Doch ausgerechnet in den 25 Schlussminuten, in denen die Partie deutlich an Fahrt gewann und der FCM auf eine Entscheidung drückte, wurden die Gastgeber in der 74. Minute über vier Stationen klassisch ausgekontert, und Latowski vollendete.
Doch anders als zuletzt, verloren die Elbestädter diesmal nicht den Kopf. Immer wieder angetrieben von Bauer, Rodriguez und Instenberg verlän gerte Tobias Friebertshäuser per Kopf, zwei Braunschweiger behinderten sich beim Rettungsversuch, und es stand 2:2 (81.). Die dann folgende Szene bezeichnete Eintracht-Coach Christian Benbennek als „dämlich von uns“: Ein grobes Foul von Kragl und eine Tätlichkeit von Latowski im Mittelkreis brachten den Gästen gleich zwei Rote Karten ein. Und der FCM berannte nun im Überzahl das Gästetor. Als zwei Minuten vor dem Abpfiff Denis Wolf aus dem Gewühl heraus einen Abpraller gefühlvoll vollendete, hatte der FCM drei wichtige Punkte auf seinem Konto. „Ein spannendes Spiel, das wir verdient gewonnen haben. Und gerade, als wir zurücklagen, haben wir noch eine Schippe draufgelegt.Wenn wir daran in den nächsten beiden Spielen anknüpfen, dann steigen wir nicht ab“, jubelte der Schütze des Siegtreffers.
FCM: Tischer – Köhne, Friebertshäuser Halke, Rodriguez, Instenberg (67. Biran) Becker, Bauer, Scharlau (76. Sumelka) Wolf, Verkic (76. Georgi)
Braunschweig: Later – Weiß, Skoda Meier, Kmiec, Lemke (74. Göwecke) Latowski, Celikyurt, Kragl, Kodes, Mo ritz (85. Papaefthimiou)
Schiedsrichter: Thomsen (Kleve). Zu schauer: 3572. Tore: 1:0 Bauer (25. Handelfmeter), 1:1 Meier (53./Foulelf meter), 1:2 Latowski (74.), 2:2 Frieberts häuser (81.), 3:2 Wolf (88.). Gelb: Be cker, Rodriguez / Kmiec, Moritz. Rot: – Kragl (85., grobes Foul), Latowski (85. Tätlichkeit)
Volksstimme vom 14.05.2011
Autor: Daniel Hübner
Mit mehr Mut und mehr Selbstvertrauen zum kompakten Auftreten
Fußball-Regionalliga Nord: Ohne Wijks und Neumann morgen gegen Eintracht Braunschweig II
Magdeburg. Wolfgang Sandhowe hat seine Männer am Donnerstag und gestern zur „Pflichtpflege“ geschickt, zum Ausmassieren kleinerer Wehwehchen also.„Ich möchte ausgeruhte Spieler haben“, sagt der Coach des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, der morgen in der MDCC-Arena wieder einer entscheidenden Partie im Kampf um den Klassenerhalt entgegensieht: Eintracht Braunschweig II reist an (13.30 Uhr).
Nicht nur gut gepflegt, sondern auch gut gestimmt wollen die Blau-Weißen die Begegnung bestreiten.Allen Grund dafür haben sie, denn gegen dieses Türkiyemspor vom vergangenen Freitag und unter all dem Druck mit 1:0 zu gewinnen, „hat unseren Mut und unser Selbstvertrauen gestärkt“, weiß Sandhowe. Seine eigenen Beobachtungen, aber auch die Fernsehbilder hatten bis dato immer erklärt, dass der Tabellenletzte mit dem ersten Gegentor sogleich in eine Ansammlung desorientierter Kicker zerfiel. Nach einem Trainerwechsel war es zuletzt anders, die Berliner kämpften bis zur letzten Minute – Magdeburg rettete sich zum Sieg. Andere Mannschaften gewinnen so Meisterschaften.
Sandhowe hatte zudem das System umgestellt, statt eines 4-4-2, das zwar gegen Kiel siegreich agierte, aber beim 1:2 gegen Havelse vor allem im zweiten Abschnitt Ideen vermissen ließ, schickte der 57-Jährige eine 4-1-4-1 ins Feuer. Gegen Braunschweig wird er womöglich wieder ein 4-4-2 aufbieten, gegen Braunschweig ist vor allem ein kompaktes Auftreten gefordert.
Dass nun der konstanteste Spieler morgen fehlt, ist nicht nur für Sandhowe „ein großer Verlust“. Stephan Neumann fällt mit Innenbanddehnung aus. Auch Marvin Wijks wird ob seiner Adduktorenprobleme fehlen. Für die anderen heißt es dann: noch enger zusammenrücken – vor allem in der Defensive. Wie alle Amateur mannschaften der Profivereine pflegt auch Eintracht die spielerische Note – „und macht enormen Druck über die linke Seite“. Offensiv ausgerichtet erwartet Sandhowe also den Gegner, der sechs Punkte Rückstand auf den FCM und damit ersten Nichtabstiegsplatz hat. Der punktgleiche und direkte Konkurrent TV Havelse (32 Zähler) tritt im Fernduell beim SV Wilhelmshaven an.
Volksstimme vom 13.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
„Man kann nur hoffen, dass die Mannschaft die Kurve kriegt“
Aufsichtsratchef Lutz Petermann im Volksstimme-Interview zur „prekären Lage“ des 1. FCM
Seit dem 23. Februar ist Dr. Lutz Petermann neuer Aufsichtsratschef des 1. FC Magdeburg.Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann sprach mit dem 47-jährigen Vorsitzenden der Geschäftsführung der FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH über die sportliche Krise des Fußball-Regionalligisten.
Volksstimme: Herr Petermann, wie beurteilen Sie die gegenwärtige Situation?
Lutz Petermann: Die Lage ist prekär. Man kann nur hoffen, dass die Mannschaft in den verbleibenden drei Spielen die Kurve kriegt und eine andere Leistung an den Tag legt als beim 1:2 gegen Havelse.
Volksstimme: Haben Sie das Spiel vor Ort verfolgt?
Petermann: Ja.
Volksstimme: Und – war die Vorstellung der bisherige Tiefpunkt?
Petermann: Das war er. Ich habe an diesem Tag mehrfach das Wort Offenbarungseid in den Mund genommen.
Volksstimme: Wo sehen Sie die Gründe für die Talfahrt?
Petermann: Ich vermute, es hängt in erster Linie mit Ex-Trainer Ruud Kaiser zusammen, der die nötige Härte gegenüber der Mannschaft hat vermissen lassen und sie auch nicht entsprechend motivieren konnte. Letztlich muss man also konstatieren, dass sich der Verein, was die Personalie Ruud Kaiser anbetrifft, geirrt hat.
Volksstimme: Nun steht der FCM kurz vor der Verpflichtung eines neuen Sportdirektors (nach Volksstimme-Informationen handelt es sich dabei um Detef Ullrich), von dem man sich eine Menge verspricht ...
Petermann: Ob er der Richtige ist, weiß man immer erst hinterher. Es ist aber diesmal anders gelaufen. Präsidium und Aufsichtsrat haben diesbezüglich sehr eng zusammengearbeitet und ihn gemeinsam ausgewählt. In der Vergangenheit sah es häufig so aus, dass Personalentscheidungen durch das Präsidium längst getroffen waren und sie der Aufsichtsrat nur noch abgenickt hat.
Volksstimme: Das klingt so, als ob jetzt vieles besser wird ...
Petermann: Wenn die erste Mannschaft keine Tore schießt, ist trotzdem alles infrage gestellt.
Volksstimme: Es droht in der Tat der Absturz in Liga fünf. Hat der Verein dafür einen Plan B in der Schublade?
Petermann: Wir sind gerade dabei, einen solchen Plan zu erarbeiten und einen wirtschaftlichen und finanziellen Kassensturz zu machen, um zu sehen, wieviel Geld dann für die fünfte Liga noch zurVerfügung steht.
Volksstimme: Wie hart würde denn ein Abstieg den FCM treffen?
Petermann: Ich komme aus der Wirtschaft. Da beschäftigt man sich zwangsläufig mit Krisen. Und ich sage immer: Eine Krise bietet stets auch eine neue Chance. Es wäre der richtige Zeitpunkt, einen kompletten Umbruch vorzunehmen.
Volksstimme: Würden Sie in dem Fall trotzdem zur Stange halten?
Petermann: Nicht nur ich. Wir alle haben uns bei der letzten Sitzung des Aufsichtsrates und des Präsidiums dazu bekannt, im Amt zu bleiben – sofern es denn gewünscht ist.
Volksstimme: Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass der FCM nicht absteigt?
Petermann: Ich bin Realist. Die jüngsten Leistungen waren eher ernüchternd. Es ist mehr ein Hoffen als ein Überzeugtsein.
Volksstimme: Ihr Vorgänger Rüdiger Koch hatte den Namen des Ex-ZDF-Reporters Rolf Töpperwien als Berater ins Spiel gebracht, der möglicherweise neue Türen öffnen könnte.
Petermann: Auch hier kann ich nur sagen: Ich bin Realist, Koch ist Politiker. Wir brauchen niemanden, der Türen öffnet. Was wir brauchen, sind saubere Strukturen und eine kompetente sportliche Leitung.
Volksstimme: Noch eine Frage zur wirtschaftlichen Situation. Wie ist es da um den FCM bestellt?
Petermann: Die hat sich keinesfalls verschlechtert. Das ist auch daran zu erkennen, dass die neue Lizenz noch nie so problemlos wie jetzt erteilt wurde. Ich hoffe natürlich, dass in der Zukunft nicht noch weniger als durchschnittlich 3500 Zuschauer die Heimspiele besuchen.
Volksstimme vom 12.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Sandhowe verordnet kontrollierte Offensive
1. FC Magdeburg empfängt am Sonntag Eintracht Braunschweig II
Das Duell zwischen dem 1. FC Magdeburg und TSV Havelse um denVerbleib in der Fußball-Regionalliga geht in die drittletzte Runde.Vor dem Heimspiel der Elbestädter gegen Eintracht Braunschweig II (So. 13.30 Uhr) stellte Trainer Wolfgang Sandhowe unmissverständlich klar: „Wir wollen diese Partie unbedingt gewinnen.“
Magdeburg. Sowohl der Club als auch der Neuling aus Niedersachsen kommen bislang auf 32 Punkte, wobei der FCM ein um vier Treffer besseres Torverhältnis aufweist. Allerdings könnte aus dem Zwei- ein Dreikampf werden, sollte Havelse am Wochenende die Auswärtspartie beim von FCM-Legende Wolfgang Steinbach trai nierten SV Wilhelmshaven gewinnen und damit zu den Jadestädtern aufschließen.
Am Ende ist es vermutlich eine reine Kopfsache, wobei Sandhowe bei seinen Schützlingen keine besondere Nervosität festgestellt hat: „Bei uns herrscht eine gute Stimmung.“
Damit das so bleibt, will der 57-Jährige mit gutem Beispiel vorangehen, versucht, im Training Spielfreude zu vermitteln und sich „konzentriert und locker“ zu geben. Eine Mischung, die sicherlich nicht einfach umzusetzen ist, mit der er aber stets gute Erfahrungen gemacht hat. Immer wieder betont Sandhowe, dass er in seiner Trainer-Laufbahn noch nie abgestiegen ist und auch diesmal den Kopf aus der Schlinge ziehen wird. Die Marschroute für Sonntag sieht so aus: Kein blindes Anrennen, sondern, so Sandhowe, kontrollierte Offensive: „Wenn hinten die Null steht, haben wir 90 Minuten Zeit, ein Tor zu schießen.“
Dass die Braunschweiger aus der ersten Mannschaft Profis einsetzen könnten – was laut Statuten bei einem Drittligisten möglich ist, weil hier nur eine Wartefrist von zwei Tagen gilt – glaubt Sandhowe im Übrigen nicht: „Dann hätten sie schon eher reagiert. Ich habe das Spiel gegen Kiel (2:5/d. Red.) gesehen. Da war nicht einer dabei. Außerdem findet am Sonnabend die große Zweitliga-Aufstiegsparty statt.“
Volksstimme vom 11.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Sportdirektor nächste Woche da?
FCM-Präsident Fechner glaubt fest an Klassenerhalt
Magdeburg. Anfang nächster Woche will Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg seinen neuen Sportdirektor vorstellen. Nach Volksstimme-Informationen handelt es sich dabei um Detlef Ullrich, der momentan noch die U 23 von Energie Cottbus betreut, aber bereits angekündigt haben soll, die Lausitzer zum Saisonende zu verlassen, um sich einer neuen Her-ausforderung zu stellen.
FCM-Präsident Peter Fechner sagte: „Es bleibt dabei, dass ich keine Namen kommentiere. Nur so viel: Der Vertragsentwurf ist unserem Kandidaten mittlerweile zugeleitet worden, so dass ich davon ausgehe, dass die Angelegenheit unter Dach und Fach ist und er Anfang nächster Woche vorgestellt werden kann.“ Fechner hofft, dass der Club bis dahin wieder einen entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt getan hat, indem ein Heimsieg über Eintracht Braunschweig II gelingt (Sonntag, 13.30 Uhr, MDCC-Arena). „Wir alle wissen, wie eng es ist und es vermutlich auch bis zum letzten Spieltag bleiben wird. Selbst Wilhelmshaven ist ja noch nicht gerettet und würde, sollte jetzt das Heimspiel gegen Havelse verlorengehen, noch so richtig in den Abstiegsstrudel hineingezogen.“ Der 56-Jährige weiter: „Was uns betrifft, so bin ich weiterhin sehr optimistisch, dass wir die nötigen Punkte einfahren.Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Spieler bis zuletzt alles für den Club geben. Havelse hat es mit dem Last-Minute-Sieg über den HSV II vorgemacht. Daran sieht man wieder einmal, was im Fußball alles möglich ist.“
Wie viel Zähler für den Klassenerhalt letztlich notwendig sind, darüber kann nur spekuliert werden. Fechner: „Es heißt ja bei 18Vereinen immer, dass 40 Zähler reichen.Wenn dem so ist, müssen wir noch reichlich punkten.“ Derzeit hat der FCM wie auch Havelse 32 auf seinem Konto. Braunschweig II (26) und der FC Oberneuland (25) dürften wie der seit Wochen feststehende Absteiger Türkiyemspor dagegen nicht mehr zu retten sein.
Volksstimme vom 10.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Bauer: „Lege für dieses Team meine Hand ins Feuer“
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bereitet sich nach einer ausgesprochen turbulenten Woche, die am vergangenen Freitag mit dem fast schon überlebenswichtigen 1:0 bei Türkiyemspor endete, seit gestern auf das „Saisonfinale“ vor.Vermutlich machen der Club und Neuling TSV Havelse (beide 32 Punkte) den vierten Absteiger unter sich aus.
Magdeburg. Während die Elbestädter noch auf Eintracht Braunschweig II (H/15.5.), Hannover 96 II (A/21.5.) und Holstein Kiel (H/28.5.) treffen, muss Havelse gegen SV Wilhelmshaven (A/15.5.), FC Oberneuland (H/21.5.) und RB Leipzig (A/28.5.) ran. Wer da das leichtere Restprogramm hat, ist sicherlich Ansichtssache ...
Der FCM kann darauf verweisen, dass er noch zweimal in der MDCCArena antreten darf, aber angesichts der eklatanten Heimschwäche – erst drei Siege, aber schon acht Niederlagen – fragt sich die Fangemeinde zu Recht, ob das tatsächlich ein Vorteil ist.
Zusätzliche Unruhe beim FCM war dadurch aufgekommen, dass Mitte vergangener Woche eine gewaltbereite Anhängergruppierung den Spie lern unsoliden Lebenswandel vorgeworfen hatte und zur Rede stellen wollte (Volksstimme berichtete). Kapitän Daniel Bauer wehrte sich jetzt gegen solche Vorwürfe: „Wir haben intern ein hohes Strafmaß vereinbart, wenn die Auftritte einmal nicht korrekt sein sollten. Aber diese Mannschaft hat sich stets astrein verhalten. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Wir waren sehr enttäuscht darüber, was da für Gerüchte in der Öffentlichkeit kursierten.“
Bauer sprach von einer besonders schwierigen Zeit beim FCM und einem gewaltigen Druck, der auf den Spielern gelastet habe. Umso höher sei dieser Auswärtssieg zu bewerten. Fazit des 28-Jährigen: „Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn unsere sportlichen Leistungen negativ gesehen werden.
In der Tat ist in dieser Saison vieles schiefgelaufen. Außerdem bin ich selber jemand, der sich stets kritisch damit auseinandersetzt. Aber wenn es plötzlich den menschlichen Bereich betrifft, sage ich klipp und klar: Das geht zu weit.“
Was die Unterstützung insgesamt anbetrifft, findet Bauer nur lobende Worte: „Wie wir immer wieder unterstützt werden, speziell von den Ultras, ist wirklich sensationell und hilft uns enorm.“
Volksstimme vom 09.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Club kann gegenüber Havelse keinen Boden gutmachen
Magdeburg. Mit dem glanzlosen 1:0 am Freitagabend bei Schlusslicht Türkiyemspor hat Regionalliga-Krisenclub 1. FC Magdeburg wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben. „Die Erleichterung ist riesengroß“, bekannte Kapitän Daniel Bauer und erinnerte auch daran, dass der Club in den zurückliegenden Jahren im Jahnsportpark stets leer ausgegangen war: „Hier endlich einmal den Bock umgestoßen zu haben, macht diesen Sieg noch etwas wertvoller.“
Zwar brannte der FCM alles andere als ein Feuerwerk ab, knüpfte in so manchen Szenen nahtlos an die schwache Heimspiel-Leistung gegen Havelse (1:2) an, doch das zählte alles nicht. Getreu dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ fuhr der Club durch das siebte Tor von Wolf (53.) nach zuvor fünf sieglosen Spielen endlich wieder einen Dreier ein. „Mein bislang wichtigster Treffer in dieser Saison“, befand Wolf und ergänzte: „Ich hoffe natürlich, dass noch der eine oder andere hinzukommt. Noch wichtiger aber ist, dass wir jetzt zu Hause gegen Braunschweig II nachlegen.“
Am kommenden Sonntag erwarten die Elbestädter die U23 des Zweitliga-Aufsteigers und stehen da gehörig unter Zugzwang, denn der „Zweikampf“ mit dem härtesten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, TSV Havelse, spitzt sich zu. Gestern gewannen die Hannoveraner durch ein Last-Minute-Tor des Ex-Magdeburgers Michael Habryka gegen den HSV II mit 1:0 und sind mit dem FCM weiter punktgleich.
Das 1:0 bei Türkiyemspor gehörte in die Kategorie „Pflichtsieg“, wobei der Dreier am seidenen Faden hing, denn die fehlende Durchschlagskraft begleitet die Blau-Weißen nun schon die gesamte Spielzeit und war selbst bei der Regionalliga-„Schießbude“ – schon 84 Gegentore – sichtbar. Und wenn es dann doch einmal Chancen gab wie die von Tobias Becker Ende der ersten Halbzeit wurden diese kläglich vergeben.
Immerhin vermied der FCM einen Gegentreffer, was auch Präsident Peter Fechner wohlwollend registrierte. „Wir haben bis zum Schluss zittern müssen, weil das zweite Tor nicht fiel, aber wir haben gewonnen – und das zu null“, freute sich der 56-Jährige. Und weiter: „Die Maßnahme, sich nach dem Donnerstag-Training in ein Magdeburger Hotel zurückzuziehen und sich gemeinsam einzuschwören auf dieses enorm wichtige Spiel, hat sich im Nachhinein als richtig erwiesen.“
Und noch etwas: Für den Erfolg beißt man auch mal auf die Zähne wie im Fall Matthias Tischer, der sich beim Aufwärmen vor der Havelse-Partie zwei Finger ausgekugelt hatte. „Bei dieser Partie wollte und durfte ich einfach nicht fehlen, habe gegen die Schmerzen Spritzen und Ta bletten bekommen“, sagte der 25-jährige Schlussmann, der gegen harmlose Berliner zwar weitgehend einen ruhigen Abend verbrachte, in den wenigen gefährlichen Situationen aber auf der Hut war.
Volksstimme vom 07.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
1:0 - FCM verschafft sich im Abstiegskampf ein wenig Luft
Fußball-Regionalliga: Wichtiger Auswärtssieg bei Türkiyemspor
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat gestern Abend bei Türkiyemspor den so dringend benötigten Pflichtsieg eingefahren und sich so Luft im Abstiegskampf verschafft. Die Elbestädter gewannen vor 500 Zuschauern im Berliner Jahnsportpark durch ein Tor von Wolf mit 1:0. Es war der erste Erfolg bei den Kreuzbergern nach 17 (!) Jahren.
Berlin. Aufatmen bei Club-Trainer Sandhowe, dass Stammkeeper Tischer, der sich beim Aufwärmen vorm Heimspiel gegen Havelse zwei Finger ausgekugelt und seitdem Schmerzen hatte, einsatzbereit war. Allerdings sollte der FCM-Torhüter einen weitgehend beschäftigungslosen Abend verbringen ...
Die Gäste übernahmen gegen das abgeschlagene und schon lange als Absteiger feststehende Liga-Schlusslicht (noch kein einziger Saisonsieg) zwar frühzeitig die Initiative, doch allen Akteuren war die Verunsicherung und Verkrampfung anzumerken. So gab es in der Anfangsphase nur eine nennenswerte Möglichkeit, als Stiefel mit einemVolleyschuss in Köhlmann seinen Meister fand (7.). Mit zunehmender Dauer erhöhten die Elbestädter den Druck, verpassten mehrfach den Führungstreffer nur knapp, leisteten sich aber auch immer wieder individuelle Fehler und Missverständnisse.
So hielt das Bollwerk der Berliner, die zuletzt 0:8 (!) in Kiel verloren hatten, erst einmal bis zum Pausenpfiff. Das lag auch daran, dass sich der Club mittlerweile dem schwachen Niveau angepasst hatte. In der 40. Minute musste Tischer Kopf und Kragen riskieren und per Kopf nach einer verunglückten Halke-Rückgabe retten. Im Gegenzug dann beinahe doch noch das 0:1, doch Köhlmann klärte gegen Becker, der zentral am Fünfer stehend eigentlich hätte treffen müssen, im Nachfassen.
Zweite Hälfte: Der FCM musste nun das Risiko erhöhen, wusste natürlich, dass ein 0:0 nicht reicht. Und tatsächlich: In der 53. Minute erzielte Wolf mit einem Kopfball das erlösende Führungstor. Riesenerleichterung bei allen Beteiligten.
In der Folgezeit versuchte der Club nachzulegen, um für die Vorentscheidung gegen harmlose Berliner zu sorgen. Doch das gelang nicht, vieles blieb auch jetzt Stückwerk, und so „durfte“ bis zum Abpfiff gezittert werden, zumal Türkiyemspor noch einmal alle Kräfte mobilisierte. Doch dem FCM reichte am Ende eine allenfalls durchwachsene Leistung, um den Gegner in Schach zu halten und damit auch die schwarze Serie im Jahnsportpark, wo man seit Jahren nichts mehr gerissen hatte, zu brechen.
Kommentar von Sandhowe, der im Unterhemd das Spielfeld verließ, nachdem ihm Fans das T-Shirt vom Leib gerissen hatten: „Wir haben spielerisch keine Glanzpunkte gesetzt, die Partie aber kontrolliert und am Ende auch verdient gewonnen. Das war Balsam auf die Wunden der letzten Wochen.“
Türkiyemspor: Köhlmann - Yesilli, Austermann (52. Dikmen), Ilgin, Cabuk, Kücük, Cay, Selcuk, Aykut (59. Koca), Maass (69. Temel), Mengi
FCM: Tischer - Müller, Halke, Friebertshäuser, Köhne (71. Rodrigues), Scharlau, Bauer, Stiefel (83. Instenberg), Becker, Wolf, Verkic (73. Biran)
Schiedsrichter: Schwegler (Dortmund). Zuschauer: 500. Tor: 0:1 Wolf (53.). Gelb: Selcuk, Mengi, Cabuk, Illgin / Friebertshäuser, Instenberg
Volksstimme vom 06.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Sandhowe warnt: „Kein Selbstläufer“
Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg heute bei Türkiyemspor zu Gast
Magdeburg. Heute gilt‘s! Für den abstiegsbedrohten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg zählen beim abgeschlagenen Schlusslicht Türkiyemspor nur drei Punkte.Anpfiff ist um 19 Uhr im Berliner Jahnsportpark.
Nach der 1:2-Heimblamage gegen Aufsteiger Havelse am vergangenen Sonnabend hat sich die Lage bei den Elbestädtern dramatisch zugespitzt. Der Club steht zwar immer noch „über dem Strich“, aber nur aufgrund des besseren Torverhältnisses.
„Uns hilft nur ein Sieg. Wer jedoch denkt, dass das Ganze ein Selbstläufer wird, der irrt sich gewaltig“, warnte FCM-Trainer Wolfgang Sandhowe vor den Kreuzbergern, die in dieser Saison noch kein einziges Match gewonnen haben, sich aber schon im Hinspiel als unangenehmer Gegner entpuppten und dem FCM immerhin ein 1:1 abtrotzten.
Andererseits weiß Sandhowe, der Türkiyemspor zuletzt zweimal beobachtete, auch: „Wenn sie ein Gegentor kassieren, fangen sie an zu schwimmen.“ Jüngstes Beispiel dafür ist die 0:8-Klatsche bei Holstein Kiel.
Nicht zu unterschätzen ist sicherlich die Tatsache, dass Tür kiyemspor seit dieser Woche mit Bahman Foroutan einen neuen Trainer hat. Der 64-Jährige hatte den Verein Ende vergangener Saison mit drei Siegen noch vor dem Abstieg gerettet und kehrt, nachdem man sich seinerzeit auf keine weitere Zusammenarbeit einigen konnte, nun an seine alte Wirkungsstätte zurück.
Die Geschehnisse beim Gegner dürften den Club allerdings nur am Rande interessieren. Schließlich hat man selber genug Probleme. Größtes Manko ist die fehlende Durchschlagskraft. In den 14 Spielen nach der Winterpause wurden magere sieben Tore erzielt. Da klingt es zunächst einmal positiv, dass Shergo Biran seine Oberschenkelzerrung auskuriert hat und ins Team zurückkehrt. Allerdings wartet der 32-Jährige noch immer auf seinen ersten Treffer für die Blau-Weißen.
Dass Sandhowe nach dem Katastrophen-Kick gegen Havelse Änderungen vornehmen wird, steht außer Frage. Welche das jedoch sein werden, wollte der Coach, der sich gestern nach dem Training mit der Mannschaft in ein Magdeburger Hotel zurückzog, noch nicht verraten. Möglicherweise sind Tobias Friebertshäuser und Daniel Halke deren Sperren abgelaufen sind, wieder von Beginn an dabei.
Volksstimme vom 05.05.2011
Autor: Rudi Bartlitz
Wird Detlef Ullrich neuer sportlicher Leiter beim FCM?
Magdeburg. In der nunmehr seit Wochen schwelenden Personalie sportlicher Leiter überraschte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gestern mit einer völlig neuen Konstellation: Die entscheidenden Gremien des Klubs, Aufsichtsrat und Präsidium, haben sich zwar auf eine Person verständigt, nennen deren Namen in der Öffentlichkeit aber nicht.
„Wir werden das deshalb nicht tun, weil derVertrag noch nicht unterschrieben ist“, sagte Präsident Peter Fechner gestern auf Anfrage. „Zudem müssen wir die betreffende Person, bei der es sich, das möchte ich betonen, um unseren Wunschkandidaten handelt, schützen, da sie sich zurzeit noch in einem Arbeitsverhältnis befindet.“
Klar ist nach Volksstimme-Informationen, dass der neue Mann aus dem Osten kommt und sich in den hiesigen Ligen auskennt. Dass es sich um den bisherigen Trainer der U 23 von Zweitligist Energie Cottbus, Detlef Ullrich, handeln soll, wollte gestern beim FCM jedoch weder jemand bestätigen noch dementieren.
Der 55-jährige Ullrich, der sich am Wochenende in der MDCC-Arena die Partie des FCM gegen Havelse angesehen hatte, betreut Energie II seit Juli 2010 und war zuvor Nachwuchs-Koordinator beim Ex-Bundesligisten aus der Lausitz.
Fechner: „Ich kann nur sagen, unser Kandidat ist genau das, was wir suchen. Er passt zu uns wie die Faust aufs Auge. Er wird zuständig sein für drei Strukturen im Verein: die erste Männermannschaft, den Nachwuchs und den Spielbetrieb. Ich hoffe nur, dass er nach der Leistung gegen Havelse noch zu seinem Wort steht. Es wäre schon dramatisch, wenn er noch abspringen würde ...“
Auch zum Zeitrahmen der Bekanntgabe des „Neuen“ hielt sich der FCM-Präsident bedeckt. „Ich denke, dass es nicht mehr um Wochen gehen wird.“ Also in den nächsten Tagen? Fechner: „Da möchte ich mich nicht festlegen. Natürlich sind wir daran interessiert, dass es so schnell wie möglich geht. Damit wir die Zukunft planen können.“
Volksstimme vom 04.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Findet der FCM den Weg aus der Krise?
Training verläuft störungsfrei / Fechner will auch bei Abstieg Präsident bleiben
Beim akut abstiegsbedrohten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg jagt eine (Krisen)- Sitzung die andere. Am Montag traf sich das Präsidium, gestern Vormittag gab es eine weitere Zusammenkunft in der MDCCArena, am Abend tagten dann noch einmal Aufsichtsrat und Präsidium, wo auch über den neuen sportlichen Leiter entschieden werden sollte (Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor).
Magdeburg. Der neue FCMPräsident Peter Fechner wirkte gestern gestresst, gab sich zugeknöpft. Das dürfte nicht zuletzt am neuesten Störfeuer, der Ankündigung gewaltbereiter FCMFans, den Spielern angesichts ihrer schwachen Leistungen kräftig die Meinung zu geigen (Volksstimme berichtete), liegen.
„Wir versuchen alles, in dieser prekären Lage für Ruhe zu sorgen, der Mannschaft den Druck zu nehmen, sie abzuschirmen – und dann so etwas“, schüttelte der 56-Jährige verständnislos den Kopf, lehnte es aber ab, den Spielern bei ihren Übungseinheiten Sicherheitskräfte zur Seite zu stellen („So weit gehen wir nicht“).
Die Geschehnisse gestern gaben ihm Recht. Der Trainingsbetrieb verlief sowohl morgens als auch am Nachmittag störungsfrei. Dennoch ist das Thema damit für Fechner noch nicht erledigt, weil er befürchtet, dass sich Trittbrettfahrer animiert fühlen könnten, auf ähnlich aggressive Weise vorzugehen.
Zu den gegen FCM-Kicker erhobenen Vorwürfen seitens der Anhänger (Volksstimme berichtete) erklärte Trainer Wolfgang Sandhowe: „Ich gebe nichts auf irgendwelche Vorverurteilungen und werde auch in Zukunft keine Kontrollen durchführen. Wenn sich allerdings herausstellen sollte, dass etwas Wahres dran ist, haue ich gnadenlos dazwischen.“
Morgens hatten sich Sandhowe, Fechner, Vize-Präsident Ha gen Hoffmann, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Carsten Müller, und Kapitän Daniel Bauer („Ich möchte im Moment nichts sagen“) zu einem knapp dreistündigen Meinungsaustausch in der FCM-Loge getroffen. Über nähere Inhalte wollte Fechner keine Auskunft geben, sagte nur: „Wir werden alles versuchen, den Verein in der Regionalliga zu halten.“
Wenn das nicht gelingt, will der Präsident dennoch an Bord bleiben. „Dann werde ich das sinkende Schiff trotzdem nicht verlassen“, kündigte er an, der sich nach der 1:2-Heimpleite gegen Havelse den wütenden Fans gestellt und damit Flagge ge zeigt hatte. Sein Eindruck: „Viele haben panische Angst davor, dass ,ihr‘ FCM im Nirvana verschwindet.“
Sandhowe sagte über das Treffen: „Es war ein unheimlich positiver Gedankenaustausch. Alle ziehen an einem Strang.“ Und weiter: „Wir werden uns nach dem Donnerstag-Training zurückziehen und in einem kleinen Hotel Quartier beziehen. Alles ist jetzt auf das Auswärtsspiel bei Türkiyemspor fokussiert (Freitag, 19 Uhr).
Der gegen Havelse am Knie verletzte Vize-Kapitän Stephan Neumann wird bekanntlich nicht dabei sein und auch anschließend gegen Eintracht Braunschweig II fehlen, hofft aber, zumindest in der letzten Partie am 28. Mai gegen Holstein Kiel (Neumann: „Da geht‘s dann wahrscheinlich um alles“) wieder mitwirken zu können.
Übrigens: Was den sportlichen Leiter anbetrifft, kann der Club einen Namen von der Liste streichen – den von Jens Rehhagel. Der Nachwuchs-Koordinator bei Hannover 96 soll Anfang der Woche abgesagt haben.Dafür taucht seit der überraschenden Entlassung am Montag in Meuselwitz ein neuer Name auf – Damian Halata. Der 48-Jährige wurde bereits in Magdeburg gesehen und könnte durchaus ein Trainerkandidat für 2011/12 sein.
Volksstimme vom 03.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Lage eskaliert: Fan-Gruppierung will sich Spieler "vorknöpfen"
Magdeburg. Die desolate Vorstellung der Blau-Weißen gegen Havelse hat offenbar ungeahnte Konsequenzen. Die Lage eskaliert. Den hart gesottenen Anhängern der "Magdeburger Jungs", die sich selbst der sogenannten Kategorie C zurechnen und nicht den Ultras angehören, platzte nun endgültig der Kragen, wie ein Sprecher gestern der Volksstimme sagte.
Die Gruppierung hatte schon in früheren Zeiten für Schlagzeilen gesorgt, sich in den letzten Jahren aber zurückgezogen. Sie war jedoch stets eine eingefleischte Club-Anhängerschar geblieben und will eigenen Worten zufolge "nicht tatenlos zusehen", wie ihr Club in die fünfte Liga abstürzt.
Die Anschuldigungen sind massiv. So sollen sich einzelne Spieler des aktuellen Regionalligakaders nicht leistungssportgerecht verhalten, sondern stattdessen nachts in Magdeburger Discos und Gaststätten aufgehalten und darüber hinaus "unter Alkoholeinfluss gestanden" haben. "Einige von uns sind Türsteher und haben das mit eigenen Augen gesehen. Die Spieler sollen Gras fressen und das FCM-Trikot in Ehren tragen und sich kein Gel in die Haare schmieren", so der entrüstete Fan-Sprecher zur Volksstimme. Von der Kritik ausdrücklich ausgenommen sind Matthias Tischer, Stephan Neumann und Christian Beer.
Die Anhänger wollten sich die Spieler schon gestern beim Training "vorknöpfen", kamen aber zu spät, weil die Mannschaft möglicherweise einen Tipp bekommen und das MDCC-Gelände vorzeitig verlassen hatte.
Heute nun soll ein erneuter Vorstoß unternommen werden. Ziel ist es, so betonte der Sprecher, die Spieler zur Rede zu stellen und von ihnen die feste Zusage zu erhalten, dass sie sich in den restlichen Spielen den "A ..." aufreißen und den Klassenverbleib schaffen.
Die Tatsache, dass diese seinerzeit oft nicht gerade zimperliche Fangruppierung nun wieder aktiv geworden ist, zeigt, wie aufgeheizt die Stimmung in der Stadt ist. Das amateurhafte Auftreten des FCM gegen Aufsteiger Havelse hat das Fass zum Überlaufen gebracht.
Wobei es solch massiven Fan-Protest gegen Spieler einer ers- ten Mannschaft aus Magdeburg zuletzt vor knapp 20 Jahren bei einem Zwischenfall in Lichterfelde, als die FCM-Kabine gestürmt wurde, gegeben hat. Daran sollen auch einige der jetzt handelnden Personen beteiligt gewesen sein.
Ein weiterer Grund, warum Wut und Zorn sich so richtig entladen, ist die vom Präsidium ausgelobte Sonderprämie von knapp 10 000 Euro (Volksstimme berichtete). Die Fans empfinden es als eine Frechheit, dass es zum einen eine Belohnung dafür geben sollte, dass der FCM nicht absteigt und die Akteure zum anderen das Angebot überhaupt angenommen und nicht von vornherein abgelehnt haben.
Volksstimme vom 03.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
Lizenz da, aber vorzeitiges Saison-Aus für Neumann
1. FC Magdeburg: Aufsichtsrat und Präsidium erörtern heute prekäre Lage des Regionalligisten
Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg geht die Angst um. Die Angst vor dem Sturz in die Fünftklassigkeit. Heute Abend treffen sich Aufsichtsrat und Präsidium, wollen die prekäre Lage erörtern und sich auf einen neuen sportlichen Leiter einigen.
Magdeburg. Vier Spieltage vor Schluss steht der Club nur noch dank des besseren Torverhältnisses auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Ein Blick auf das Restprogramm (siehe Infokasten) verdeutlicht, wie eng es vermutlich wird, denn mittlerweile schöpft auch der FC Oberneuland unter seinem neuen Trainer Uwe Reinders wieder Hoffnung.
Bei insgesamt vier Absteigern – dass Türkiyemspor die Klasse verlassen muss, steht lange fest – bleibt vom gefährdeten Quartett nur einer drin. Momentan rangiert (noch) der Club auf dem rettenden 14. Platz.
Neben dem sportlichen Absturz kommt ein weiteres Störfeuer hinzu. Laut Aussage von Kapitän Daniel Bauer hätte bei der Heimniederlage gegen Havelse ein Teil der Zuschauer auf der Gegengeraden speziell die jungen FCM-Spieler beschimpft und beleidigt. Bauer: „Solche Leute brauchen wir nicht. Die sollen zu Hause bleiben.“
Am Freitag geht die Reise nun zu Türkiyemspor. Im Berliner Jahnsportpark, wo der FCM seit Jahren nichts mehr gerissen hat, zählt diesmal nur ein Sieg.
Stephan Neumann steht den Elbestädtern dort allerdings nicht zur Verfügung. Der Vize-Kapitän zog sich gegen Havelse eine Innenbanddehnung im linken Knie zu, muss vorerst pausieren und könnte sogar bis zum Saisonende ausfallen.
Bei all den Sorgen und Hiobsbotschaften kann der Verein immerhin mit Stolz darauf verweisen, dass vom DFB die Lizenz für 2011/12 erteilt wurde. Pressesprecher Stephan Lietzow dazu: „Und das erstmals seit Jahren ohne Bedingungen wie Hinterlegung von bestimmten Sicherheiten. Es sind nur Auflagen zu erfüllen wie regelmäßige Berichterstattung.“ Präsident Peter Fechner: „Diesen Kraftakt zu meistern und die Lizenz ohne Bedingungen erteilt zu bekommen, das ist das Ergebnis von monatelanger harter Arbeit mit intensiven Gesprächen. Ohne die Unterstützung der zahlreichen Partner, Sponsoren, Fans, aber auch Mitarbeiter des 1. FC Magdeburg wäre dieser Erfolg auf wirtschaftlicher Ebene des Vereins nicht möglich gewesen.“
Allerdings ist alles Makulatur, wenn der Club tatsächlich absteigen sollte ...
Das Restprogramm im Regionalliga-Abstiegskampf:
• 1. FC Magdeburg (29 Pkt./28:44 Tore)
Türkiyemspor (A) Braunschweig II (H) Hannover 96 II (A) Holstein Kiel (H)
• TSV Havelse (29 Pkt./37:57 Tore)
HSV II (H) Wilhelmshaven (A) FC Oberneuland (H) RB Leipzig (A)
• E. Braunschweig II (26 Pkt./25:40 Tore)
Holstein Kiel (H) FCM (A) HSV II (H) Wilhelmshaven (A)
• FC Oberneuland (25 Pkt./36:66 Tore)
HFC (A) Chemnitzer FC (H) TSV Havelse (A) Türkiyemspor (H)
Volksstimme vom 02.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann & Rudi Bartlitz
Fechner: „Jetzt schließe ich nichts mehr aus“
Volksstimme-Interview mit dem FCM-Präsidenten
Nach der blamablen 1:2-Pleite gegen den TSV Havelse stellte sich Peter Fechner, neuer Präsident des 1. FC Magdeburg, den Fragen derVolksstimme-Sportredakteure Uwe Tiedemann und Rudi Bartlitz.
Volksstimme: Herr Fechner, Sie haben sich nach dem Spiel zunächst für eine geraume Zeit zurückgezogen ...
Peter Fechner: ... ich musste, nachdem ich während der Halbzeitpause in der Kabine war und der Mannschaft noch Mut zugesprochen habe, diese Niederlage erst einmal sacken lassen.
Volksstimme: Und zu welchen Erkenntnissen sind Sie inzwischen gekommen?
Fechner: Das Präsidium wird versuchen, die Entscheidung in Bezug auf den sportlichen Leiter zu beschleunigen. Das hat jetzt oberste Priorität.
Volksstimme: Wann ist konkret damit zu rechnen?
Fechner: Noch in dieser Woche. Volksstimme: Wer wird es denn sein?
Fechner: Ich bitte um Verständnis, dass ich keine Namen nenne.
Volksstimme: War denn der neue Mann heute im Stadion?
Fechner: Ich gehe davon aus und hoffe natürlich, dass er es sich nach dieser Vorstellung nicht noch einmal anders überlegt ...
Volksstimme: Apropos Vorstellung: Der Abstieg ist nun nicht mehr auszuschließen. Hat das Präsidium überhaupt einen Plan B in der Schublade?
Fechner: Natürlich, wir sind ja nicht blauäugig. Wenn dieser Fall wider Erwarten eintritt, brauchen wir aber über einen neuen Sportchef nicht mehr zu reden. Dann werden seine Position und die des Trainers zusammengezogen.
Volksstimme: Welche Einflussmöglichkeiten hat denn das Präsidium in dieser Situation überhaupt noch, nachdem die Mannschaft die in Aussicht gestellte Sonderprämie (knapp 10• 000 Euro für Siege aus den drei „Endspielen“/d. Red.) bereits verspielt hat?
Fechner: Wir werden uns sicherlich etwas Neues einfallen lassen müssen.
Volksstimme: Denken Sie dabei auch an einen erneuten Trainerwechsel?
Fechner: In dieser Situation schließe ich nichts mehr aus. Aber das werden letztlich die entsprechenden Gremien zu beurteilen haben.Wenn es in dieser Woche nicht ohnehin eine Zusammenkunft von Aufsichtsrat und Präsidium gäbe, müsste man auf jeden Fall eine Krisensitzung einberufen.
Volksstimme vom 02.05.2011
Autor: Uwe Tiedemann
FCM leistet bei 1:2-Pleite gegen TSV Havelse Offenbarungseid
Klassenerhalt für Fußball-Regionalligisten hängt nach Katastrophenspiel am seidenen Faden
Es war ein Offenbarungseid! Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg verlor am Sonnabend sein Heimspiel gegen Aufsteiger TSV Havelse nach katastrophaler Vorstellung völlig zu Recht mit 1:2 (0:1) und steht nun nur noch dank des besseren Torverhältnisses auf einem Nicht-Abstiegsplatz.
Magdeburg. Wer die trostlose Partie in der MDCC-Arena verfolgte, traute mit zunehmender Dauer seinen Augen nicht. Nur in der Anfangsphase vermochte der Club so etwas wie Druck aufzubauen. Doch nachdem die Gäste ihre Nervosität abgelegt hatten und mutiger wurden (Trainer Andre Breitenreiter: „Viele meiner jungen Spieler hatten noch nie in einem solchen Stadion gespielt und waren sehr beeindruckt“), ließen sie nicht mehr viel zu und hätten nach Kontertoren sogar höher als „nur“ 2:1 – Tozlu (24.) und Beismann (71.) trafen – gewinnen können.
Wie schwach der FCM auftrat, belegt die Tatsache, dass es nicht gelang, sich innerhalb von 90 Minuten auch nur eine einzige zwingende Torchance zu erarbeiten! Erst als alles schon zu spät war, stellte der eingewechselte Maik Koschwitz in der Nachspielzeit per Kopf den 1:2-Endstand her.
Apropos Koschwitz: Trainer Sandhowe verhalf dem Stürmer aus der U23 (kam für Wolf) wie später auch noch Marcel Brendel zu ihren ersten Regionalligaeinsätzen, ließ dafür viertligaerfahrene Leute wie Müller, Stiefel oder Instenberg auf der Bank. Sandhowes Begründung: „Ich musste etwas riskieren und Offensivkräfte einwechseln.“
Doch es haperte nicht nur in der Offensive. Die gesamte Club-Mannschaft präsentierte sich extrem ängstlich und ideenlos, „glänzte“ vor allem durch lange Bälle (die fast nie ankamen) und Alibipässe. Kapitän Daniel Bauer, diesmal notgedrungen in der Innenverteidigung, brachte es hinterher auf den Punkt: „Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden. Es ist immer das Gleiche. Dieser Mannschaft fehlt einfach die Qualität.“
Sandhowe sprach von einer „Sch ...-Niederlage“ und räumte ein, dass nach der Pause „keinerlei spielerische Linie zu erkennen war“, betonte aber zugleich: „Wir stehen immer noch über dem Strich. Jetzt müssen wir eben am Freitag bei Türkiyemspor gewinnen.“
In dieser Verfassung dürfte es aber selbst beim abgeschlagenen Schlusslicht kaum für einen Sieg reichen. Harsche Kritik am FCM übte Ex-FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann: „Saftlos, kraftlos, erfolglos! Es war kein Wille zu erkennen. So ist der FCM nicht mehr zu retten.“
Erschwerend kommt hinzu, dass mit Vize-Kapitän Stephan Neumann, der noch zu den Zuverlässigsten gehört, sich am Sonnabend von der Verunsiche rung aber ebenfalls anstecken ließ, nach 54 Minuten wegen einer Knieverletzung verletzt raus musste. Mit einer genaueren Diagnose dürfte erst heute zu rechnen sein.
Nach dem Abpfiff herrschte eine geradezu gespenstische Stimmung in der MDCC-Arena, waren wie noch zur Pause aber keine Pfiffe zu hören. Die Ultras verharrten gar auf ihren Plätzen und verabschiedeten die Akteure – der Großteil war „abgetaucht“, von Sandhowe aber aufgefordert worden, das Spielfeld noch einmal zu betreten – mit kritischen, aber aufmunternden Worten und Gesängen.
FCM: Tischer - Saalbach (71. Brendel), Köhne, Bauer, Neumann (54. Georgi), Wijks, Becker, Rodrigues, Scharlau, Wolf (63. Koschwitz), Verkic
Havelse: Lucassen - Degner, Posipal, Smidt, Strunkey (39. Beismann), Tayar (89. Emektas), Holm, Tozlu, Habryka, Wetter (74. Kaya), Zimmermann
Schiedsrichter: Dietz (Kronach). Zuschauer: 5483. Tore: 0:1 Tozlu (24.), 0:2 Beismann (71.), 1:2 Koschwitz (90.+2). Gelb: Saalbach, Neumann, Brendel, Koschwitz / Strunkey, Habryka
02.07. SV Eintracht Hakenstedt A
06.07. SV Empor Dedeleben A
07.07. Firmenstaffel-Lauf Stadtpark Magdeburg
09.07. Haldensleber SC A
12.07. FSV Barleben A
13.07. – 18.07.2011
Trainingslager in Wesendorf
19.07. Victoria Köln (in Nienburg) A
23.07. SC Verl (in Arendsee) A
26.07. Schönebecker SC A
29./30./31.07.2011
Saisoneröffnung MDCC-Arena
03.08. TuS 1860 Magdeburg A
Quelle: Homepage 1.FCM