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Volksstimme Aktuell

Mittwoch, 16. Mai 2012 - 07:24 Uhr
Petersen sieht Herkulesaufgabe „ganz entspannt“

Von Uwe Tiedemann


Nach dem desaströsen Abschneiden in der noch nicht ganz beendeten Saison 2011/12 – am Sonnabend steht bei Hannover 96 II das letzte Spiel an – fragt sich die besorgte Fangemeinde des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg: Hat der neue Trainer Andreas Petersen ein glücklicheres Händchen als seine Vorgänger?

Der 51-Jährige führt in diesen Tagen jede Menge Gespräche mit Spielern und Beratern: „Mein Vorteil ist, dass ich viele Kontakte in ganz Deutschland habe. Ziel ist es, eine Truppe aufzubauen, auf die man sich wieder verlassen kann und die den verlorengegangenen Kredit zurückgewinnt.“ Petersen räumte zwar ein, dass er „vor einer Herkulesaufgabe“ stehe, dass er aber „entspannt
und optimistisch“ herangehe. Auch sei ihm angesichts
der mitunter katastrophalen Leistungen nicht etwa Angst und Bange geworden. „Wenn die letzten Spiele erfolgreich gewesen wären, hätte ich doch viel mehr Druck und manch einer gesagt: Die brauchen gar keinen neuen Trainer“, argumentierte der neue Hoffnungsträger, der nicht erwartet, dass in den nächsten 14 Tagen eine Entscheidung zu Neuverpflichtungen fällt.

Derzeit werden immer wieder Kandidaten zum Probetraining eingeladen, wobei sich Petersen mit Namen schwertut, „denn das führt automatisch dazu, dass die Konkurrenz aufmerksam und der Spieler damit teurer wird“. Petersen bestätigte zumindest den Kontakt zum vereinslosen Defensivmann Christopher Reinhard (u.a. Eintracht Frankfurt, Karlsruher SC) und Stürmer Bastian Henning (Chemnitz), die beide auch schon mittrainiert haben.

Dienstag, 15. Mai 2012 - 07:25 Uhr
„Nicht mehr, sondern weniger Geld für Spieler“

FCM Kallnik widerspricht Fechner

Von Uwe Tiedemann

Nach dem schlechtesten Abschneiden der Club-Geschichte müssen Aufsichtsrat und Präsidium eine Herkulesaufgabe bewältigen. Da klang die Aussage von Club-Chef Peter Fechner, dass für das Regionalligateam im kommenden Spieljahr sogar etwas mehr als die bisherige eine Million Euro zur Verfügung steht, verheißungsvoll. Fechner gestern dazu: „Das hat zu Irritationen geführt. Fakt ist: Die Berufsgenossenschaft hat die Schadensklassen deutlich hochgestuft, so dass die Absicherung der Spieler teurer wird.“ Von einer Erhöhung bis zu 140 (!) Pro zent ist die Rede.

Präsidiumsmitglied Mario Kallnik: „Es ist der Eindruck entstanden, dass wir mit mehr Geld für Spieler planen können. Das Gegenteil ist der Fall. Wir müssen kleinere Brötchen backen.“

Fechner: „Bisher lag der Gesamtetat bei knapp 2,5 Millionen Euro. Für 2012/13 kalkulieren wir mit 200 000 Euro weniger.“ Das liegt u.a. auch daran, dass die TVEinnahmen von 100000 auf 10000 Euro sinken und durch die 16er-Staffel zwei Heimspiele weniger ausgetragen werden.

Wie angespannt die Situation ist, verdeutlichen zwei Beispiele. Nach Volksstimme-Informationen hat der Club sein geplantes Trainingslager im niedersächsichen Wesendorf abgesagt und darüber hinaus Spieler mit den am höchsten dotierten Verträgen zu einem Gehaltsverzicht bewegen können.

Einsparungen soll es laut Fechner auch im Marketing, im Nachwuchsbereich und in der Verwaltung geben. Und er schob hinterher: „Ich hoffe nicht, dass es sogar zu personellen Konsequenzen kommt. Allerdings kann man das nicht komplett ausschließen.“

Ein wesentlicher Kostenfaktor ist der freigestellte Sportdirektor Detlef Ullrich. Ziel, so Fechner, sei eine Lösung, in der beide Seiten ihr Gesicht wahren. Doch das dürfte schwierig werden. Im Moment herrscht Funkstille, wobei Ullrich (Vertrag bis 2013) natürlich Zeit hat. Der Präsident kündigte an, dass er auf jeden Fall noch vor der nächsten Aufsichtsratssitzung, bei der das vom Präsidium vorgestellte Konzept für 2012/13 abgesegnet werden soll, mit Ullrich sprechen will.

Derweil basteln Kallnik und der neue Trainer Andreas Petersen am künftigen Kader. Auch in dieser Woche sollen wieder Kandidaten, die jeweils drei Trainingseinheiten absolvieren, getestet werden. Ein Casting wie seinerzeit unter Ruud Kaiser soll es laut Kallnik aber definitiv nicht geben.

Der umworbene Torhüter Matthias Tischer hat sich nach eigener Aussage noch nicht entschieden, ob er bleibt oder geht. „Ich begrüße die Entscheidung, dass Andreas Petersen unser neuer Trainer wird. Das reicht aber noch nicht. Da muss noch mehr vom Verein kommen“, so Tischer, dem Angebote höherklassiger Clubs vorliegen.

Montag, 14. Mai 2012 - 07:36 Uhr
Trostloser Heimspielausklang

Club enttäuscht auch gegen VfB Lübeck / Hoff nungsschimmer für 2012/13

Von wegen ordentlicher Saisonabschluss: Beim 0:2 (0:1) gegen den VfB Lübeck verabschiedete sich Fußball- Regionalligist 1. FC Magdeburg am Sonnabend mit einer
abermals grottenschlechten Leistung von seinen Fans. Immerhin sorgte Präsident Fechner für einen kleinen Lichtblick.

Von Uwe Tiedemann

Mit einem 0:2 (gegen Hertha BSC II) war der FCM am 6.
August 2011 in die Saison gestartet, mit dem gleichen Ergebnis ging jetzt das 17. Heimspiel zu Ende.
Die Horror-Bilanz: ein einziger Sieg, dafür acht Remis und acht Niederlagen – das schlechteste Abschneiden
der Club-Geschichte!
Und schon vor dem Saison-Halali am Sonnabend bei Hannover 96 II steht fest: Der FCM bleibt auf jeden
Fall Tabellenletzter!
Der Verlauf der Partie gegen Lübeck ist schnell geschildert: Bei den schwachen Elbestädtern lief einmal mehr wenig bis gar nichts zusammen, selbst unbedrängt landeten viele Pässe beim Gegner.
Zumindest eine Erkenntnis dürfte Interimstrainer Carsten Müller gewonnen haben: Spieler wie Moritz Instenberg, Matthias Deumelandt, Denis Wolf oder jetzt Marcel Brendel,
die sonst wenig Einsatzzeiten hatten und sich zeigen sollten, konnten wie schon in Havelse ihre Chance nicht nutzen.
Müllers Statement: „Das Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Saison, die Mannschaft in den entscheidenden Momenten eben nicht hellwach.“
Lübeck hatte zwar ebenfalls kaum etwas zu bieten, doch das wenige reichte, um relativ ungefährdet die drei Punkte mitzunehmen.
Zunächst unterlief Halke nach Steinwarth-Flanke per Kopf
ein Selbsttor (22.), nach der Pause erhöhte Kadah nach Cornelius-Zuspiel auf 0:2, wobei Keeper Tischer hier nicht gut aussah (65.).
Die wenigen Zuschauer auf den Rängen nahmen das trostlose Gekicke fast teilnahmslos zur Kenntnis. Lediglich einmal brandete Jubel auf. Das war der Moment, als der Führungstreffer von Meuselwitz gegen den HFC
eingeblendet wurde ...
Ein wenig Hoff nung auf bessere Zeiten weckte indes der
Club-Chef: „Wir haben auf unserer jüngsten Präsidiumssitzung beschlossen, dass der Etat 2012/13
für die erste Mannschaft (rund eine Million Euro/d. Red.) nicht gekürzt, sondern leicht erhöht und stattdessen in anderen Bereichen gespart wird“, sagte Fechner.
Boykott-Gerüchte der „Alt-Stars“ vom Europacupsieg 1974, die sich jährlich treffen, diesmal in Magdeburg Station machten, aber nicht in der MDCC-Arena waren, sondern
sich bei einer Dampferfahrt auf der Elbe vergnügten, dementierte Fechner: „Das war lange geplant.
Da stand der Rückspieltermin gegen Lübeck noch gar nicht fest.“
FCM: Tischer - Butzen (85. Kalkutschke), Halke,Friebertshäuser, Neumann, Wolf, Deumelandt
(62. Lenk), Instenberg, Brendel, Becker,Wright (62. Koschwitz)
Lübeck: Toboll - Gebers, Schaff rath, Marheineke,
Steinwarth, Zekjiri, Kluk, Jakubiak (74.
Sirmais), Cornelius (66. Hartmann), Diabang
(55. Voss), Kadah
Schiedsrichter: Heft (Wietmarschen). Zuschauer:
2470. Tore: 0:1 Halke (Selbsttor/22.),
0:2 Kadah (65.). Gelb: Halke, Becker / –

Samstag, 12. Mai 2012 - 08:56 Uhr
Ausklang wie eine Erlösung

Autor: Uwe Tiedemann

Heute letztes FCM-Heimspiel gegen VfB Lübeck

Sage und schreibe 16 Anläufe benötigte Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg im laufenden Spieljahr, um Ende April mit dem 2:0 über den SV Wilhelmshaven den ersten Heimsieg einzufahren (siehe Infokasten). Eine Katastrophen-Bilanz! Heute (13.30 Uhr) nun steigt in der MDCC-Arena gegen den VfB Lübeck die 17. und letzte Partie.
Nach all den trostlosen Vorstellungen ist ein neuer Zuschauernegativrekord (bislang 2320 gegen Meppen) kaum zu vermeiden. Der war eigentlich schon gegen Wilhelmshaven fällig, konnte durch den in der Arena durchgeführten 3. Behindertentag (bei dem immerhin 1350 Euro an Spenden, davon allein 1000 aus der Franz-Beckenbauer-Stiftung, zusammenkamen) aber verhindert werden. Und heute?
Die Zahl der mitreisenden Gäste-Fans dürfte überschaubar bleiben, denn auch die Marzipanstädter konnten die Erwartungen nicht annähernd erfüllen.
Auf Seiten des FCM sind die Verantwortlichen zwar bemüht, sich ordentlich zu verabschieden, doch hat nicht das Ergebnis Priorität, sondern die Weichenstellung für 2012/13.
Da sind bislang erst wenige Entscheidungen gefallen. Tobias Friebertshäuser und Maik Koschwitz haben verlängert (Volksstimme berichtete), Tobias Scharlau und Kosta Rodrigues müssen gehen. Für Letzteren fand Präsidiumsmitglied Mario Kallnik dennoch lobende Worte: „Ich ziehe den Hut vor Kosta, weil er sich stets eingebracht hat und auch jetzt, wo feststeht, dass sich unsere Wege trennen, absolut professionell verhält.“ Gerne verlängern möchte der Club vor allem mit Torhüter Matthias Tischer und Mittelfeldakteur Tobias Becker. Hier laufen die Gespräche mit den Beratern. Tendenz momentan: Beide werden den FCM wohl verlassen, zumal Kallnik betonte, dass durch die wirtschaftlichen Engpässe so gut wie kein finanzieller Spielraum besteht.

Freitag, 11. Mai 2012 - 04:58 Uhr
Trainerstab beim Club bald komplett

Fußball FCM holt Windelband / Beer soll folgen / Koschwitz bleibt
Von Uwe Tiedemann

Das Stühlerücken beim Fußball-Regionalliga-Schlusslicht 1. FC Magdeburg (morgen Saison-„Finale“ gegen den VfB Lübeck) geht weiter. Dabei hat der Club seinen Trainerstab für das Spieljahr 2012/13 in Kürze komplett.

An der Seite von Chefcoach Andreas Petersen (51) sollen künftig die Eigengewächse Frank Windelband (51/derzeit noch als Co-Trainer in Diensten des Landesligisten VfB Ottersleben) als Assistenztrainer und Ex-Keeper Christian Beer (31) als Torwarttrainer fungieren. Der bisherige Co-Trainer Ronny Thielemann (38/Vertrag bis 2013) rückt in den Jugendbereich. Mit Windelband hat sich der Club bereits geeinigt, mit Beer müssen noch letzte Details geklärt werden.

Der frühere DDR-Oberligakicker Windelband hatte über viele Jahre bereits die Rolle des Co-Trainers eingenommen, sich dann aber 2010 aus beruflichen Gründen zurückgezogen. FCMDauerbrenner Beer (190 Pflichtspieleinsätze) musste wegen einer schweren Verletzung (Kreuzbandriss) am 14. April 2010 im Landespokal in Sandersdorf (5:0) seine Karriere beenden und absolviert gerade ein Lehramtsstudium.

Präsidiumsmitglied Mario Kallnik sieht in Windelband und Beer eine ideale Besetzung: „Beide sind hochmotiviert, loyal, ehrlich und kennen das Umfeld.“ Speziell bei den Keepern bestehe, so Kallnik, Nachholbedarf: „Unsere Torleute haben sich in der Vergangenheit nicht weiterentwickelt, was wir uns auf Dauer nicht leisten können.“

Nach Volksstimme-Informationen soll auch der finanzielle Aspekt keine unerhebliche Rolle gespielt haben, denn der FCM unterliegt nach der Chaossaison gewissen wirtschaftlichen Zwängen.

Darüber hinaus ist Kallnik froh, dass er mit Thielemann eine Einigung erzielt hat. „Wir wollen seine Erfahrungen als Ex-Profi nutzen. Wenn Not am Mann ist, kann es durchaus sein, dass Ronny vorübergehend die Arbeit beim Regionalligateam unterstützt. Tendenziell aber wird er im Nachwuchs arbeiten und zwar im Leistungsbereich, was die U23, A- und B-Junioren umfasst“, sagte Kallnik. Bei welchem Team der A-Lizenzinhaber genau einsteigt, muss noch entschieden werden.

Übrigens: Sturm-Hoffnung Maik Koschwitz (22) hat gestern um ein Jahr verlängert. Verlassen werden den Club dagegen Kosta Rodrigues und Tobias Scharlau.

Donnerstag, 10. Mai 2012 - 04:43 Uhr
Überraschende Wende im Fall Wolf“

Fußball-Regionalliga Trainer Müller holt FCM-Stürmer zurück
Von Uwe Tiedemann

Eigentlich galt der „Fall Denis Wolf“ beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg als abgeschlossen. Der Stürmer war von Ex-Trainer Detlef Ullrich wegen mangelnder Einstellung vor dem Auswärtsspiel beim HSV II (2:2) in die zweite Mannschaft strafversetzt worden. Doch nun mischte der 29-Jährige zur Überraschung vieler in Havelse (0:4) wieder von Beginn an mit. Grund: Interimscoach Carsten Müller hat ihn zurückbeordert.

„Dass Denis zur U23 geschickt wurde, hatte sicherlich Gründe, die ich aber nicht kenne, weil ich nicht dicht genug dran war an der Mannschaft. Aber das war vor meiner Zeit, und ich hatte nach einem längeren Gespräch, in dem der Spieler sehr selbstkri tisch war und nicht etwa anderen die Schuld gegeben hat, das Gefühl, dass er um eine neue Chance kämpfen möchte. Hinzu kam, dass er sich während seiner Zeit in der U 23 absolut professionell verhalten hat“, erläuterte Müller seine Beweggründe für die „Rückholaktion“.

Andere Ursachen, etwa die, dass der neue Trainer Andreas Petersen an Wolf festhalten möchte, gibt es laut Müller nicht: „Das war allein meine Entscheidung.“

Der mittlerweile vierte Übungsleiter des FCM in der laufenden Saison räumte zwar ein, dass Wolfs Leistung in Havelse „eher unauffällig“ gewesen sei, dass er aber weiterhin an ihm festhalten werde: „Wenn sich Denis nicht noch verletzt, wird er am Sonnabend (13.30 Uhr, MDCC Arena) im letzten Heimspiel gegen den VfB Lübeck wieder von Beginn an dabei sein.“

Müller schätzt die Fähigkeiten des Angreifers, ist davon überzeugt, dass „der Individualist Wolf in einem gefestigten Team ein erfolgreicher Fußballer ist, sei es als Torschütze oder als Vorbereiter“. Sein Potenzial konnte der gebürtige Hannoveraner in dieser Saison allerdings in keinster Weise abrufen, wartet er doch noch immer auf seinen ersten Treffer.

Wie es mit Wolf, dessen Vertrag zum 30. Juni ausläuft, weitergeht, weiß Müller nicht. Sein Kommentar dazu: „Wenn ich auch in der nächsten Saison die Verantwortung hätte, würde ich nach der Saison einen Strich ziehen und dann entscheiden. Derzeit stünden die Chancen bei 50:50.“

Mittwoch, 9. Mai 2012 - 04:53 Uhr
Denkbar ungünstiger Zeitpunkt fürs Stadion-Jubiläum

Fußball-Regionalliga FCM trägt Sonnabend gegen den VfB Lübeck sein 100. Pflichtspiel in der MDCC-Arena aus
Von Uwe Tiedemann

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg bestreitet am Sonnabend gegen den VfB Lübeck (Anstoß 13.30 Uhr) sein 100. Pflichtspiel in der MDCC-Arena (im Juli 2009 umbenannt). Das Jubiläum kommt allerdings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn es ist das letzte Heimspiel einer desaströs verlaufenen Saison und jeder Club-Fan deshalb heilfroh, wenn endlich ein Schlussstrich gezogen wird.

Dennoch lohnt sich ein Blick zurück: Am 10. Dezember 2006 wurde das 30,9 Millionen Euro teure Stadion von Oberbürgermeister Lutz Trümper und „Kaiser“ Franz Beckenbauer feierlich eingeweiht. Rund 50000 Neugierige fanden im Verlauf dieses Tages den Weg in die Friedrich-Ebert-Straße.

Sportlich lag dann aber zunächst ein Fluch über der neuen Arena, weil die einheimischen Club-Kicker das gegnerische Tor partout nicht trafen. Ähnliches ereignet sich im Übrigen gerade im laufenden Spieljahr, nur mit einem weitaus schlimmeren Ausmaß, weil es die gesamte Saison betrifft ... Erst am 10. März 2007 fielen beim 2:2 gegen Fortuna Düsseldorf die ersten beiden Treffer. Das Präsidium hatte mittlerweile entschieden, dass der erste Torschütze lebenslang freien Eintritt erhalten sollte. Diese Ehre wurde letztlich Christopher Kullmann zuteil.

Wenig später folgte dann das erste von insgesamt nur zwei absoluten Highlights in der Arena. Am 2. Juni trat der Club gegen den bereits als Meister feststehenden FC St. Pauli an und wäre bei einem Sieg ebenfalls in die 2. Liga aufgestiegen. Vor ausverkauftem Haus (25300 Zuschauer) reichte es bekanntlich nur zu einem 1:1. Aus der Traum vom greifbar nahen Durchmarsch.

Wenig später war die „Hütte“ noch ein zweites Mal proppevoll. Am 4. August verfolgten 25230 Zuschauer die 1:4-Niederlage in der 1. DFB-Pokalrunde gegen Erstligist Borussia Dortmund.

Mittlerweile ist an solche Besucherzahlen nicht mehr zu denken. Es ging inzwischen sogar steil bergab, und die 2320 Zuschauer beim 0:0 am 15. April gegen den SV Meppen bedeuteten Punktspiel-Minusrekord.

Die Gesamtbilanz nach 99 Pflichtspielen sieht so aus: 38 Siege, 33 Unentschieden, 28 Niederlagen, 138:108 Tore, 783 970 Zuschauer. Den höchsten Regionalliga-Heimsieg gab es am 29. November 2009 gegen Tennis Borussia (7:0), die höchste Heimniederlage am 31. Oktober 2010 gegen den Chemnitzer FC (1:6).

Nun also am Sonnabend das vermutlich trostlose Saison-„Finale“ 2011/12 gegen Lübeck – der FCM (erst ein Heimsieg) hätte sich wahrlich ein würdigeres Jubiläum gewünscht.

Dienstag, 8. Mai 2012 - 04:41 Uhr
„Saison mit Anstand zu Ende bringen“

Fußball-Regionalliga Carsten Müller mittlerweile der vierte Trainer des 1. FC Magdeburg
Von Uwe Tiedemann

Schon einmal musste Müller als Feuerwehrmann einspringen. Das war vor zwei Jahren nach der Entlassung von Steffen Baumgart. Doch jetzt ist es, so der Fußball-Lehrer, viel schlimmer. „Es gibt zwei gravierende Unterschiede. Damals war die Mannschaft gefestigter, auch was die Hierarchie anbetrifft. Und die individuelle Qualität der Spieler war zum Teil deutlich besser“, sagte Müller, der für den am vergangenen Donnerstagabend beurlaubten Detlef Ullrich eingesprungen ist.

Ziel, so Müller, kann es nur noch sein, das Spieljahr mit Anstand über die Bühne zu bringen. Am kommenden Sonnabend heißt im abschließenden Heimspiel VfB Lübeck der Gegner, eine Woche später geht es zu Hannover 96 II.

Wie schon in Havelse will Müller einiges ausprobieren, will Spielern eine Chance geben, die bislang weniger Einsatzzeiten hatten. Auf die Frage, ob sich jetzt am vergangenen Sonntag jemand hervorgetan habe, antwortete Müller mit einem klaren Nein: „Ich spreche niemandem den Willen ab, aber da war noch jede Menge Luft nach oben.“ Und genau das ist ein Punkt, den Müller nicht nachvollziehen kann: „Wenn ich schon nicht bereit bin, für den FCM alles zu geben, dann muss ich aber doch an meine eigene Karriere denken und Vollgas geben, um in der nächsten Saison wieder einen Verein zu finden.“ Das sei leider nicht der Fall, weil doch bei so manchem Akteur die entsprechende Grundsteinstellung fehle.

Unterm Strich, so der Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums, hat bei einigen Kickern die Qualität für die Regionalliga einfach nicht ausgereicht und der ein oder andere vermeintliche Führungsspieler sein Leistungsvermögen nicht abrufen können. Und in die sem Negativsog sei es verständlicherweise auch den jungen Leuten nicht gelungen, das Ruder herumzureißen.

Müller betonte, dass auch in den beiden verbleibenden Partien „getestet“ werden soll, und dass er dabei aber das alleinige Sagen habe. „Natürlich stehe ich in ständigem Kontakt mit unserem neuen Trainer Andreas Petersen, aber die Entscheidung, wer am Wochenende auf dem Platz steht, treffe ich.“

Für die Zukunft wünscht sich der total mit dem FCM verwachsene Müller, dass „der Club aus einer Saison, in der es in fast allen Bereichen nicht gepasst hatte, gelernt hat und dass mit ehrlicher sauberer Zusammenarbeit und nicht zuletzt mit besserer Außendarstellung ein Neubeginn gelingt“.

Montag, 7. Mai 2012 - 04:32 Uhr
FCM im Stau – erst auf der A 2, dann auf dem Spielfeld

Fußball-Regionalliga 0:4 in Havelse / Ballverluste, Fehlpässe, Abwehrschnitzer führen zur höchsten Saisonniederlage

Von Uwe Tiedemann

Der erste Heimsieg am vergangenen Sonntag (2:0 über den SV Wilhelmshaven) war nur ein kurzes Strohfeuer: Mit der höchsten Saisonniederlage – 0:4 (0:3) beim TSV Havelse – hat gestern Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg nach einer chaotischen Anreise seinen letzten Tabellenplatz „gefestigt“. Dem FCM, so scheint es, bleibt im laufenden Spieljahr wirklich nichts erspart. Die Elbestädter gerieten wegen einer Vollsperung auf der A 2 zwischen Hämelerwald und Lehrte in einen Mega-Stau, so dass die Partie in Hannover-Garbsen erst mit knapp einer Stunde Verspätung angepfiffen werden konnte.

Kaum auf dem Platz, gerieten die Gäste vor den Augen ihres neuen Trainers Andreas Petersen auch schon in Rückstand. Der freigespielte Maletzki ließ nach schöner Vorarbeit von Beismann Keeper Tischer keine Chance (12.). Wenig später erhöhte Vucinovic aus kurzer Distanz per Kopf auf 2:0 (19.). Und nach einer halben Stunde hieß es durch einen trockenen Flachschuss von Hintzke gar 3:0. Vorausgegangen waren teilweise haarsträubende Abwehrfehler.

„Wenn man eine solch kapitale individuelle Fehlerkette produziert, darf man sich nicht wundern, wenn man frühzeitig auf die Verliererstraße gerät“, befand später Interimstrainer Carsten Müller, der die problematische Anreise „nicht als Entschuldigung gelten lassen“ wollte. Beim Club wollte wie so oft in dieser Saison wenig bis nichts gelingen. Und wenn der Ball tatsächlich einmal über mehrere Stationen lief, war spätestens beim finalen (Fehl)-Pass vorm gegnerischen Tor Feierabend. Typisch, dass es bis zur 39. Minute dauerte, ehe die Gäste zu ihrer ersten gefährlichen Aktion kamen (Deumelandt-Schuss abgewehrt).

Nach dem Wechsel tat sich nicht mehr allzu viel. Havelse schaltete einen Gang zurück, verwaltete das Ergebnis, Magdeburg fehlten die Mittel und vor allem die Durchschlagskraft, um es vielleicht noch einmal spannend zu machen. Ein weiterer unnötiger Ballverlust im Mittelfeld führte dazu, dass die Niedersachsen durch Moslehe sogar auf 4:0 erhöhten und dem FCM (ohne Friebertshäuser, Hackenberg, Krieger, Kurth, Rodrigues und Wright) damit die höchste Saisonniederlage beibrachten (78.).

Einen kleinen positiven Aspekt aus FCM-Sicht gab es dann aber doch. Müller: „Mein Dank gilt den mitgereisten Fans. Das ist in der momentan schwierigen Situation nicht selbstverständlich und ein Zeichen, dass der Verein lebt.“

Samstag, 5. Mai 2012 - 07:14 Uhr
Personalie Ullrich noch nicht erledigt

Fußball-Regionalliga FCM-Chef Fechner will „Einvernehmen“ / Friebertshäuser verlängert
Von Klaus Renner

Fußball-Regionalligist FCM hat den 36. Trainer seiner Vereinsgeschichte. Und wie schon einmal vor fast genau zwei Jahren, als Steffen Baumgarts Übungsleiterkarriere beim FCM abrupt endete, trägt erneut der Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums, Carsten Müller, bis zum Saisonende die Verantwortung für die Regionalliga-Elf. Der erst vergangene Woche als Trainer verpflichtete Andreas Petersen tritt sein Amt erst am 1. Juli an (Volksstimme berichtete).

Detlef Ullrich hatte nach der Entscheidung des Präsidiums für Petersen, den bisherigen Coach von Germania Halberstadt, vor einer Woche bei FCM-Chef Peter Fechner um ein Gespräch nachgesucht. Am späten Donnerstagabend, im Anschluss an die planmäßige Präsidiumssitzung, in der das vierköpfige Gremium einen „Kassensturz“ vorgenommen hatte, nahm Ullrich die schwerwie gende Nachricht entgegen.

Fechner erläuterte gestern das Prozedere: „Das Präsidium hat sich zu strategischen Fragen verständigt. Fakt ist, wir haben unsere sportliche Zielstellung nicht erreicht und deshalb alle Bereiche auf den Prüfstand gestellt. Wir kommen zwangsläufig an strukturellen Veränderungen nicht vorbei. Da wird in den nächsten Wochen noch einiges passieren. Wir werden Verantwortungen konzentrieren.“ Es gibt beim Viertligisten Überlegungen, künftig das Amt des Sportdirektors mit dem des Cheftrainers zu verbinden. Dazu äußerte sich Präsidiumsmitglied Mario Kallnik gestern: „Es ist zwar noch nicht beschlossen, aber ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft keinen Sportdirektor mehr haben werden.“

Daraufhin sei als erster Schritt Ullrich (Vertrag beim FCM bis 30. Juni 2013) freigestellt worden. Fechner betonte gestern sein Interesse an einer „einvernehmlichen Lösung“, ließ aber Details offen. Detlef Ullrichs Zukunft würde „weitgehend davon abhängen, wie er sie sich selbst vorstellt“. Die „Bandbreite“ sei groß.

Fechner weiter: „Ich schätze ihn, erst ist menschlich ein sauberer Typ. Darum ist es mir wichtig, dass wir uns auch in Zukunft in die Augen sehen können.“

Ullrich selbst, der sich gestern nicht in Magdeburg aufhielt, wollte sich zum Verlauf der Präsidiumssitzung und seinen Zukunftsplänen nicht äußern. Er antwortete auf Volksstimme-Nachfrage: „Wir haben Stillschweigen vereinbart. Ich werde dann etwas sagen, wenn alles beredet ist.“

In weiser Zurückhaltung übte sich auch Andreas Petersen. „Ich sitze im Glashaus und werde deshalb nicht mit Steinen werfen. Schließlich trage ich erst ab 1. Juli beim FCM die Verantwortung. Also halte ich mich mit Aussagen zurück.“ Seine derzeitige Hauptaufgabe bestehe darin, die Regionalligamannschaft für die kommende Saison zu formieren. Petersen bezeichnet sich als „guter Beobachter“, der zurzeit „hospitiert“, sich täglich mit Carsten Müller und Präsidiumsmitglied Mario Kallnik berät, aber selbst keine Festlegungen trifft.

Mit der Vertragsverlängerung von Tobias Friebertshäuser um zwei Jahre bis 2014 hat der FCM gestern, zwei Tage vor dem Auswärtsspiel beim TSV Havelse (Sonntag, 13.30 Uhr), einen weiteren Pflock eingeschlagen.

Zur Entscheidung des Vereins, Angreifer Christopher Wright nach Saisonende ziehen zu lassen, meinte Petersen: „Das ist vor meiner Zeit so festgelegt worden. Aber so ist das Fußballgeschäft. Es ist ein Kommen und Gehen. Jeder ist ersetzbar.“ Er sei damit befasst, „nun etwas Besseres zu bekommen“.

Freitag, 4. Mai 2012 - 07:33 Uhr
Lizenzerteilung für FCM diesmal ein „Kinderspiel“

Fußball-Regionalliga Kriterien für kommende Saison deutlich gelockert / Zahlreiche Ostduelle in neuer Staffel
Von Uwe Tiedemann

Mit der Regionalliga-Strukturreform 2012/13 und der damit verbundenen Aufstockung von drei auf fünf Staffeln ändern sich auch die Zuständigkeiten. Die Vereine müssen sich nicht mehr gegenüber dem DFB, sondern den einzelnen Regionalverbänden verantworten, was die Sache wesentlich erleichtert. Für den FCM und Germania Halberstadt ist nun der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) zuständig.

„Unter der ,Herrschaft‘ des DFB war der Nachweis der wirtschaft lichen Leistungsfähigkeit stets mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Das ist jetzt komplett entfallen, sondern nur noch ein Betrag von 15000 Euro notwendig, der entweder in bar oder durch eine Bürgschaft als Sicherheit hinterlegt werden muss “, sagte FCMVize-Präsident Hagen Hoffmann.

Auch andere Kriterien wurden gelockert. So muss laut Hoffmann das eigene Stadion nicht mehr wie bisher über ein Fassungsvermögen von 10 000 Plätzen (darunter 2200 Sitzplätze und wiederum davon ein Drittel überdacht), son dern nur noch über 3000 Ränge (300 Sitzplätze, 100 •überdacht) verfügen.

Der FCM hatte seinen Antrag auf Lizenzerteilung (Frist war der 20. April) bereits vor mehreren Wochen eingereicht und rechnet, so Hoffmann, Ende Mai mit einem positiven Bescheid des NOFV. Schon unter dem Dach des DFB hatte es in den vergangenen Jahren nie ernsthafte Schwierigkeiten gegeben, so dass die neue Lizenz diesmal reine Formsache ist. Auch mit For derungen wie mindestens vier Nachwuchsmannschaften – beim Club sind es insgesamt zehn – hat ein so großer Verein wie der 1. FC Magdeburg keinerlei Schwierigkeiten.

Viel spannender ist da schon die Frage, wie die Zusammensetzung der künftigen Nordoststaffel aussieht. Hoffmann: „Die Liste für 2012/13 wird vom NOFV wöchentlich aktualisiert. Letzter Stand war der 30. April.“

Derzeit gehören neben dem FCM und Germania Halberstadt folgende 14 Mannschaften der Liga an: Carl Zeiss Jena, RB Leipzig, Berliner AK, VFC Plauen, ZFC Meuselwitz, Hertha BSC II, Energie Cottbus II, Union Berlin II, TSG Neustrelitz, Optik Rathenow, FSV Zwickau, VfB Auerbach, Lok Leipzig, Berliner FC Viktoria beziehungsweise Budissa Bautzen.

Hoffmann: „Es wird einerseits zu dem einen oder anderen reizvollen Ostduell kommen, andererseits sind natürlich Vereine wie Neustrelitz oder Rathenow dabei, die nun nicht gerade als Zuschauermagnet gelten.“

Donnerstag, 3. Mai 2012 - 06:57 Uhr
Geht es heute Abend Sportchef Ullrich an den Kragen?

Fußball-Regionalliga Kassensturz und Personalfragen: FCM steht vor richtungsweisender Präsidiumssitzung
Von Uwe Tiedemann

Beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg steht heute Abend eine richtungsweisende Präsidiumssitzung an. Es geht nicht mehr und nicht weniger um die Saisonplanung für 2012/13, wobei sich alle Beteiligten im Vorfeld darüber einig sind, dass es ein weiteres Seuchenjahr wie das laufende nicht wieder geben darf.

Club-Chef Peter Fechner hielt sich gestern mit Prognosen zurück: „Ich will und kann nicht vorgreifen. Klar ist nur, dass alle Bereiche auf den Prüfstand kommen, wir uns quasi in erster Lesung auch mit Zahlen beschäftigen und dann ausloten müssen, was machbar ist und was nicht.“ Und mit Blick auf die angespannte Finanzlage: „Mitunter ist es schwieriger, Leute zu animieren, Geld für den Club zu geben als einen neuen Trainer zu finden ...“

Diese Personalie ist seit vergangener Woche bekanntlich vom Tisch und der Verein heilfroh, mit Andreas Petersen einen neuen Übungsleiter inthronisiert zu haben.

Fakt ist: Der FCM muss in der kommenden Saison kleinere Brötchen backen, das heißt, mit einem geringeren Etat als derzeit (2,49 Millionen Euro/d. Red.) auskommen. Fechner bestätigte diesbezüglich noch einmal die Aussagen von Präsidiumsmitglied Mario Kallnik, der auf deutlich niedrigere TV-Einnahmen (10 000 statt 100000 Euro) und wegen der künftigen 16er-Staffel auf zwei Heimspiele weniger verwiesen hatte.

Die Aussage von Kallnik, der den Nichtabstieg als Saisonziel herausgegeben hatte (Volksstimme berichtete), wollte Fechner nicht kommentieren: „Ich werde mich zu Zielsetzungen öffentlich nicht mehr äußern, weil ich genug Prügel eingesteckt habe.“

Fechner räumte zumindest den „Widerspruch“ aus den total verschiedenen Sichtweisen von Kallnik und Sportdirektor Detlef Ullrich ein. Während Kallnik von einer „sportlichen Insolvenz“ spricht, hatte Ullrich stets argumentiert, dass dieses Team über genügend Potenzial verfüge und Fechner in dem Glauben gelassen, man könne in der nächsten Saison oben mitmischen. Dafür hatte der Präsident in der Tat jede Menge Kritik einstecken müssen.

Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass die Trendwende eben nicht geschafft wurde, können, so vermuten Insider, die Verantwortlichen eigentlich gar nicht anders handeln, als Ullrich (Vertrag bis 2013) von seinen Aufgaben bei der Regionalligamannschaft zu entbinden.

Der FCM kann als Tabellenletzter von Glück sagen, dass in dieser Saison niemand absteigt. Fechner: „Schönfärberei wird es bei uns nicht geben. Man muss klar sagen, dass das sportliche Ziel eindeutig verfehlt wurde.“ Einen kleinen Blick nach vorn wagte Fechner dann aber doch: „Die bevorstehenden Aufgaben sind nicht einfach, aber auch nicht unlösbar.“

Mittwoch, 2. Mai 2012 - 06:50 Uhr
„Das Saisonziel für 2013 heißt Nichtabstieg“

Fußball-Regionalliga Das neue FCM-Präsidiumsmitglied Mario Kallnik im Volksstimme-Interview


Volksstimme: Herr Kallnik, mit Andreas Petersen als neuen Trainer ist die wichtigste Personalie geklärt. Aber es gibt jede Menge weitere Baustellen, oder?

Mario Kallnik: So ist es. Leider. Als nächstes werden die Gespräche mit den Spielern fortgesetzt. Volksstimme: Wie sieht es da konkret aus?

Kallnik: 13 Verträge laufen aus, zehn Spieler haben noch einen Kontrakt für 2012/13. Es ist aber klar, dass wir uns gezielt verstärken müssen.

Es gibt Defizite beim Tempospiel, in 1:1-Situationen
und natürlich in der Offensive.

Volksstimme: Was spricht gegen einen kompletten Neubeginn, sich also auch von Spielern zu trennen, die noch an den Club gebunden sind? Kallnik: Die angespannte finanzielle Lage, die auf eine Verkettung von Fehlern in der Vergangenheit zurückzuführen ist. Unser Entscheidungsspielraum ist mittlerweile stark eingeengt. Volksstimme: Das heißt, als FCM-Fan muss man sich vorläufig in Geduld üben.

Kallnik: Genau. Es muss ein Umdenkungsprozess stattfinden. Wir sind quasi sportlich insolvent, haben uns nicht weiterentwickelt. Hinzu kommt, dass wir in der kommenden Saison mit einem um etwa 200 000 Euro geringeren Etat auskommen müssen (derzeit 2,49 Millionen Euro/d. Red.), dass die TV-Einnahmen in der neuen Regionalliga von rund 100 000 auf 10 000 Euro sinken und wir künftig auch zwei Heimspiele weniger haben.

Volksstimme: Wie lautet das Saisonziel für 2012/13?

Kallnik: Nichtabstieg.

Volksstimme: Wie bitte? Bislang war immer die Rede davon, oben mitmischen zu wollen.

Kallnik: Wir müssen aufhören zu träumen, sondern der Wahrheit ins Auge blicken. Auch wenn sie bitter ist. Bei uns liegt das Kernprodukt am Boden, andere Vereine sind dagegen viel weiter und vorbeigezogen. Wir müssen verstärkt auf die Jugend setzen und versuchen, uns in kleinen Schritten weiterzuentwickeln. Dazu gehört als erstes, in Heim spielen anders aufzutreten. Und wir brauchen Typen, die vorangehen. Damit meine ich nicht nur die Spieler auf dem Platz. Wir können nur etwas erreichen, wenn wir es gemeinsam anpacken und der ein oder andere seine persönlichen Eitelkeiten zurückstellt.

Volksstimme: Wie geht es mit Sportdirektor Detlef Ullrich weiter, einer der Hauptschuldigen für die Misere?

Kallnik: Bevor nicht mit dem Betroffenen persönlich gesprochen wurde, was demnächst passiert, werde ich mich dazu in der Öffentlichkeit nicht äußern. Das gebührt der Respekt.

Volksstimme: Auch Präsident Peter Fechner ist mittlerweile in die Kritik geraten ...

Kallnik: Aber man sollte den Menschen dahinter sehen. Peter Fechner ist ausgesprochen loyal und hat die sportlichen Kompetenzen stets übertragen. In einigen Fällen hat er die Situation vielleicht ein wenig unterschätzt. Volksstimme: Es heißt, Sie arbeiten daran, die Fußball-Kompetenz im Präsidium weiter zu stärken und wollen zusätzliche Leute ins Boot holen.

Kallnik: Das ist korrekt. Es gibt auch bereits Gespräche. Namen möchte ich aber noch nicht nennen.

Volksstimme: Halten denn die Sponsoren weiter zur Stange?

Kallnik: So mancher hat sich abgekehrt, was völlig verständlich ist. Man rennt nirgendwo mehr offene Türen ein.

Volksstimme: Wo muss der Hebel angesetzt werden?

Kallnik: Wir müssen versuchen, so schnell wie möglich das Vertrauen zurück gewinnen. Das gilt insbesondere auch für die Fanszene, für deren Verhalten ich nach solch einer Seuchensaison mit dem „Fall Bauer“, dem Asap-Theater und dem Halbfinal-Pokal-Aus in Haldensleben durchaus Verständnis habe. Aber ich betone noch einmal: Es müssen alle an einem Strang ziehen, ein Mario Kallnik kann es nicht alleine und ist vor allem kein Heilsbringer.

Montag, 30. April 2012 - 09:06 Uhr
FCM beendet nach elf (!) Monaten Heimfluch

Von Uwe Tiedemann

Fußball-Regionalliga-Schlusslicht 1. FC Magdeburg bleibt die Schmach einer kompletten Saison ohne Heimsieg erspart. Gestern zeigte der Club zwar erneut eine schwache Leistung, gewann aber 2:0 (0:0) gegen SV Wilhelmshaven - der erste Dreier nach elf (!) Monaten (am 28. Mai 2011 2:0 über Kiel).

Vor allem im ersten Abschnitt herrschte auf beiden Seiten jede Menge Leerlauf, und der verkrampfte, mitunter stümperhafte FCM musste sich schon nach 20 Minuten die ersten Pfiffe anhören. Oberbürgermeister Trümper konstatierte zur Pause völlig zu Recht: "Mit Fußball hat das nicht viel zu tun. Es ist kein System erkennbar." Und: "Ich bezweifle, dass es nur an der Verunsicherung liegt. Es fehlt ganz offensichtlich die Qualität."

Nach dem Wechsel kniete sich der FCM mehr rein und profitierte natürlich auch vom frühen 1:0 durch Krieger nach abgefälschter Flanke von Neumann (47.). Vom Gast aus dem hohen Norden war auch danach wenig bis gar nichts zu sehen, was den verärgerten Trainer Neidhart zu folgendem Statement veranlasste: "Wir waren in der 2. Halbzeit mausetot und somit ein netter Aufbaugegner."

Als in der Endphase Hofmann gegen die sich im Tiefschlaf befindliche FCM-Abwehr einen Freistoß aus wenigen Metern neben den Pfosten setzte (87.) und kurz danach Koschwitz nach Burdens-ki-Flanke einen der ganz wenigen gelungenen Angriffe per Kopf zum 2:0 abschloss (89.), war der Heimfluch gebrochen.

"Die Truppe hat phasenweise bewiesen, dass sie Fußball spielen kann und in dieser schwierigen Situation Charakter gezeigt", befand später Trainer Ullrich.

Insgesamt aber herrschte wieder einmal über weite Strecken Tristesse. Ein neuer Zuschauer-Negativrekord blieb nur deswegen aus, weil gestern der 3. Behindertentag in der MDCC-Arena stattfand. Und als diesbezüglich Trümper, DFB-Ehren-Vize-Präsident Moldenhauer und FCM-Chef Fechner die gelungene Aktion lobten, gingen Fechners Worte in einem gellenden Pfeifkonzert fast unter.

Negativ auch die Aktion von Burdenski kurz vor dem Abpfiff: Der 20-Jährige ließ sich gegen den Wilhelmshavener Karli zu einem Revanchefoul hinreißen und sah folgerichtig Rot!

FCM-Dauerbrenner Neumann sah ein Fünkchen Hoffnung: "Man darf den Sieg nicht überbewerten. Wir sind weiterhin Letzter. Ich wünsche mir aber, dass dies ein positives Signal war und nach einer beschissenen Saison endlich wieder bessere Zeiten anbrechen."

Und was sagte der neue Trainer Petersen, der die Partie in der äußersten Loge 9 verfolgte, zu seiner neuen Mannschaft? Gar nichts! Präsidiumsmitglied Kallnik: "Wir beobachten und ziehen unsere Schlüsse, haben uns aber abgestimmt, keinen Kommentar zum Spiel abzugeben. Das wäre in der gegenwärtigen Situation nicht förderlich."

FCM: Tischer - Austermann, Hackenberg, Friebertshäuser, Lenk, Viteritti (70. Deumelandt), Rodrigues, Becker (54. Burdenski), Neumann, Krieger, Koschwitz (89. Wright)

Wilhelmshaven: Gerdes - Yilmaz, Hofmann, Softic, Celikyurt, Broniszewski (69. Koweschnikow), Puttkammer (74. Franziskus), Skoda (54. Alawie), Sam, Behrens, Karli

Schiedsrichter: Völk (Kronach). Zuschauer: 3047. Tore: 1:0 Krieger (47.), 2:0 Koschwitz (89.). Gelb: Lenk, Koschwitz / Karli, Behrens, Franziskus. Rot: Burdenski (90./Tätlichkeit)

Samstag, 28. April 2012 - 09:09 Uhr
Kallnik: „Petersen ist Wahl A für den FCM“

Fußball-Regionalliga Ex-Trainer von Germania Halberstadt unterschreibt Vertrag bis 2014

Von Klaus Renner und Uwe Tiedemann

An Selbstvertrauen mangelt es dem neuen FCMCheftrainer Andreas Petersen keinesfalls. „Mario Kallnik hat in mir den richtigen Trainer für den Verein gefunden. Ich traue mir diese Aufgabe zu und fühle mich gewappnet“, waren die
einleitenden Worte des 51-Jährigen bei der gestrigen Pressekonferenz. Seinen Entschluss, künftig an der Elbe zu arbeiten, bezeichnete er als „für mich sehr einfach und nicht gegen Halberstadt gerichtet, sondern für den FCM“. Dass er als Trainer „immer Entwicklungshelfer“ gewesen sei, der die meiste Zeit seines Berufslebens damit verbrachte, „Mannschaften und Sportler nach oben zu führen“, spreche zudem für Disziplin, Leidenschaft und Fleiß.

In der Stunde seines Amtsantrittes äußerte Petersen gestern die Hoffnung, „dass wir die Zeit und die Geduld haben, um nach vorn zu schauen. Die Regionalligamannschaft des FCM ist am Boden, aber nicht der Verein. Ich will den Verein dahin bringen, wohin er gehört.“ Angesichts des katastrophalen aktuellen Tabellenstandes und des „am Boden liegenden Selbstvertrauens der Mannschaft“ könne sein Ziel in der kommenden Saison nur darin bestehen, nicht abzusteigen und „den FCM perspektivisch wieder aufzubauen“.

Ex-FCM-Spieler Mario Kallnik, seit Anfang April Präsidiumsmit glied, der nach dem Pokal-Aus den Deal mit Petersen eingefädelt hatte, sagte, drei Gründe hätten für Petersen gesprochen: „Der Trainer ist ein ausgesprochener Leader, denn dieser fehlt in unserer Mannschaft. Er ist außerdem sehr kommunikativ. Darüber hinaus sprechen für Andreas Petersen seine Kompetenz, Disziplin und die sprichwörtliche Fußballverrücktheit. Er ist nicht die Wahl B, sondern die Wahl A für den FCM.“ Ab sofort könnten die Planungen für die kommende Saison gemeinsam vorangetrieben werden.

Welche Rolle dabei der Sportdirektor und gleichzeitige Trainer Detlef Ullrich und Co-Trainer Ronny Thielemann spielen werden, bleibt offen. Präsident Peter Fechner antwortete auf Volksstimme-Anfrage ausweichend: „Nach dieser erfolglosen Saison stehen alle Strukturen auf dem Prüfstand.“

Fechner trat gestern am Rande der Pressekonferenz neuerdings im Umlauf befindlichen Gerüchten entgegen, er sei als FCM-Präsident zurückgetreten: „Völliger Blödsinn. Ich lasse doch gerade in dieser Situation den FCM nicht im Stich. Im Gegenteil: Ich will noch eine Weile in meinem Amt bleiben.“

Freitag, 27. April 2012 - 07:34 Uhr
Neuer Coach soll nächste Woche präsentiert werden

Fußball-Regionalliga Präsidiumsmitglied Kallnik sieht den FCM kommende Saison „nicht ganz oben“
Von Klaus Renner

Bärje und Scharlau am Knie operiert, Jovanovic mit Knieproblemen, Kurth mit Zerrung im Oberschenkel, Köhnes Adduktoren zwicken, Wolf zur „Zweiten“ geschickt, Karagiannis entlassen – die FCM-Elf, die am Sonntag (Anstoß 13.30 Uhr, MDCCArena) im 16. und vorletzten Heimspiel der Regionalligasaison (endlich) den ersten „Dreier“ (bei acht Remis und sieben Niederlagen) landen muss, stellt sich fast von selbst auf. Zwangsläufig dürfte ihr Gesicht derjenigen ähneln, die am vergangenen Sonnabend bei der Bundesliga-Reserve des Hamburger SV aus einem 0:2 noch ein 2:2 machte und dabei für ihre Stei gerung in den zweiten 45 Minuten zu Recht Lob erhielt.

Davon, das magere Punktekonto gegen den Drittletzten Wilhelmshaven mit drei Zählern anzureichern, spricht aber nur FCM-Präsident Peter Fechner: „Wie immer erwarte ich den ersten Heimsieg. Nach der zweiten Halbzeit von Hamburg sollte die Mannschaft in der Lage sein, uns diesmal im eigenen Stadion eine Freude zu bereiten.“

Detlef Ullrich, Trainer und sportlicher Leiter, ist da (wohl aus gutem Grund) etwas vorsichtiger, wenn er sagt: „Wilhelmshaven spielt eine ganz starke Rückrunde. Aber wir wollen zeigen, welchen Charakter unsere Spieler haben. Sie müssen unter Beweis stellen, was sie wirklich können. Natürlich will ich jedes Spiel gewinnen.“ Die Aufstellung, so der 56-Jährige selbstbewusst, „mache immer ich“.

Auch Neu-Präsidiumsmitglied Mario Kallnik stellt sich anders lautenden Gerüchten mit Nachdruck entgegen: „Ich sage es noch einmal: Mit der Aufstellung habe ich zu 99 Prozent nichts zu tun. Das ist allein Sache des Trainers.“ Erst in zwei Fällen habe er zuletzt Ullrich gebeten, Spieler einzusetzen, „die wir sehen wollten“. Im Kellerduell gehe es „nicht um die Frage, gewinnen oder verlieren, sondern darum, wie die Spieler auftreten und ob sie zeigen, dass sie bereit sind, auch künftig mit uns zusammenzuarbeiten. Ich möchte eine Mannschaft erleben, die ohne Respekt die Magdeburger Tugenden Kampfgeist, Leidenschaft und Spaß am Spiel in die Waagschale wirft.“

Die Suche nach einem Coach für die Regionalliga-Elf geht nach Kallniks Aussagen in die entscheidende Runde: „Wir haben einige gute Trainer in der engeren Auswahl. In der nächsten Woche sind wir soweit.“ Fakt sei, dass das Feld der Kandidaten „immer enger“ werde. Er sei überzeugt, der FCM werde „eine qualitativ gute Wahl“ treffen. Ob der unter der Hand als Geheimfavorit gehandelte und im Januar bei Drittligist Preußen Münster entlassene Marc Fascher (43) die größten Chancen hätte, wollte er nicht kommentieren: „Es gibt viele gute Trainer, die jedoch zum einen bezahlbar sein und zum anderen in das Modell FCM passen müssen.“

Das Präsidium werde zudem „kaufmännisch solide“ sein Konzept mit Spielern untersetzen, „die eine Entwicklung versprechen“. Der Verein werde sich „nicht totsparen, sondern sinnvoll investieren“. Allerdings werde der FCM „nächste Saison nicht oben stehen. Wir wollen uns vielmehr konstant entwickeln.“

Donnerstag, 26. April 2012 - 07:39 Uhr
Ullrich fühlt sich bestätigt: Mein Konzept

Von Klaus Renner

Von wegen, als sportlicher Leiter aufs Abstellgleis geschoben und vom neuen FCM-Präsidiumsmitglied Mario Kallnik bevormundet. Detlef Ullrich sieht sich vielmehr in seiner auf Langfristigkeit angelegten Arbeit beim Fußball-Regionalligisten bestätigt: "Wir machen nichts anderes als mein vor der Saison erarbeitetes Sportkonzept konsequent umzusetzen." Ullrich meint damit vor allem "die Arbeit mit jungen Spielern, den Einsatz von Perspektivkadern und das Ausprobieren von Spielkonzepten".

Das wiederum decke sich mit Kallniks Auffassung, der, und auch daran erinnerte Ullrich, "auf Vorschlag von Hans-Georg Moldenhauer und mir" als zusätzliches Präsidiumsmitglied mit Fußballkompetenz Anfang des Jahres überhaupt erst ins Gespräch gebracht worden war. Auch seine Zusammenarbeit mit Kallnik bezeichnet Ullrich als "vertrauensvoll, wir tauschen uns täglich über alle Fragen aus". So auch darüber, wer in der kommenden Saison das Training des Regionalligisten leiten soll. Eine Liste der Wunschtrainer mit anfangs 20 Namen sei, so Ullrich, Ende vergangener Woche "auf fünf bis sechs Personen" reduziert worden und soll "noch in dieser Woche abgearbeitet werden". Zeitdruck verspürt der 56-Jährige dabei nicht: "Wir handeln zügig, aber nach der Devise, dass Qualität Vorrang hat."

Die Aufstellung der Elf würde selbstverständlich er erstellen - natürlich ebenfalls in Absprache mit Kallnik. Der dafür zur Verfügung stehende Kader beginnt sich im Übrigen zu lichten: Denis Wolf wurde aus der "Ersten" ausgesondert und wird sein FCM-Engagement in der Verbandsliga-Elf beenden. Für Ersatz-Keeper Asterios Karagiannis ist das Gastspiel in Magdeburg bereits Geschichte. Der Grieche, der einen Heimaturlaub selbstständig um mehrere Tage verlängert hatte, erhielt eine "außerordentliche Kündigung" und konnte den Club verlassen.

Trotz der anhaltenden Erfolglosigkeit und der nach dem Heim-0:0 gegen den SV Meppen laut gewordenen "Ullrich raus"-Rufe im Stadion lässt sich Ullrich nicht beirren: "Ich registriere das, kann es aber verarbeiten. Für mich ist jedoch viel schlimmer, dass die Mannschaft das nicht umsetzt, was wir uns in der Woche erarbeiten." Größtes Manko: "Seit Daniel Bauer weg ist, fehlt uns die Hierarchie."

Mittwoch, 25. April 2012 - 07:34 Uhr
Kontrakt mit Brustsponsor bis Mitte Mai

Von Klaus Renner

Beim Tabellenletzten der Fußball-Regionalliga, dem FCM, scheint die völlig verkorkste Saison abgehakt. Aufsichtsrat und Präsidium beschäftigen sich vielmehr damit, die Vorbereitungen für jene Strukturen zu treffen, auf deren Grundlage es im Spieljahr 2012/13 in der dann fünf Staffeln umfassenden Regionalliga besser als bisher werden soll.
„Wir arbeiten daran, die Wende in unserem Verein einzuleiten“, beschreibt FCM-Chef Peter Fechner das aktuelle Tätigkeitsfeld von Präsidium und Aufsichtsrat. Er stehe deshalb „in täglichem Kontakt“ mit dem Vorsitzenden des höchsten FCM-Gremiums, Lutz Petermann: „Jeden Tag besprechen wir die anstehenden Aufgaben und werten die Ergebnisse aus“, erklärt Fechner, nicht ohne dem Chef des FCM-Aufsichtsrates ein dickes Kompliment zu machen: „Wie sich Herr Petermann bei seinem vollen Terminkalender
als Geschäftsführer eines großen Unternehmens für den FCM engagiert, kann man nicht hoch genug bewerten.“

Während das neue FCM-Präsidiumsmitglied Mario Kallnik (Fechner: „Man spürt, dass er gewaltig am Wirbeln ist.“) zusammen mit dem sportlichen Leiter Detlef Ullrich in ersten Vertragsgesprächen mit Spielern steckt, bereitet Vize Hagen Hoffmann derzeit die Vertragsentwürfe für jene Akteure vor, mit denen der FCM in der kommenden Saison weiterarbeiten will. Angesichts von Kallniks Ansage, er würde Ullrich, der zugleich als Trainer fungiert, vor jeder Partie zu verstehen geben, welche (Perspektiv-) Spieler er in den restlichen Punktspielen sehen möchte, liefert das FCM-Aufgebot vom vergangenen Wochenende so manchen Fingerzeig: Tischer, Austermann, Hackenberg, Friebertshäuser, Neumann, Blume, Kurth, Becker, Viteritti, Krieger, Koschwitz – eingewechselt Rod rigues und Wright!

Die Verhandlungen mit dem seit langem angekündigten Trikotsponsor befinden sich, so Fechner, „auf der Zielgeraden“. Nach Volksstimme-Informationen handelt es sich um die Hoyer Unternehmensgruppe, die pro Saison eine Summe im unteren sechsstelligen Bereich investieren will. Fechner hofft auf eine Lösung in absehbarer Zeit: „Ich erwarte einen unterschriftsreifen Vertrag bis Mitte Mai.“

Dienstag, 24. April 2012 - 07:32 Uhr
"Auf Sprücheklopfer hereingefallen"

Uwe Tiedemann

Wer wird neuer Trainer beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg? Die Liste der Bewerber ist lang, eine Entscheidung aber noch nicht gefallen. Auch der Name Dirk Heyne fiel des Öfteren. Der 54-Jährige steht allerdings, wie er jetzt am Rande des FCM-Auswärtsspiels bei der U23 des Hamburger SV in Norderstedt erklärte, nicht zur Verfügung.

"Der FCM ist für mich kein Thema. Ich bin auch von niemandem angesprochen worden", sagte Heyne, der mit seiner Torwartschule für den HSV, wie er selber sagte, "voll ausgelastet" ist. Außerdem sei Hamburg mittlerweile sein Lebensmittelpunkt: "Hier fühle ich mich wohl."

Das heißt aber nicht, dass sich der "Lange", der zwischen 1977 und 1991 332 Punkt- und 38 Europapokalspiele für den FCM bestritt, nicht für seinen Ex-Club interessiert. Ganz im Gegenteil. Immer, wenn es die Zeit erlaubt und die Blau-Weißen im hohen Norden antreten, ist er vor Ort. So wie jetzt am vergangenen Sonnabend in Norderstedt. Heyne: "Der FCM ist eben mein Verein. Das wird sich auch nicht ändern." Deswegen tut es ihm nach eigener Aussage auch "richtig weh", was in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt fußballerisch passiert. Er wählt dabei seine Worte mit Bedacht, spart aber nicht mit Kritik: "Es fehlen die nötigen Strukturen. Und es wird Jahre dauern, um dort wieder hinzukommen, wo wir einmal waren. Es ist leider so, dass die Verantwortlichen in der Vergangenheit immer wieder auf Sprücheklopfer hereingefallen sind."

Heyne blickt noch immer mit einer gewissen Verbitterung auf die Zeit zurück, als er hier selber Cheftrainer war. 2006 gelang der Aufstieg in die Regionalliga, eine Saison später wurde nur hauchdünn der Durchmarsch in die 2. Liga verpasst. Anfang Dezember 2007 folgte die Entlassung, als die Qualifikation für die neue eingleisige dritte Liga ernsthaft in Gefahr geriet. Auch Jahre später kann sich der ehemalige DDR-Nationaltorhüter (neun Einsätze) deswegen einen gewissen Seitenhieb nicht verkneifen: "Ich bin damals weggejagt worden. Und in den Folgejahren wurde dann das eingerissen, was wir aufgebaut hatten." Dem stets bescheidenen Heyne waren vor der entscheidenden Saison 2007/08 (bezahlbare) Wunschspieler verwehrt worden. Anschließend sei das Präsidium einen fatalen Zick-Zack-Kurs gefahren und habe Millionen ausgegeben, ohne sein Ziel zu erreichen. Inzwischen ziert der FCM das Tabellenende der Regionalliga Nord und wäre mit Pauken und Trompeten abgestiegen, was jetzt lediglich die neue Strukturreform verhindert.

Ganz abgeneigt, so scheint es, irgendwann mal wieder ein Traineramt zu übernehmen, ist Heyne nicht. Ein Himmelfahrtskommando wie in Magdeburg, wobei er diese Formulierung ausdrücklich nicht mit dem FCM in Verbindung bringen möchte, will er sich aber nicht antun. Dann doch lieber die im Übrigen gut frequentierte Fußballschule im hohen Norden.

Montag, 23. April 2012 - 07:23 Uhr
FCM gibt in Norderstedt ein Lebenszeichen von sich

Von Uwe Tiedemann

Fußball-Regionalliga-Schlusslicht 1. FC Magdeburg hat am Sonnabend ein Lebenszeichen von sich gegeben. Beim 2:2 (0:2) gegen die U23 des Hamburger SV in Norderstedt zeigte der Club vor allem in der zweiten Halbzeit eine engagierte Leistung, die man diesem Team nach den jüngsten enttäuschenden Auftritten nicht zugetraut hätte.

Die Partie, die vor 225 Zuschauern, darunter knapp 50 Anhänger aus Magdeburg, fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, sah zunächst die Gastgeber im Vorteil, die ballsicherer und spritziger waren. Dennoch hatte der FCM die erste Chance, doch Beckers zu lascher Schuss war kein Problem für Keeper Meyer (6.).

120 Sekunden später das 1:0. Der freigespielte Winkel vernaschte Hackenberg und schlenzte das Leder ins Netz. Der HSV blieb am Drücker, ließ Ball und Gegner laufen und wartete auf die Lücke in der Gäste-Abwehr, die nach 26 Minuten erneut das Nachsehen hatte, als nach einem Angriff über die rechte Seite wiederum Winkel, diesmal schneller gegen Austermann, auf 2:0 erhöhte.

"Die Verunsicherung ist deutlich zu sehen. Außerdem sind die Gegentore zu einfach gefallen", lautete zur Pause die Einschätzung von Wilhelmshavens Trainer Neidhart, der kommenden Sonntag mit seiner Elf beim FCM gastiert und "natürlich nicht der Erste sein will, der in Magdeburg verliert ..."

Doch der Club befreite sich aus der Umklammerung, spielte nach dem Wechsel auch deutlich aggressiver und verkürzte durch Becker, der einen Fehlpass erlief und ins leere Tor vollendete, frühzeitig auf 2:1 (49.). Dieser Treffer beflügelte, die Aktionen wurden zielstrebiger und druckvoller. Nach 63 Minuten staubte Friebertshäuser nach einer Ecke zum 2:2 ab. Jetzt war so richtig Musik drin im Spiel, das hin und her wogte und mit leidenschaftlichem Einsatz geführt wurde. Am Ende blieb es beim gerechten 2:2, das FCM-Coach Ullrich wie folgt kommentierte: "Die Art und Weise, wie wir hier verdient einen Punkt mitgenommen haben, zeigt, dass die Mannschaft, die schon als völlig tot galt, lebt."

Keeper Tischer meinte: "Hier war sogar mehr als ein Punkt drin." Und auf seine Zukunft angesprochen, nachdem Präsidiumsmitglied Kallnik ihn zum Bleiben bewegen möchte: "Das ehrt mich, aber Mario weiß auch, was ich kann. Ich möchte aber derzeit nichts weiter dazu sagen. Ganz wichtig ist für mich natürlich auch, wer neuer Trainer wird."

HSV: Meyer - Graudenz, Labus (32. Behrens), Sternberg, Pressel (68. Schlüter), Akyere (57. Nagy), Schröder, Lam, Brown, Kocabas, Winkel

FCM: Tischer - Austermann, Hackenberg, Friebertshäuser, Blume, Krieger, Kurth (34. Rodrigues), Becker, Viteritti, Neumann, Koschwitz (90. Wright)

Schiedsrichter: Brauer (Hildesheim). Zuschauer: 225. Tore: 1:0 Winkel (8.), 2:0 Winkel (26.), 2:1 Becker (49.), 2:2 Friebertshäuser (63.). Gelb: Pressel, Schlüter / Hackenberg, Krieger

Samstag, 21. April 2012 - 10:08 Uhr
Wolf spielt in der Zweiten, Karagiannis raus

Von Uwe Tiedemann
und Daniel Hübner

Wenn es so etwas wie einen kleinen Lichtblick in einer ansonsten für den 1. FC Magdeburg verheerend verlaufenen Regionalliga-Saison gibt, dann ist das die Auswärtsbilanz. 16 Punkte ergatterten die Blau-Weißen in der Fremde, was eine Plazierung im oberen Drittel bedeutet. So gesehen scheint heute (13.30 Uhr, Norderstedt) eine Überraschung bei der U23 des HSV nicht ausgeschlossen.

Allerdings hat der Club zuletzt nicht gerade Selbstvertrauen getankt, stehen Trainer Detlef Ullrich und die Spieler schwer in der Kritik, weil kein Trend nach oben erkennbar ist. Beispiel: In der Rückrunde trat der FCM bislang sechsmal auswärts an und blieb dabei in fünf Partien ohne Treffer. Lediglich in Halberstadt gelang seinerzeit ein 2:1-Erfolg, der aber letztlich mehr als glücklich ausfiel.

Immerhin hat sich beim FCM das Lazarett ein wenig gelichtet. Nur Tobias Scharlau und Patrick Bärje fallen nach ihren Knie-OP länger aus. In Hamburg fehlt zudem Fernando Lenk (5. Gelbe).

Das sind aber nur die zwangsläufigen Ausfälle, es gibt des Weiteren zwei Akteure, auf die der FCM nach eigenem Ermessen verzichtet. Dazu zählt der Ersatztorwart Asterios Karagiannis. Der 25-Jährige ist aus "diziplinarischen Gründen" bereits unter der Woche suspendiert worden, bestätigte Pressesprecher Stephan Lietzow gestern Abend Volksstimme-Informationen. Damit ist die Personalie Karagiannis in Magdeburg wohl Geschichte. Zumindest heute in Norderstedt wird auch Denis Wolf nicht im Kader der Magdeburger stehen. Der 29-jährige Angreifer wurde laut Lietzow aufgrund seiner Leistungen und seiner Einstellung in den Übungseinheiten zum Training der zweiten Mannschaft geschickt und soll morgen (14 Uhr) in der Verbandsliga gegen Romonta Amsdorf auf Platz zwei der MDCC-Arena auflaufen.

Freitag, 20. April 2012 - 07:32 Uhr
Kallnik fordert: „Wenn die Jungs Kerle sind, müssen sie rennen“

Fußball FCM-Präsidiumsmitglied nennt dem Coach seine Wunschspieler
Von Klaus Renner

Fünf Spiele hat der FCM in dieser Regionalligasaison noch zu absolvieren. 15 Punkte werden vergeben, und es wird bereits gewettet, wieviele bzw. wenige Zähler davon die Elbestädter am Ende auf ihrem mageren Konto haben werden.

Morgen bei der U 23 des Hamburger SV (Anstoß 13.30 Uhr, Plambeck-Stadion, Norderstedt) hätte die Truppe vom sportlichen Leiter/Trainer Detlef Ullrich angesichts der 0:3-Schlappe aus dem Hinspiel einiges gutzumachen.

Mario Kallnik, seit seiner Berufung als ehrenamtliches FCMPräsidiumsmitglied nach eigenen Angaben täglich 16 bis 18 Stunden auf Achse, glaubt nicht daran, dass der Tabellenletzte am Unterlauf der Elbe etwas „abschenken“ wird: „Wenn die Jungs echte Kerle sind, müssen sie rennen“, wenn schon nicht mehr hoch motiviert für den FCM,
„dann zumindest für sich selbst und ihre persönliche sportliche Perspektive.

Denn jeder möchte auch in der nächsten Saison Geld verdienen, ob bei uns oder anderswo.“

Der AOK-Regionalleiter, der wegen seines Jobs und dem zusätzlichen Ehrenamt morgens um 6.30 Uhr das Haus verlässt, bis zum Nachmittag seiner Arbeit in der Gesundheitskasse nachgeht und sich anschließend in der MDCC-Arena bzw. in der FCMGeschäftsstelle um den neuen Trainer und die Mannschaft der Zukunft kümmert, fällt, wie er sagt, gegen Mitternacht todmüde ins Bett. Um 5.30 Uhr klingelt dann schon wieder der Wecker.

„Aber ich nehme das gern auf mich“, erzählt der 37-Jährige, der es als einen glücklichen Zufall bezeichnet, dass er vergangene Woche einen lange vor dem FCM-Amt geplanten Urlaub hatte und so fast rund um die Uhr für den Verein on Tour sein konnte. Neben der Trainersuche erachtet es Kallnik als seine derzeit wichtigste Aufgabe, „mit den Spielern zu sprechen, auf die wir bauen können“. Den Anfang machte am Mittwoch Mittelfeldspieler Tobias Becker, der nächste ist Torhüter Matthias Tischer.

Kallnik erachtet es als „nicht normal, dass jemand von außen hineinredet, aber in unserer Situation, wo ohnehin keiner absteigen kann und wir an der Mannschaft für die nächste Saison arbeiten, ist das notwendig“. Klare Absprachen mit Detlef Ullrich gebe es hinsichtlich der Aufstellung der Regionalliga-Elf. „Ich nenne Detlef Ullrich die Namen derjenigen Spieler, die uns für die Zukunft wichtig sind und die wir spielen sehen wollen“, erklärt Kallnik, „dann im Stadion hat aber allein der Trainer die Verantwortung für den Einsatz.“

Donnerstag, 19. April 2012 - 07:42 Uhr
Kallnik redet Klartext: "Schluss mit den Träumereien"

Fußball-Regionalliga FCM-Präsidiumsmitglied stellt Grundsatzfragen / Gespräche mit Trainerkandidaten laufen

von Uwe Tiedemann

Seit Mario Kallnik dem Präsidium des aktuellen Regionalliga-Tabellenletzten 1. FC Magdeburg angehört, spielt die Mannschaft - was in der Tat vermessen wäre - zwar keinen besseren Fußball, doch es wird (endlich) Klartext geredet.

"Es muss Schluss sein mit der Träumerei und Märchenerzählerei, sondern es geht darum, sich in die Augen zu schauen, reinen Wein einzuschenken und zuzupacken. Magdeburg ist eine Arbeiterstadt. Da heißt es, die Ärmel hochkrempeln", sagte der 37-Jährige in energischem Ton, betonte aber zugleich: "Das können nicht einzelne alleine schaffen, sondern da müssen alle mitmachen."

Für den AOK-Regionalleiter stellen sich Grundsatzfragen, die in einer Saison, "in der die Ziele total verfehlt wurden und sich die Mannschaft nicht nach vorn, sondern nach hinten entwickelt hat", in einer klaren Analyse zu beantworten und auszuwerten sind: "Was genau ist passiert? Wer trägt die Verantwortung? Welche Rückschlüsse sind zu ziehen? Wollen wir wirklich in die dritte Liga? Ist der Verein überhaupt bereit und in der Lage, mehr Geld für einen neuen Trainer auszugeben, der bereits nachgewiesen hat, einen Club nach oben führen zu können? Oder ist eher ein reines Magdeburger Modell mit eigenen Spielern zu bevorzugen statt externer Unterstützung?"

Und wenn von der bevorstehenden Saison 2012/13 die Rede sei, seien Ziele wie "oben angreifen" einfach unrealistisch. Der Ex-Kapitän: "In unserer gegenwärtigen Situation können wir nur mittelfristig - damit meine ich ein bis drei Jahre - bzw. langfristig - drei bis fünf Jahre - denken."

Oberste Priorität hat jetzt zunächst einmal die Trainersuche. "Wir brauchen eine stabile Säule im sportlichen Bereich. Verhandlungen laufen, aber noch ist nichts perfekt. Eine Entscheidung hängt natürlich auch von unseren finanziellen Möglichkeiten ab", bekräftigte Kallnik, der darüber hinaus Gespräche mit einzelnen Spielern, allen voran Torhüter Matthias Tischer und Tobias Becker, führt.

Dabei muss sich der Club beeilen, denn die Vorbereitungen für ein neues Spieljahr beginnen normalerweise schon viel eher. Noch einmal Kallnik: "Es ist noch nicht zu spät, aber man verspürt natürlich schon einen zeitlichen Druck, weil wir deutlich mehr Baustellen haben als die meisten anderen Vereine. Da stimmen die Strukturen, und da hat man sich weiterentwickelt. Deswegen ist die Schere jetzt auch noch weiter auseinandergeklafft."

Mittwoch, 18. April 2012 - 07:31 Uhr
Volksstimme beurteilt FCM-Regionalligakader / Club bricht alle Negativrekorde

Bei sieben Spielern steht die Ampel auf Rot
Fußball Volksstimme beurteilt FCM-Regionalligakader / Club bricht alle Negativrekorde
Von Klaus Renner

Zum Glück gibt es wegen der anstehenden Reform in dieser Saison keinen Absteiger aus der Regionalliga. Dem FCM wäre dieses Schicksal nicht erspart geblieben, denn sein Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt mittlerweile bereits sechs Punkte. In 15 Heimspielen sieglos (acht Unentschieden, sieben Niederlagen), in der Rückrunde in neun von zwölf Spielen ohne Torerfolg, zwischenzeitlich 556 Minuten ohne einen einzigen Treffer, im Saisonverlauf drei Trainer verschlissen, mittlerweile auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht – und die Rangfolge lügt nicht. Sie ist der Langzeit-Indikator für die schlechteste Leistung des FCM und all seiner Vorgänger.

Jetzt soll Kallnik, das neue, ausschließlich mit sportlichen Aufgaben befasste vierte Präsidiumsmitglied einen neuen Trainer suchen und die Mannschaft zusammenstellen, die in der kommenden Saison alles besser machen soll.

Die Volksstimme unterstützt Ex-FCM-Kicker Mario Kallnik bei seiner Sisyphus-Arbeit, bewertet aus diesem Grund alle aktuellen Spieler nach ihrer Saisonleistung und sagt, bei wem die Ampel auf Rot, Gelb oder Grün steht.

• Spieler abgeben

• Spieler auf der Kippe

• Spieler behalten

Dienstag, 17. April 2012 - 07:11 Uhr
"Der nächste Schuss muss sitzen"

Fußball-Regionalliga Beim FCM dreht sich das Kandidatenkarussell fürs Traineramt

Von Uwe Tiedemann

Noch fünf Spiele - dann ist für den 1. FC Magdeburg eine Regionalliga-Horrorsaison voller Pleiten, Pech und Pannen endlich zu Ende. Vorher soll jedoch noch eine richtungsweisende Entscheidung fallen, die Installation eines neuen Trainers.

"Wir arbeiten mit Hochdruck daran. Unser neues Präsidiumsmitglied Mario Kallnik kümmert sich darum, ist sehr aktiv. Es wird allerdings keine Schnellschüsse geben", sagte Club-Chef Peter Fechner, der wie die übrigen FCM-Anhänger auch nach dem trostlosen 0:0 gegen den SV Meppen - dem 15. sieglosen Heimspiel im laufenden Spieljahr in der MDCC-Arena - restlos bedient war.

Allerdings drängt die Zeit, denn die Weichen für 2012/13 müssen jetzt gestellt werden. Dass das jetzige Team kaum in der Lage ist, das Gerüst zu bilden, um künftig oben anzugreifen, dürfte mittlerweile jedem klar sein.

Wie immer schießen die Spekulationen hoch, werden viele Trainernamen genannt. Dazu gehören Rico Schmitt (zuvor Erzgebirge Aue), Damian Halata (zuletzt Meuselwitz), Tino Vogel (RB Leipzig II), Thomas Pfannkuch (zuletzt Eintracht Braunschweig) oder auch der Ex-Magdeburger Dirk Heyne, der aber schon abgewunken haben soll.

Weitere Namen: Der Ex-BFCer Christian Backs, der seit März die Reinickendorfer Füchse betreut, Marc Fascher, der im Januar bei Drittligist Preußen Münster gefeuert worden war (davor Carl Zeiss Jena und SF Siegen) und Babelsberg-Coach Dietmar Demuth. Nicht abgeneigt ist selbst DDR-Rekordnationalspieler Achim Streich aus dem FCM-Sportbeirat.

"Ich bitte um Verständnis, wenn wir keine Namen nennen. Der nächste Schuss muss sitzen", betonte Fechner, der darüber hinaus auch Veränderungen im Marketingbereich andeutete. Es sieht also wieder einmal alles nach einem Neubeginn aus.

Was die Trainerflanke anbetrifft, hat der Club in der laufenden Saison schon drei Übungsleiter verschlissen - Wolfgang Sandhowe, Ronny Thielemann und nun Detlef Ullrich. Und bei letzterem verhält es sich so wie seinerzeit bei Paul Linz und Ruud Kaiser, die schon nach einer Saison wieder gehen mussten: Sie alle hatten einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Die Club-Führung, die darüber nachdenkt, welche Funktion sie Ullrich künftig überträgt (wie bisher die des Sportdirektors erscheint mehr als unwahrscheinlich) steckt also wieder einmal in einem finanziellen Dilemma. Die Löcher in der Kasse wurden zuletzt zwar immer wieder durch Sponsoren ausgeglichen, dürften aber auf Dauer zu einem ernsthaften Problem führen.

Insofern ist der geglückte Abschluss mit einem neuen Trikotsponsor für die neue Saison Gold wert. Wie die Volksstimme bereits berichtete, wird sich die "Hoyer Unternehmensgruppe", ein deutschlandweit bekanntes Mineralöl-Unternehmen mit 45 Standorten in Deutschland, darunter Magdeburg, künftig auf der FCM-Brust präsentieren.

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© aktualisiert am: 14.05.2012