mdr.de vom 24.10.2015
Autor: Christian Kerber & Andreas Böhm
Ausgerechnet ein Startelf-Debütant hat dem 1. FC Magdeburg einen Sieg gegen den SV Wehen-Wiesbaden beschert. Der US-Amerikaner Ryan Malone traf für die Elbestädter am Sonnabend kurz vor Schluss zum entscheidenden 1:0. Gegen das schwächste Auswärtsteam der Liga kam der FCM so um das dritte 0:0 in Folge herum und schaffte nach sechs Partien ohne Sieg die Wende.

Klassisches Drittliga-Spiel vor der Pause: Kampf ist Trumpf

Bei Magdeburg stand erstmals der US-Amerikaner Ryan Malone in der Startelf. Er war als eine Art „großer Unbekannter“ von einer US-Collegemannschaft vor der Saison nach Magdeburg gekommen. Burak Altiparmak rückte im Vergleich zur Partie in Aue auf die Bank. Nach fünf Minuten gab es gleich einmal eine fünfminütige Unterbrechung. Die FCM-Fans hatten ihre Choreographie mit reichlich Rauch untermalt. Als die Fans wieder optimale Sicht hatten, sahen sie eine verbissen geführte Partie mit vielen Zweikämpfen. Beide Teams schenkten sich nichts. Das meiste spielte sich im Mittelfeld ab. Den ersten Torschuss verbuchten die Gäste, Luca Schnellbachers Versuch stellte FCM-Schlussmann Jan Glinker aber vor keine Probleme (29.). Drei Minuten später trat FCM-Mittelstürmer Christian Beck erstmals in Erscheinung, seinen Kopfball konnte der schon neunfache Saison-Torschütze am langen Pfosten aber nicht richtig kontrollieren, so dass der Ball weit drüber ging.

Mehr als Halbchancen gab es bis zur Pause auch nicht mehr. Der ehemalige Auer Kevin Pezzoni schoss nach einer verunglückten Abwehr aus 17 Metern sechs Meter vorbei (38.). FCM-Kapitän Marius Sowislo konnte einen als Einwurf „getarnten“ scharfen Flankenball von Malone – seine Einwürfe sind eine echte Waffe – nicht gut drücken – wieder vorbei (41.). Der beste Spielzug der Gastgeber endete mit einem Abseitspfiff: Niklas Brandt hatte Tarek Chahed in der Schnittstellte der Wehener Abwehr auf die Reise geschickt (45.). Insgesamt hatte Magdeburg mehr Ballbesitz, kombinierte sich aber einfach zu umständlich in Richtung Strafraum.

Malone köpft spät das Goldene Tor

In der ersten Viertelstunde nach der Pause waren die Gäste besser. Die Elbestädter leisteten sich zuviele Fehler im Spielaufbau. Kapital konnten die Hessen daraus aber nicht schlagen. Nach einer Stunde bekam Magdeburg wieder mehr Zugriff auf die Partie. Die Mannschaft investierte nun einfach mehr als die Hessen, die sich auf die Eroberung eines Punktes zu konzentrierten schienen. Lange aber fehlte dem FCM weiter die Genauigkeit im und um den Strafraum. Deshalb versandeten einige Angriffe. Oder die Hausherren liefen unkonzentriert ins Abseits. Bei einem schönen 30-Meter-Freistoß-Aufsetzer war Wehens Keeper Markus Kolke aufmerksam und lenkte die scharf geschossene Kugel noch um den Pfosten (74.). Mit dem wieder genesenen Lars Fuchs und Ahmed Waseem Razeek setzte FCM-Trainer Jens Härtel auf neue Kräfte (75.). Und Fuchs war es, dessen Freistoß aus dem Halbfeld von der Wiesbadener Abwehr nicht geklärt werden konnte. Malone schaltete am schnellsten und köpfte zum umjubelten 1:0 ein (84.). Bis zum Schlusspfiff kontrollierte Magdeburg Ball und Gegner und brachte den Sieg souverän unter Dach und Fach.

Das sagten die Trainer

Sven Demandt (Wehen-Wiesbaden): „Das war heute wieder ein ähnlicher Spielverlauf wie wir ihn in dieser Saison auswärts schon öfters hatten. Dass wir es eigentlich bis zum Tor gut gemacht haben, aber am Ende doch leer ausgehen. Den einzigen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist, dass sie in den ersten 15 Minuten nach der Pause kein Tor gemacht hat. Da hatte man schon gesehen, dass Magdeburg da verunsichert war.“

Jens Härtel (Magdeburg): „Ich kann in großen Teilen der Einschätzung meines Kollegen folgen. Wir hatten wenig zugelassen, bis auf die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit. In der ersten Halbzeit kam aber insgesamt zu wenig Konstruktives. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nach einer Stunde deutlich mehr Zugriff bekommen. Sicherlich auch mit etwas Glück dann das Tor gemacht. Was man aber gesehen hat, dass die Mannschaft bis zum Schluss dran geglaubt und dadurch das Tor auch ein Stück weit erzwungen hat.“

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