mdr.de vom 08.04.2016
Autor: Christian Dittmar & Christian Stolze
Es klemmt gewaltig im Angriff des 1. FC Magdeburg. Gegen den SV Wehen Wiesbaden konnte die Härtel-Elf zum vierten Mal in Folge kein Tor erzielen – am Ende wechselte der Coach mit Ryan Malone sogar einen Abwehrspieler in den Sturm. Es blieb aber beim 0:0, mit dem die Magdeburger deutlich besser leben können.

Man merkte den Wiesbadenern zu Beginn an, um wieviel es bei ihnen geht: Die Gastgeber, die in akuter Abstiegsnot stecken, wirkten verunsichert und waren nur darauf bedacht, keine Fehler zu begehen. Da auch der FCM nur zaghafte Angriffsversuche wagte, entwickelte sich kein ansehnliches Spiel. Bis zur 21. Minute mussten die 3.002 Zuschauer in der Brita-Arena – darunter gut 500 Magdeburger Fans – warten, bis es die erste nennenswerte Offensivaktion gab: Wiesbadens Timm Golley trat zum Freistoß aus aussichtsreicher Position an der Strafraumgrenze an – und schoss in die Mauer. Drei Minuten später kamen auch die Gäste das erste Mal gefährlich vors SVWW-Tor. Der Versuch von Kapitän Marius Sowislo aus 20 Metern zischte knapp über die Latte.

Golley zieht den Korken

Es war, als hätte jemand den Korken aus der Spielflasche gezogen, denn nun sprudelten die Chancen. Erst köpfte Wiesbadens Luca Schnellbacher aus fünf Metern, FCM-Keeper Jan Glinker lenkte den Ball gerade noch so ins Aus (27.). Bei der nachfolgenden Ecke kam Niklas Dams an die Kugel, konnte sie aber aus kurzer Distanz ebenfalls nicht im Magdeburger Tor unterbringen (28.). Auf der Gegenseite zielte Steffen Puttkammer mit seinem Kopfball nur Zentimeter am SVWW-Kasten vorbei (30.). Dann hatte Manuel Farrona-Pulido eine Gelegenheit, aber der Schuss des kleinen FCM-Dribblers durch die Beine von Dams kam zu lasch in Richtung Schlussmann Markus Kolke (33.) Schließlich erarbeiteten sich die Magdeburger eine Hundertprozentige: Tarek Chahed kam im Strafraum völlig freistehend an die Kugel, schoss aber Dams an und Michel Niemeyer verpasste am langen Pfosten den Nachschuss (39.). Bis zur Pause beruhigte sich die Partie dann wieder.

Härtel wechselt Malone ein – als Stürmer

Die zweite Hälfte begann wie die erste – lange Zeit passierte gar nichts. Dem FCM fiel vorne überhaupt nichts mehr ein und bis auf zwei harmlose Fernschüsse durch Golley (56.) und David Blacha (58.) brachten auch die Gastgeber keine Offensivaktionen zu Stande. Golley hatte durch zwei weitere Versuche aus der Distanz in der 72. und 74. Minute die nächsten Möglichkeiten, zielte aber jeweils nicht genau genug. Die dickste Gelegenheit hatte Wiesbadens Abwehrrecke Kevin Pezzoni in der 79. Minute, als er einen Flugkopfball nur Zentimeter neben das Magdeburger Gehäuse setzte.

Und der FCM? Hatte seine einzige Chance in der zweiten Halbzeit durch den eingewechselten Burak Altiparmak, der einen Freistoß aus 30 Metern aufs SVWW-Tor. Kolke konnte er damit aber in keine Schwierigkeiten bringen (83.). Magdeburgs Coach Jens Härtel brachte in seiner Verzweiflung für Torjäger Christian Beck Ryan Malone, der im Hinspiel das siegbringende 1:0 geköpft hatte. Allerdings handelt es sich bei dem US-Amerikaner um einen Abwehrmann, der nun ins Sturmzentrum rückte. Diesmal konnte Malone jedoch keine Akzente mehr setzen und so blieb es beim 0:0. Mit dem Ergebnis kann der FCM deutlich besser leben, denn die Wiesbadener verharren auf einem Abstiegsrang, während sich die Magdeburger durch die Niederlage von Großaspach am Freitag gegen Rostock weiterhin Chancen auf Platz vier ausrechnen können.
die Spieler feieren germeinsam mit den Fans

Das sagten die Trainer:

Jens Härtel (Magdeburg): „Man hat gesehen, dass beide Mannschaften nicht unbedingt vor Selbstvertrauen strotzen. Fußballerisch war es kein hochklassiges Fußballspiel, dafür ging es für beide Mannschaften aber um viel zu viel. Wir mit unseren drei Niederlagen am Stück und Wehen Wiesbaden steckt mitten im Abstiegskampf. Von der Seite her war es ein intensives Spiel, bei dem wir eigentlich von Anfang an gut drin waren und immer wieder früh gestört haben. Beim Kopfball von Schnellbacher haben wir ein bisschen Glück, aber dann hatten wir auch unsere Situationen. Zum Beispiel durch Niemeyer, der knapp an der Führung vorbeirutscht. In der zweiten Halbzeit hat Wehen natürlich gedrückt und war durch Standards immer gefährlich, aber die haben wir mit Glück und Geschick verteidigt. Für uns war es heute wichtig, den gordischen Knoten der Niederlagen zu durchschlagen.“

Torsten Fröhling (Wehen Wiesbaden): „Magdeburg hat es in der ersten Halbzeit clever gemacht, die Räume gut zugestellt und auf unsere Fehler gelauert. Dann haben wir viel zu viel nach hinten gespielt. In der Halbzeit haben wir dann angesprochen, dass wir nicht zielstrebig nach vorn gespielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir dann sehr viel Dampf gemacht. Aus Standards rutscht dann auch mal einer rein und man holt irgendwann mal die Punkte. Vom Engagement und von der Laufbereitschaft kann ich nicht meckern, aber Fußball ist nun mal ein Ergebnissport und wir sind nicht in der komfortablen Lage um sagen zu können, dass wir mit einem Unentschieden zufrieden sein können.“

3 Antworten zu “Der FCM hat das Toreschießen verlernt”

  1. berlinerFCMfan sagt:

    Wem wundert das???War doch klar,und ein enormes risiko mit allein einen stuermer in diese dritte liga zu gehen.Wobei wir denn noch glueck hatten,das beckus die Hinrunde ohne Verletzung und Sperre durchspielen konnte.der Club sollte sich nun um einen zweiten stuermer kuemmern..anstatt nach ernst,schonwieder einen Ersatz fuer fuchs zu Sachen. ..dachte da wollte man ernst nehmen…und auch keinen 15ten Abwehrspieler.wir brauchen einen guten zweiten Stuermer.wAnn passiert da endlich was???
    Wenn wir Pech haben, und beckus abhaut,brauchen wir gar 2
    Also HANDELN herr kalnick..Herr haertel

    Gruss aus 10119 Berlin

  2. HarzerFan sagt:

    Kalles Zukunft hängt an der Verpflichtung eines zweiten guten Stürmers. Er kann schneller weg sein, als er denkt. Von den Sponsoren wird erwartet, dass er das vorhandene Geld, was da ist, gut investiert. Auch bei den Sponsoren gibt es eine hohe Erwartungshaltung.

  3. berlinerFCMfan sagt:

    …und das ist GUT so.
    Es war schon ein Risiko, mit nur einen Stuermer in diese Saison zu gehen…nicht auszumalen, ,wenn Beckus,in der Hinrunde nicht soooo genial gewesen waere oder verletzt gefehlt haette.
    Das war ein riesengroßer Fehler beim fcm.
    Kalnick handeln..und nicht wieder was aus der reginalliga..

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