mdr.de vom 20.02.2016
Autor: Christian Dittmar & Christian Stolze

Der 1. FC Magdeburg hat im Verfolgerduell beim VfL Osnabrück ganz alt ausgesehen. Der FCM bot beim 0:2 (0:1) nicht nur eine schwache Leistung, sondern hatte auch noch Pech mit dem Schiedsrichter.

Schiri ohne Durchblick, Savran trifft

Es hatte den ganzen Tag geregnet in Osnabrück, dementsprechend tief war der Boden an der Bremer Brücke. Und so kamen beide Teams schwer ins Match. Bis zur 17. Minute spielte sich das Geschehen hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab, dann kam Tobias Willers zur ersten Chance. Der VfL-Kapitän köpfte aus aussichtsreicher Position knapp am Pfosten vorbei.

Jens Härtel hadert nach der Partie gegen Osnabrück mit dem Schiedsrichter. Mit der Leistung seiner Mannschaft ist der FCM-Trainer dagegen einigermaßen zufrieden.

Die Magdeburger kamen erst in der 27. Minute zur ersten Möglichkeit, als Nico Hammann Marvin Schwäbe prüfte. Der 30-Meter-Schuss des Linksaußen war allerdings eine leichte Beute für den U21-Nationalkeeper. In der 32. Minute hatte der FCM dann doppeltes Pech: Erst wurde Sebastian Ernst im VfL-Strafraum gefoult, doch Schiedsrichter Christian Dietz gab nur Freistoß. Beim anschließenden Gegenzug passte Osnabrücks Christian Groß auf Halil Savran, der abseitsverdächtig an den Ball kam, FCM-Keeper Jan Glinker umkurvte und sicher einschob. Von den Magdeburgern kam bis auf einen Kopfball von Toptorjäger Christian Beck vom Elfmeterpunkt, der weit neben das Tor ging, nichts mehr (43.).

Savran trifft erneut, Brandt fliegt

Aus der Pause kamen die Bördestädter mit mehr Elan. In der 52. Minute ließ Beck einen Pass schön auf Niklas Brandt abtropfen, der den Ball knapp am Osnabrücker Tor vorbei jagte. Der Schwung war aber schon sechs Minuten später vorbei, denn Brandt sah nach einem Handspiel Gelb-Rot – eine sehr harte Entscheidung.

Mit einem Mann weniger hatten die Magdeburger naturgemäß einen schweren Stand, ab der 70. Minute wurde die Sache dann mehr oder weniger aussichtslos: VfL-Flügelflitzer Massimo Ornatelli hatte sich bis zur Grundlinie durchgetankt und passgenau auf Savrans Kopf geflankt. Der Stürmer ließ sich nicht zweimal bitten und erzielte sein zweites Tor an diesem Nachmittag. Danach versuchte der FCM, den Schaden zu begrenzen. Das gelang immerhin, was die Gegentore anging, allerdings sahen Steffen Puttkammer und Nils Butzen noch die fünfte Gelbe Karte und fallen damit für die nächste Partie aus. Am Ende standen die Magdeburger wie begossene Pudel im Osnabrücker Regen und müssen den Angriff auf den Relegationsplatz vorerst abblasen.

Das sagten die Trainer:

Jens Härtel (Magdeburg): „Ich habe ein sehr intensives Spiel gesehen, von zwei Mannschaften die dieses Spiel gewinnen wollten. Wir sind gut reingekommen, haben die Situationen aber leider nicht zu Ende gespielt. Dann kam die spielentscheidende Situation: Mit dem Freistoß hätten wir in Führung gehen können – waren dann aber undiszipliniert. Das war ganz anders abgesprochen, wer die Mauer vergrößern soll. Die Innenverteidiger waren da mit vorn und dann laufen wir in eine Kontersituation. Zweiter Knackpunkt war dann die gelb–rote Karte. Für mich völlig unverständlich. Das war nie im Leben eine absichtliches Handspiel. Da war dann der Deckel drauf.“

Joe Enochs (Osnabrück): „Wir sind nicht so in das Spiel reingekommen wie wir das wollten. Das hat damit zu tun, dass Magdeburg etwas anders gespielt hat als wir das erwartet haben. Nach einer Viertelstunde sind wir besser reingekommen. Wir haben uns dann in das Spiel gekämpft – das war ein verdammt schweres Spiel heute bei dem Wetter und dem Platz. Nach der Halbzeit haben wir wieder einige Minuten gebraucht, um in Gang zu kommen. Die gelb-rote Karte kam uns dann natürlich entgegen. Die Entscheidung werde ich nicht kommentieren. Der Schiedsrichter hat so entschieden. Spielentscheidend war dann das 2:0. Heute hat meine Mannschaft ein besseres Spiel als in Kiel abgeliefert.“

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